Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 47.1897-1898

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Unsere Bilder.

578. „Bierhalle" im k. lsofbräuhause zu München.

init kräftiger Dekoration versehener Spiegelrahmen,
und ein paar Geburtstagswünsche mit aufgemalten
und ausgestochenen Blumen. Als ein hervorragendes
Stück in diesem Raume muß ein Tellerbrett mit
Glasschrank bezeichnet werden und namentlich ist
sein Inhalt für jeden Kunst- und Alterthumsfreund
hochinteressant. Die blanken Zinngeräthe, Bierkrüge,
Teller, Schüsseln, Leuchter, die Gläser mit Blumen-
malerei und Zinndeckeln, gelb bemalte Zinnleuchter,
Thonkrüge u. a. m. inachen einen hocherfreulichen
Eindruck. Daneben an der Wand eine Geldkatze
und weiterhin in einem Lederriemen Messer, Gabeln
und Löffel. Die darüber hängende originelle Wanduhr
könnte unschwer einem modernen Künstler als Bor-
bild dienen. Zur Rechten beschauen wir noch den
gelb und in: Stile des Barock gehaltenen Ofen,
sowie den in der Witte stehenden großen Tisch und
die Schemelstühle; ferner intereffiren wir uns für
den prächtigen großen Krug mit seinem Winden-
blätter-Grnamente, die stattliche kupferne Wärmffasche
mit eingravirtem naturalistischem Schmuck, die kleine
Laterne mit ihrer grünen Butzenscheibe, das mit
Schnitzereien verzierte Wangelbrett und andere Kleinig-
keiten mehr. — Noch kann mitgetheilt werden, daß
bereits wieder an der Ausstellung eines anderen
Zimmers gearbeitet wird und daß noch sonst
mancherlei Neues vorbereitet wird. hoffentlich
führen die erfreulichen Anfänge des Museums dem
Vereine recht viele neue freunde und Gönner zu, die
ihr Interesse an der Sache in irgendwelcher Weise,
durch Eintritt in den Verein oder auch durch Ge-
schenke mancherlei Art bethätigen. F. B.

nfere (Kikder.

Wit wenigen Ausnahmen fallen alle
Textabbildungen dieser Nummer in den
Rahmen der Hauptaussätze derselben. Der Eckmann-
sche Ehrenpokal (Abb. 580 u. 58 h ist ein „Wander-
preis" der Stadt Berlin, der unter Unfftänden jahr-
zehntelang von einem Gewinner zum andern zu
wandern gezwungen ist, und darum widerstandsfähig
gegen die Fährlichkeiten häufiger Verpackung und
Versendung sein mußte. Die Ausführung erfolgte
in polirtem Silber unter theilwciser Anwendung von
weißem und blauein Email.

Die Tafel — Glasbildentwurf von Feldbauer
— bedarf keiner Erläuterung.

Die Abbildungen aus der Ausstellung (549—567
u. 582—584) konnten in dem begleitenden Text theils
nur flüchtig, theils noch gar nicht näher besprochen
werden; als Ergänzung dienen noch folgende An-
gaben. Heber die Kiffen Überzüge (549 u. 50, 552
bis 555) schicken wir hier einige Angaben voraus,
die mit Rücksicht auf die farbige Wirkung etwas aus-
führlich werden müssen. — Die figürlichen Stickereien
besitzen einen ganz besonderen Reiz. Die rothhaarige
Eisläuferin (552) in ihrem grünen, mit weißem
pelz verbrämten Kleid, weißein Federhut und Wuff,
gleitet mit unverkennbarer Gewandtheit über die
graue, von einem Schneefeld begrenzte Eisfläche da-
hin; Streifei: grünen Angers und blaue Berge be-
grenzen den Horizont, über welchen: der geröthete
himinel durch leichte Wolkenzüge (in weiß) belebt wird.
In dunkelgelbes Gewand, braune Strüinpfe und
rothe Wütze ist die Radlerin (555) gekleidet, wodurch
sie in trefflichen Gegeiffatz zu den moosgrünen Feldern
und den: blauen hinnnel tritt; der Rand ist über-
wiegend in violetten Blumen auf weiß gestickt. —
Die blondgelockte Spaziergängerin (554) trägt rothes
Kleid, grüne Handschuhe und grünen Hut; der grüi:e
Wiesengrund, über den sie dahin schreitet, verliert sich
nach hinten in einem stunrpfen Blau. Rand: blau
gestickt. -— Die weißgekleidete, dunkelhaarige Hirtin
scheint die ihrer Dbhut anvertraute Schaar soeben
den gewohnten Ställen zuzuführen; denn hinter dem
grünen Wiesenplan und den blauen Bergen geht
blutigroth bereits die Sonne unter.

Unter den Arbeiten von Wilheln: und Lind
(Abb. 558, 564> 565, 567) befinden sich mehrere
nicht ausgestellte; wir glaubten aber, dieselben hier
vorführen zu sollen, um ein abgerundeteres Bild der
Thätigkeit dieser Künstler zu geben.

Zu heiden's Tha:npag::erschale ist zu ben:erken,
daß sie mit einer andern, bei der ein nackter Wann

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