Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 2): Die Kunstdenkmäler des Kreises Villingen — Freiburg i.Br., 1890

Page: 28
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdm2/0035
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
28 KRKIS VI LUNGEN.

Der nordwestliche Theil der Stadt Geisingen ruht auf einem alten Fried-
hof; welcher Zeit er angehört, ist bis jetzt nicht bekannt. (Riez le r Schriften d
Vereins für Gesch. u. Naturgesch. d. Baar III. 1880, pag. 286.)
Köm. Re«te Römische -Reste'■:• 1880 wurde eine unkenntliche Kupfermünze aus der

Kaiserzeit .bei Anlage einer Wasserleitung gefunden, (ß.J
Pfarrkirche Pfarrkirche (ad S. Nicolaum). Einschiffiger, Hachgedekter und vielfach ver-

zopfter spätgothischer Bau. Der Thurm gehört noch der romanischen Zeit an. An
der Ostseite ein romanisches, in der Hohlkehle mit Kugeln besetztes Fenster, dann
kleine spätgothischc Fensterchen mit Dreipässen. — Die Schifffenstcr zweigeteilt,
mit Fischblasenmaasswerk. Westportal mit übergreifendem Stabwerk, gez. 155.8
sehr einfach gehalten. Ucber dem Portal sieht man die bekannten Längsrillcn

Deckengemälde — An der Decke (Holzplafond des 17. Jhs.) geringe Gemälde (Apostel, Auf-
erstehung des Herrn u. s. f.)
Epitaph An der Schiffswand Steinepitaph eines Herrn von Staffeleck, fürst!

Statthalters, gest. Mai 1621, mit halbverdecktem schönem Wappen.
Heil. Krem- Heil. Kreuzkapelle, erbaut 1741. Runder Chor mit Schiff, das Ganze ist so

angelegt, dass letzteres bei dem projeetirten, jedoch nie zur Ausführung gelangten
Ausbau Querschiri geworden wäre. Innere Ausstattung ohne Kunstwcrth. Ucber
die Entstehung dieser Wallfahrtskapelle s. Barth a. a. 0. 181 —184.

WaipurKi*kapeiie WalpÜTgiskafielle. Der jetzt (s. 1885) gänzlich erneuerten und vergrösserten

Kapelle ging ein gothisehcr Bau voraus, dessen Chor im "/s geschlossen war. Kr
hatte zweigeteilte Fenster mit Vierpässen, die Sacristei ein Gratgewölbe und eine
kleine gothische Nische.

Diese Kapelle wird urkundlich erwähnt 1470, April 27, wo Egen Graf zu
Fürstenberg, Landgraf in Bare und Herr zu Gisingen, den B. Herman zu Constana
ersucht, die ewige Jahrzelt und Brüderschaft zu bestätigen, welche er mit HÜlra
und Zustimmung Herrn Burkharten Angerers, des Kirchtierrn, auch des Schultheissen
und Raths zu Gisingen in der Kapelle zu St. Waldburg Kirche gestiftet hat (FU. IM
No. 568. IV No. 536. Riezler Gesch. d. Hauses Fürsten!). S. 350 f.). Nach
dem 1530 erneuerten Bruderschaftsrodel hat Graf Egen ausser einem Verraächtniss fn|
die Confraternität 'den halbtail hanfsoinen des hanfzehenden zu Gysingen an das
Hecht im kor bemelter capell vor Unser Frowen altar verordnet' (FU. IV 487,3)-
Nachdem Graf Egen von Fürstenberg-Geisingen 14H3 (April 28.?) in Donaucschingen
verstorben war, setzte man ihn im Schiff der Waldpurgiskapelle in Geisingen bei
und bedeckte sein Grab mit einer Steinplatte (Abbildung FU. IV No. 31, p. 2i
und Riezler a. a. O. 351.)» deren theilweise zerstörte Inschrift besagt: Jt'llö

bonrini mtccclnxiii: tät n.ulj her jjefe ftrijti bei fcufcVjicr uev ehrt Uifll
ßefionn gtaf j fen C0en fem ßtftenltecg || l'jtff got her Kl im bfer fco nmc___

Unter dem Wappen das Datum A%%3 Die Halle wurde 17öS, um sie vor völlige
Zerstörung zu bewahren, aufgehoben und an der rechten Wand des Chors aiUjj
gerichtet, jetzt stellt sie an der Rückwand des Schiffes.

im Schiff und an der Stirnwand befanden sich vor der Restauration, bezw.
dem Umbau noch vier Epitaphien fürstl. turatenbergischer Beamteter. Es kann

[7«]
loading ...