Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 47.1897-1898

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Kleine Nachrichten.

spielen die Abzeichen der Rechtspflege eine bedeut-
same Rolle. Die gesammte Tischlerarbeit dieses
Saales — sowohl die Bücherregale und die Ver-
täfelung, wie das Mobiliar — wurde von lv. Schrö-
der ausgeführt; die Verglasung des Oberlichts,
welche für die Wirkung des Raumes nicht unwesent-
lich ist, erfolgte mittels „gewellt-Opal-Glas" aus der
Fabrik von F. v. pofchinger in Buchenau. — Tine
Ergänzung der schon früher gebrachten Stuckaturen
bildet die Mittelverzierung eines der Aorridor-Areuz-
gewölbe (Abb. 39); dieses Ornament gehört zu den-
jenigen, welche bei aller Harmonie mit der Barock-
architektur und den Barockornamenten dennoch völlig
in modernem Geist gedacht und ausgeführt sind.
Allerlei Wasserpflanzen sind hier durch geschickte
Massenvertheilung und Linienführung zu einer an-
muthig lebendigen und doch ruhigen Gesammt-
wirkung vereinigt. L.

ferne (Nachrichten.

Vereine, Museen, Schulen, Aus-
stellungen, Wettbewerbe re. Mr

35—38. Schmiedeiserne Thürbänder. Entwürfe von K. G r osß.

-^iiie Schule für Thearermalerei beabsichtigt
Intendant v. possart in München im Herbst
dieses Jahres einzurichten, wofür er sich der Unter-
stützung der Professoren v. Lenbach und Rud. 5eitz
versichert hat; außerdem soll eine Lehrkraft aus Wien
an die Schule berufen werden.

0tto Eckmann, ein geborener Hainburger, in den
letzten Jahren in München ansässig, hat eine
Berufung an die Aunstgewerbeschule zu Berlin er-
halten, wo er vom Herbst an thätig sein wird. Eck-
mann gehört zu jenen Malern, die sich mit besonderer
Zuneigung und außergewöhnlichem Verständniß der
Aleinkunst zugewandt haben; ihm verdanken die
neuerdings in Aufschwung kommenden Scherrebecker
Handwebereien ihre künstlerische, ungemein dekorative
Erscheinung. Zahlreiche Initialen und andere Druck-
verzierungen im „pan", in der „Jugend" rc. legen
Zeugniß für seine Begabung und sein vielseitiges
Streben ab. In gleicher Weife hat derselbe den
Buntpapieren, den Schmiedeisenarbeiten, den mehr-
farbigen Holzschnitten seine Aufmerksamkeit zuge-
wandt. Inr Laufe des letzten Winters erlernte er
gelegentlich eines längeren Aufenthalts an der Riviera
die Spitzenklöppelei, um auch dieser Technik neue
künstlerische Vorbilder zuzuführen. bl.

prau Anna Schepeler-Eette, die langjährige
O Vorsteherin des „Lette-Vereins", welcher die För-
derung der Erwerbsfähigkeit des weiblichen Geschlechts

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