Beck, Paul A. [Editor]
Schwäbisches Archiv: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Literatur, Kunst und Kultur Schwabens — 27.1909

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Am 22. Februar 1742 schrieb van
Znaym aus Friedrich der Große von
Preußen an die Herzogin-Witwe von
Württemberg: »ä'ai i'SM ü la kois Iss
äsux Isttrss qus vous ms tmlss le
plaisir äs m'ssrirs, st ,pv vois ü mg
Aruuäs satistustiori MS ss puls vous
strs utils su tont es gus vous ms
murgus^ strs äs vos ässirs. äs vnu8
rsmsrsis äs es gus vou8 nvsx ssts sur
mu uisss äs kuirsutir votrs slioix,
pour l'umr uu I)us votrs üls; siuims
sstts nisss somms mu propre Ms, st
.j'sspsrs gus vous u'aurs?! PU8 lisu äs
VOU8 rspso tir äs SS slioix. äs V0U8
äoimsrui ä'uiäsurs, Nuäums, touts8
168 U88UIÄNLS8 MS vous ssmblsx äs-
sirsr äs MOP äuus 168 msmoirss MS
6ottsr m'u snvo^ss (Privatangelegen-
heiten der Herzogin betr.). äs vou8 pris
äs Is8 kuirs ärssssr äs lu lupori äout
ä.8 vou8 8sroo! Is8 plus uZrsublss, pour
gus fs Iö8 prässe soussrips.
Ousst; suis muliisursux äs us ms point
trouvsr ü Lsrliu äuns Is tsmps gus
vous v stss; so vouäruis «pro lu vills
äsviut uu paluis ä'^rmiäs, pour pus
vous puissisx v trouvsr tous Iss uZrs-
msuts MS ,js souduitsruis äs vous v
proeursr, muis ss vouäruis, plus gus
tout sslui, pouvoir vous uämirsr su
psrsouus st vous ussursr äs vivo voix
qu uuoun mortsl uu mouäs ns suurait
vous sstimsr n'^ strs uvss plus ä'st-
tuelasmsut gus ss Is suis, Nuäums mu
6ousms, votrs trss bon sousin st liäsl
umi k'rsäsris». Das Schreiben wurde
nebst anderen Papieren von Öster-
reichischen Husaren aufgefangen, worauf
der König es am 28. Februar wieder-
holte.
Der König erbot sich am 29. April
1742, auch die Mitgift und die Kosten
der Vermählung auf sich zu nehmen.
(Fortsetzung folgt.)
Aleinere Mitteilungen.
—elc. Thomas Campanella und
Forstner. Der genannte Dominikanermönch
(geb. 1568 zu Stilo in Calabrien, gest. 1669
in Paris) war ein Mann von außerordentlichen
Kenntnissen, ein Geist, der vermögend war, die
feinsten Signaturen der Natur schnell aufzu-
fassen. Ohne hier ans sein trauriges Schicksal,
das ihn von 1599—1626 in Kerker von Neapel

führte, einzugehen, möchten wir blos seine Be-
; rührung mit dem württbg. Staatsmann
und mömpelgardischenKanzler Christoph Forst-
ner (geb. 1598, gest. 1668) zur Sprache bringen.
Letzterer bereiste in seinen jüngeren Jahren
Italien und besuchte nach des Straßburger Ge-
lehrten Joh. Heinr. Boecler »DoZiuin 65.
porstneri, NoeinpslAurä, 61. Hyx., 1669»
Campanella im Kerker, was nur mit großer
Mühe und Bewilligung seiner Wächter geschehen
konnte. Mehrere erhielten zugleich den Zutritt,
und ließen dem merkwürdigen Mönch ihre
Stammbücher, um auch von seiner Hand etwas
aufmeisen zu können, überreichen. Nachdem er
nun dieser Bitte willfahrt hatte, betrachtete er
einen nach dem andern von den Besuchern und
dann wandte er sich, ohne im mindesten ver-
legen zu sein, an den allerdings unter seinen
Begleitern hervorragenden Forstner, welchen
er vorher noch nie in seinem Leben gesehen und
gar nicht gekannt, und sagte diesem, nachdem er
ihn an der Hand faßte, bestimmt feine zukünftigen
Ehrenstellen und einige andere Begebenheiten
seines bewegten Lebens voraus, welche Voraus-
sagungen genau eintrafen, sei es nun, daß Cam-
panella als Physiognomiker Alles in Forstners
offenem, vielversprechendem Gesichte las oder
daß er nach der Art des Cordanus und alter
Seher wirklich Vorhersagen konnte.
Briefkasten.
Nochmals Justus vou Ravensburg.
Nach T—. Sie wünschen zu wissen, was
Luigi Lanzi über Oiusto cki ltlsinuKuu
sagt. Dies ist in des ersteren Ltorioa pittorios.
ckslls. Italia oto., 5. Ausgabe, Bd. V, Florenz
1834, bei Ferd. Agostini, S. 239, kurz bei-
s sammen: »Di uu tsckosoo ebiarnato 6iustc> cki
Ulsiuaxna, ssisto mornoria in Llonova in un
s oliiostro äi 8. Nuria cki LastsIIo. LZli vi cki-
pinss a krosoo una Nunriata nvl 1451,
pittura prs^iosa in suo Zonors llnita a
uso cki ininiatura o elio par promsttsro alla
Llerrnania Io stils cki ltllsrto Ourroro«. Letz-
i terer ist aber ja erst 1478, also über 25 Jahre
nach dem Genueser Verkündigungsbilde geboren
und erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts zu
künstlerischer Wirksamkeit gelangt. Wenn aber
dem genannten Bilde eine Art Miniaturstils
zugeschrieben wird, so denkt man vielleicht an
den Miniaturstil des etwas älteren Lukas Moser
von Weil (uni 1431) als Vorbild. Nach Baum
im „Schwäb. Merkur" zeigen die Typen des
Engels und der Maria seltsame Anklänge an
Witz und Lochner zugleich. Doch entfernt
sich Justus nach der Ansicht Wilh. Suidas in
dessen Werk „Genua, Berühmte Kunststätten",
mit 143 Abbildungen, Leipzig, Verlag von E.
A. Seemann, 1906, sehr weit von der Art des
Moser. Auch Suida hält fa. a. O., S. 73) die
Identität des Meisters des Genueser Fresken-
stückes lustus äalla inaZna mit dem Maler
Justus aus Ravensburg für so ausgemacht, daß
jeder Zweifel daran ausgeschlossen ist. „Im
Todesjahr Donatos" — schreibt er — „brachte
ein deutscher Justus aus Ravensburg in Schwaben
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