Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 27.1911

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1911, 7.

ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

Seite 81.

Überarbeitung wünschen, die vor allem das Wesentliche mehr hervorheben
und die künstlerischen Gesichtspunkte klären sollte, damit der reiche Inhalt
sich übersichtlicher dem Gedächtnisse einprägte, wie man dies von einem
mustergültigen Schulbuche fordert.
Eine gartenkünstlerische Sonderfrage von großer Wichtigkeit, die noch
fast ganz im argen liegende Gestaltung der Vorgärten, behandelt der Ham-
burger Gartenarchitekt Harry Maass in einem kleinen, mit recht hübschen
Zeichnungen und zahlreichen Bildern älterer und neuerer Vorgärten aus-
gestatteten Büchelchen.* 2) Er gibt zahlreiche, höchst beherzigenswerte Hin-
weise sowohl für die künstlerische Gestaltung, insbesondere für die Her-
stellung eines organischen Zusammenhanges zwischen Vorgarten und Haus
und die Einheitlichkeit der Straßenbilder, als für die praktische Ausführung,
für die Art und Form der Einfriedigung, für die Bepflanzung je nach Lage,
Umfang usw. Mit Recht betont er, daß auch eine zweckmäßige Benutzung
der Vorgärten, die jetzt nur zu oft völlig unbenutzt und deshalb vernach-
lässigt bleiben, wesentlich von einer durchgreifenden Änderung der bau-
polizeilichen Vorschriften abhängt. Das anregende Schriftchen würde noch
erheblich an Wert gewinnen, wenn die grundsätzliche Verschiedenheit der
Vorgärten (in Villenstraßen der Großstädte, in Vorstadtstraßen, in der
Kleinstadt usw.) nach städtebaulichen Gesichtspunkten mehr betont und
danach die notwendige verschiedenartige Behandlung der Aufgabe gezeigt
würde. Auch würde der Text ohne die zahlreichen ermüdenden Wieder-
holungen noch überzeugender wirken.
Schließlich sei hier ein reich ausgestattetes Buch genannt, in dem
Willy Lange eine umfassende Behandlung der Land- und Garten-
siedelungen vom wirtschaftlichen, sozialen, technischen, volkskundlichen
und künstlerischen Standpunkte in Einzelaufsätzen bietet.2) Von berufenster
Seite sind hier behandelt: die Bedeutung der Landsiedelung für den Staat;
Natur und Siedelung; die Siedelungsformen unserer Zeit; Dorf und
Gehöft; Ursprung unserer Volkskunst; Hausrat; Landgut; ländliche An-
siedelungen von Arbeitern; Forsten und Holzungen; Friedhöfe; Aufteilung
des Geländes; Gesetze und Verordnungen für die Ansiedelung; Heimat-
schutz und Naturdenkmalpflege; Anlagen auf Straßen und Plätzen; Gelände-
gestaltung und Böschungen; Ufer; Ergebnisse neuzeitlichen Landhausbaues;
Zäune und Mauern an der Straße; Garten; Gartenstadt; deutsche Boden-
reform; das Kleinbürgerhaus; ländlicher Gartenbau; die wirtschaftliche För-
derung des Landarbeiters und Landsiedlers; Ansiedelung von Industrie-
*) Zwischen Straßenzaun und Baulinie. Vorgartenstudien von Harry Maass. Mit
45 Abbildungen. Verlag vonTrowitzsch & Sohn in Frankfurt a. O. 1910. Preis M. 3.50, geb. M. 4.
2)Land- und Gartensiede 1 un gen. Herausgegeben von Willy Lange, Lehrer
an der Kgl. Gärtnerlehranstalt in Dahlem-Berlin. Mit 213 Abbildungen im Text und 16
farbigen Tafeln. Verlag von J. J. Weber in Leipzig. 1910. Preis geb. M. 10.

Landsitz des Geh. Justizrats Friedrich Ernst in Nikolassee, Architekt: Karl Ed. Bangert
Prinz-Friedrich-Leopold-Straße 40. Eingang. in Berlin.


arbeitern; Wohlfahrtspflege auf dem Lande; innere Kolonisation. Den Beschluß
bildet ein Bericht über das Ergebnis des Wettbewerbs für Land- und Garten-
siedelungen in Rüdersdorf (Mark). Reizvolle Entwürfe der verschiedensten
Art und zahlreiche farbige Bilder beleben den Text auf das anziehendste.






Grabmalskizze.
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Architekt: Hans Bernoulli, B.D.A., in Berlin.
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