Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 27.1911

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1911, 4.

ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

Seite 45.



denen sie ihre Aufgabe erfüllen
können. Landrat Dr. Reumont
in Erkelenz besprach die Orga-
nisation der Bauberatung in
StadtundLandan der Hand der
vorhandenen Einrichtungen und
Ergebnisse. Er befürwortete die
Einrichtung von örtlich wirken-

Kleines Landhaus. Hofseite.

Architekt: j. p. Tvede in Kopenhagen. den Bauberatungsstellen mit ent-
sprechender Bewegungsfreiheit
auf Grund der örtlichen und provinziellen Verhältnisse und ihnen

Zu der Beratung, die unter dem Vorsitz des Geschäfts-
führers der Zentralstelle, Professor H. Albrecht, stattfand, waren
zahlreiche Vertreter von Architekten- und Ingenieurvereinen,
Baugenossenschaften, Vereinen für Denkmalpflege und Heimat-
schutz, Baugewerkschulen, Versicherungsanstalten, städtischer


Altar der Frauenkirche in Kaustrup Architekt: Hans J. Holm
bei Röskilde (1906-07). in Kopenhagen.
(Der Behang der oberen Brüstung ist aus den gestickten Hauben der Bäuerinnen zusammengesetzt.)
Verwaltungen sowie Staats- und Reichsbehörden erschienen.
Dr.-Ing. Hecker, Leiter der technischen Abteilung des Rhein.
Vereins für Kleinwohnungswesen, hielt den einleitenden Vortrag
über die Notwendigkeit der Bauberatungsstellen und
deren Aufgaben. Er schilderte die mancherlei Einwände und
Bedenken, die gegen sie geäußert worden sind, und besprach
die Richtungen, nach denen sie wirken, und die Mittel, mit

übergeordneter größerer Zentralstellen, die mit weitergehenden
Zielen und Mitteln jene unterstützen und beraten können.
In der anschließenden Beratung wurde besonders eingehend
über den von Architekten und Bauunternehmern befürchteten
schädigenden Wettbewerb der Bauberatungsstellen gesprochen.
Diese sollen vor allem dem Bedürfnisse für die Hebung der
einfachsten Kleinbauweise entsprechen, für größere Aufgaben
aber nur Ratschläge erteilen und die Ausführung und Durch-
arbeitung der Entwürfe den berufenen Fachleuten überlassen.
Sie sollen ja nicht Erwerbs-, sondern lediglich Erziehungszwecke
verfolgen und nur so lange, als dafür Bedürfnis vorliegt. Bisher
ist es fast überall gelungen, durch die Arbeitsweise der Beratungs-
stellen die an ihre Tätigkeit geknüpften Befürchtungen zu wider-
legen. Besondere Erfolge sind in dieser Hinsicht in Bremen
zu verzeichnen.1) Natürlich ist die Wahrung der Grenzen im
Einzelfalle immer vorwiegend eine Taktfrage, und gerade hier
kann eine übergeordnete Zentralstelle erheblich zur Klärung und
gegenseitigen Verständigung beitragen.
i) Vgl. Städtebau, Jahrg. VII, Heft 11: Die Bauberatungsstellen Bremens.

Kleines Landhaus. Straßenseite.


Architekt: J. P. Tvede in Kopenhagen.
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