Deutscher Wille: des Kunstwarts — 30,1.1916

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keit, Herzlichkeit, Tatkraft und Begeisterung. Wenn man dem philosophi»
schen Idealismus der deutschen Vergangenheit einen neuen Weg in die
kommenden Pflichten graben will, dann soll auch diesem Geist die Bahn
aufgeschlossen werden, bei dem die idealistische Gesinnung die klare Lin-
sicht und Beherrschung der Wirklichkeit fand. Theodor Heuß

Aus Lists Werken

Die deutsche Nation

Tag zu Tag müssen die Regierungen und Völker Deutschlands
Hmehr zur Linsicht gelangen, daß Nationaleinheit der Fels ist, aus
» ^^welchem das Gebäude ihres Wohlstandes, ihrer Lhre, ihrer Macht,
ihrer gegenwärtigen Sicherheit und Lxistenz und ihrer künftigen Größe
zu gründen sei."

„Der Zollverein soll die Deutschen ökonomisch und materiell zu einer
Nation verbinden; er soll in dieser Beziehung nach außen die Nation
als ein Ganzes kräftigst vertreten, und durch die Wahrung seiner aus«
wärtigen Gesamtinteressen wie durch Beschützung seiner innern Gesamt--
produktivkräfte die materielle Kraft der Nation stärken; er soll durch
Verschmelzung der einzelnen Provinzialinteressen zu einem National-
interesse das Nationalgefühl wecken und heben; er soll nicht bloß die
Gegenwart, sondern auch die Zukunft der Nation im Auge haben; die
einzelnen deutschen Provinzen sollen stets des Spruchs eingedenk sein:
was helfe es dir, so du die ganze Welt gewännest und nähmest doch Schaden
an deiner — Nationalität."

Die Franzosen

„Die Franzosen, daran ist kein Zweifel, sind eine tapfere und hoch-
begabte Nation, aber die Natur hat der gallischen Rasse diejenigen
Ligenschaften versagt, die erfordert werden, um eine Nation auf den
höchsten Standpunkt der Macht und des Reichtums zu erheben. — Sie exzel--
lieren weder in Ackerbau noch in den Manufakturen, weder im Handel
noch in der Schiffahrt, und ihre Erfolge in diesen Fächern haben sie haupt--
sächlich denjenigen Provinzen zu verdanken, in welchen der germanische
Geist vorherrscht, nämlich: Llsaß, Lothringen, die Normandie und Fran--
zösisch-Flandern. Niemals ist eine Protektion stark genug gewesen, ihre
Handelsschiffahrt und ihre Seefischerei emporzubringen. Niemals haben
sie es dahin bringen können, große Kolonien zu gründen, zu zivilisieren
und zu behaupten, geschweige denn ihnen eigenes Leben und eigenen Geist
einzuflößen. So fehlt ihnen das Fundament zu einer großen Seemacht.
Auch ist ihre Flotte zu allen Zeiten ein erkünsteltes Ding gewesen, eine
Art Maulesel, der unfähig ist, seine Rasse fortzupflanzen und wenn er
verloren geht, nur durch künstliche Erzeugung und durch langwierige Nach--
zucht wiederum ersetzt werden kann."

„Die Franzosen haben nie aufgehört und werden nie aufhören, den
Rhein zur Grenze zu begehren."

Die Russen

„Rußland, das bloße Konglomerat einer Menge von Barbaren, ver--
dankt sein Wachstum und seine Größe hauptsächlich einer absoluten Ge-
walt, die teils auf die überströmende Zivilisation Deutschlands, teils auf

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