Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 27.1911

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1911, 9.

ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

Seite 105.

Verkehrs zu verhindern, mußte
die Breite des Gebäudes so ein-
geschränkt werden, daß zu beiden
Seiten des Häuschens 2 m breite
Streifen Weges für den Fußgänger-
verkehr übrigblieben. Die eine
Gebäudeecke wurde stark abge-
stumpft, weil an dieser Stelle die
schöne Akazie ihre Wurzeln aus-
breitet, die unter allen Umständen
erhalten bleiben sollte. Es gelang
dies, obgleich trotz der stumpfen
Ecke einige Hauptwurzeln des
Baumes nach allen Regeln der
Kunst abgeschnitten und ver-
bunden werden mußten.
Die Bauleitung lag in der
Hand von Stadtbauinspektor Völ-
kel. Um die Farbengebung machte
sich Kunstmaler Rößler verdient.
Das Türgitter sowie die Aushänge-
schilder wurden nach Entwürfen
des Bildhauers Strohriegel aus-
geführt. Die Baukosten belaufen
sich auf etwa M. 19000. Mit
dem Verkehrshäuschen ist eine
Anstalt geschaffen, die ihre ver-
schiedenen praktischen Zwecke
vollauf erfüllt und auch in ästhe-
tischer Hinsicht zur Bereicherung
des Stadtbildes beiträgt.
Arthur von Wegerer,
Regierungsbaumeister a. D.

Gebäude der Handelskammer in Dresden, Architekten: Professor W. Lossow & M. H. Kühne in Dresden.
Detail von den Fenstern der Eckbauten und Grundriß. Bildhauer: Professor Karl Groß in Dresden.


Gebäude der Handelskammer in Dresden.
Architekten: Prof. W. Lossow & M. H. Kühne in Dresden.
Zu Tafel 81.
Der im Dezember 1910 festlich eingeweihte Neubau der
Handelskammer steht in der Nähe des Großen Gartens neben
dem Künstlerhause. Der Bauauftrag war die Frucht des vorauf-
gegangenen Wettbewerbes, in dem der Entwurf der Architekten
Lossow & Kühne den ersten Preis errang. Der Bau besteht
aus einem zweigeschossigen Mittelbau und zwei mit diesem
durch niedrige Eckbauten geschickt verbundenen Seitenflügeln.
Im Kellergeschoß liegen außer der Heizung und den Kellern die
Hausmannswohnung und die reichlich bemessenen Archiv- und
Bibliothekräume, ferner eine große Autogarage und die Betriebs-
küche mit Nebenräumen. Das Erdgeschoß enthält die eigent-
lichen Kanzleiräume mit dem Syndikus- und drei Assistenten-
zimmern. Neben der Kanzlei und von dieser aus gut zu über-
wachen liegt im rechten Eckbau das Lesezimmer. Ein 5 m
breiter Wandelgang mit vorgelegten Pfeilern und Kappengewölben
führt nach den Flügelbauten. Hinter ihm liegt in der Mittelachse
nach dem Hofe zu das Präsidentenzimmer mit Vor- und Warte-
raum, das mit vornehmen Mahagonimöbeln und behäbigen Sesseln
als Klubraum eingerichtet ist. Im linken Flügel sind die Repräsen-
tationsräume, der große und kleine Sitzungssaal. Letzterer, das
eigentliche Sitzungszimmer, ist bis auf einen gemalten Schriften-







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Sommerhaus des Präsidenten v. Stieler
in Bebenhausen. Zu Tafel 88.

Architekten: Eisenlohr & Weigle, Oberbauräte.
Mitarbeiter O. Pfennig in Stuttgart.
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