Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 2): Die Kunstdenkmäler des Kreises Villingen — Freiburg i.Br., 1890

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AMT VILT.INGEN. — S. GEORGEN. 83

Die Hauptquelle für die Geschichte des Klosters ist die N o t i t i a fundationis,
aus welcher bereits Crusius (Ann. Suev. II, libr. II c 3) und ihm folgend
F. Petrus (Suevia ecelesiast. S. 349) einige Blatter abgedruckt hatten und deren
hoher Werth allseitig anerkannt ist, wenn auch einzelne Thcile den darin erwähnten
Vorgängen nicht völlig gleichzeitig, sondern vielleicht erst nach Verlauf von Jahrzehnten
redigirt worden sind (v. Schreckenstein a. a. 0. S. 339.) Danach stiftete
ein Dominus Hezelo in Verbindung mit Hesso, der als homo curialis bezeichnet wird,
in jener villa Walda ein Monasteriohun. Dass darunter nicht, wie altere Historiker
(Gerb er t, Neugart, Kolb) und das Wirtb. Urkdb. II 12 annahmen, die
Burg Waldau zu denken ist, hat Bader (Ztschr. IX 194 f.) festgestellt, welcher
das heutige Königseckwald bei Hosskirch an der Strasse von Aishausen nach'
< isienieh, im alten Eritgau, welchen das alshausische Grafengeschlecht erblich ver-
waltete, ermittelt hat. Als Gründungsjahr wird [083 angegeben. Schon sehr bald
überzeugte man sich, dass Walda zu einer klösterlichen Niederlassung ungeeignet sei
und übertrug dieselbe in die Eaar, wo Hezelo und Hesso in der rauhen Wald-
gegend zwischen dem Bergrücken, der sich vom Kesselberg gegen Osten zieht,
auf den Höhen gen Marienzell hin und dem Hauptgebirgszug des Hochwaldes
und Rossberges ('monticulum, sagt die Notitia, arborum densitate eonsitiuu
et horrore sylvatico squalidtim, ubi nondum fuerat vel umun domicilium') ein neues
Kloster binnen (1084), dessen Kapelle im folgenden Jahre durch B. Gebhard von
Konstanz eingeweiht wurde (Vgl. Ladewig Regg. Epp. Const. No. 328.
Hcnking a. ,1. (). 26 f.). Die Weihe fand in Gegenwart des Abts Wilhelm von
Hirsan am 24. Juli stillt. Bei der feierlichen Verkündigung der von Rom genehmigten
Verpflanzung des Klosters Walda mit allem Zubehör nach S. Georgen und einer
neuen Schenkung der Gründer wohnten Gebhard und Wilhelm v. Hirsau ebenfalls
bei (Ladewig No. 530). (1086, Apr. 18). Im J. 1090, Nov. 30 weihte Gebhard
einen S. Johannisaltar im Kloster S. Georgen (Ladewig No. 550). Uebcr An-
feindungen des Klosters durch die ^Einwohner von Aasen 1092—96 vgl. FU. V
«No. 70. Es wird päpstlicherseits in Schutz genommen (eb. No. 72. 91. gj), auch
im 12. Jh. durch Alexander III 1 170 (Neugart Cod. dipl. II 105) und P. Lucius III
1 183 (eb. II 1 10) bestätigt, wobei unter den Besitzungen auch die Cella Warysvilla
und die Cella S. Marci, gestiftet von dem Pfarrer Semannus, in Gebweiler 1105,
(vgl. Kraus Kunst u. Altcrlh. in EL. II 433) erwähnt werden. Auch königliche
Bestätigungen werden aufgeführt (Privileg Heinrichs V 1108, Gerbert, Hsn.
III No. 2g; Rudolfs 1282.cb.N0. 150, Karls IV eb. No. 225). Im J. 1224, Oct. 2 1,
brannte das Kloster ab (Ann. S. Georgii, MG. SS. XVII 2g? ; Neugart
a. a. 0. II 425. FU. I No. 257), 1223 gab der Cardinal Konrad dem Abt und Convent
die Erlaubniss, die Einkünfte der Kirchen, in denen ihnen das Patronatsrecht su-

, Stand, drei Jahre lang zu Gunsten des Neubaues zu verwenden. Diesem Baue
des 13. Jhs. durften die wenigen Reste von Architekturstucken angehören, welche
sieh noch erballen haben (s. u.). Im J. l!31 schenkt Egino Graf von Urach und
Freiburg dem Kloster einen Acker in Lydringen, aus dessen Ertrag li.int oblatae
•"I Salutares hostias corporis Donhni eonsecrandas (Neugarl a. a. (I. II 163).
Von einer Stiftung ewiger Lampen erfahren wir 12S2 (FU. V No. 223), bei

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