Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 3.1969

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späteren gotischen, Renaissance- und Barock-
Ergänzungen von grosser Bedeutung für die
ganze Geschichte der Kunst nicht nur des Gebietes
von Liptov, sondern auch für die Kunst der
ganzen Slowakei. Ausserordentlich wertvoll ist
auch das Renaissance-Barock-Interieur.
Am Anfang der Planung des Stausees wurde
damit gerechnet, dass die Kirche an ihrem ur-
sprünglichen Platz belassen wird, wobei sie vor
der steigenden Flut mit Dämmen geschützt
werden sollte. Spätere Berechnungen haben jedoch
erwiesen, dass die Dämme nicht nur für eine
maximale Höhe der Wasseroberfläche, sondern
auch für katastrophal angestiegene Gewässer
und Wellen dimensioniert werden müssten; dies
hätte zur Folge, dass die von einem so mächtigen
Damm-Ring umwallte Kirche für den menschli-
chen Horizont, also vom Boden gesehen, verloren
ginge, nachdem nur ihr Dach sichtbar bliebe.
Eine derartige Lösung würde ausserdem eine
Reihe von technischen Problemen heraufbeschwö-

ren, wie z. B. die Notwendigkeit einer ständigen
Ableitung des durchsickernden Wassers, einer
nachträglich vorzunehmenden, perfekten Isolie-
rung des Baues, Sicherung gegen Abrutschen,
Ausbau einer Zufahrtsstrasse und ähnliches.
In Anbetracht dieser Umstände erscheint diese
Art der Rettung der Kirche wenig effektiv und
dabei fast so kostspielig wie alle übrigen Möglich-
keiten.
Die grösste Komplikation, die beim Belassen
der Kirche an ihrer jetzigen Stelle entstehen
würde, ist die potentielle Gefahr, dass zofolge der
Veränderungen der hydrologischen Verhältnisse,
die nach dem Auffüllen des Stausees erwartet
werden, mit einem Abrutschen der oberen Bo-
denschichten an der schiefen Ebene der felsigen
Unterlage gerechnet werden muss; so ein Herab-
rutschen würde das ganze Objekt mit sich
reissen. Ältere und neuere Risse an den Aus-
senwänden weisen darauf hin, dass eine derartige
Bewegung — auch wenn nur in einem geringen

Maro., Bezirk L. Mikuláš. — Römisch-katholische Kirche — Interieur (Photo Juřík)


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