Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 27.1911

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Seite 116.

ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

1911, 10.


Wirtschaftsgebäude auf Gut Zehna.
Wasserturm.

Architekten : H. Distel & A. Grubitz, B.D.A.,
in Hamburg.

Gartens und der großen Spielplätze jenseits der Lennestraße
beträchtlich erweitert werden mußte. Von diesem Gelände ist
einschließlich des alten massiven Ausstellungsgebäudes (12 000 qm)
nahezu ein Viertel überbaut. Die Ausstellung übertrifft also

an Größe etwas die vorjährige Brüsseler Weltausstellung. Wer
letztere gesehen hat, wird unwillkürlich vergleichen: Dort ein
fast völliges künstlerisches Versagen, Gesamtanlage wie Gestalt
der Gebäude gleich unbefriedigend; hier, trotz der mannig-
fachen, aus der Zerrissenheit des Geländes (insbesondere durch
die dazwischenliegende Fläche des Botanischen Gartens) sich
ergebenden Schwierigkeiten, eine großzügige, höchst wirkungs-
volle Anlage von geschlossener Einheitlichkeit, die auch in
der Ausbildung der zahlreichen Gebäude ein zielbewußtes
Zusammenwirken der verschiedenen Architekten erkennen läßt.
Die Grundlage für die aus dem nebenstehenden Lageplane
ersichtliche Gesamtanordnung bildete der preisgekrönte Wett-
bewerbentwurf der Architekten Lossow & Kühne, die sich als
Generalarchitekten der Ausstellung die Ausgestaltung des Ehren-
hofes und der diesen umschließenden Gebäude vorbehalten
haben. Diese in die Achse des Haupteingangs gelegte Platz-
anlage bildet den Mittelpunkt für das ständige Ausstellungs-
gelände. Ihre Querachse leitet einerseits zu dem alten Aus-
stellungspalast (1), andererseits zu der prachtvollen, zum Großen
Garten gehörigen breiten Allee, welche zur Hauptverbindungs-
straße gemacht ist und an der die Bauten der fremden Staaten
nebeneinander gestellt sind. Für den Teil jenseits der Lenne-
straße, der durch eine doppelte Überbrückung mit dem Haupt-
gelände verbunden ist, ist ebenfalls durch eine große, auf den
Sportplatz führende Hauptachse eine imposante Wirkung er-
reicht. Hier bot das schräge Einschneiden einer nicht zu ver-
ändernden Allee mit Straßenbahnlinie besondere Schwierigkeiten
für die Stellung der großen Gebäude. Der große Umfang der
Ausstellung und ihre Gliederung in zahlreiche Gruppen führte
von selbst zur Verteilung in viele Einzelbauten verschiedener
Art und sehr verschiedener Größe. Sie erforderten eine Bau-
summe von 2 3/4 Millionen Mark und sind von zahlreichen
Dresdener Architekten geschaffen. Der Ausstellungskatalog
nennt außer Lossow & Kühne die Architekten Bender, Berthold,
Prof. Bestelmeyer, Beyrich & Richter, Bitzan, Bohlig, Prof. Dülfer,
Hänichen, Hempel, Stadtbauinspektor Hirschmann, Höhrath,
Kolbe, v. Mayenburg, Menzel, die Bauräte Tscharmann und Vieh-
weger und Prof. Wrba. Stadtbaurat Erlwein hat das Bauamt und
die Ausführung der von ausländischen Architekten im jeweiligen
Nationalstile entworfenen Bauten der fremden Staaten geleitet.


Wirtschaftsgebäude auf Gut Zehna.
Pferdestall.

Architekten : H. Distel & A. Grubitz, b.d.a.,
in Hamburg.
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