Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 47.1897-1898

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Kleine Nachrichten.

Gedanken der deutschen Nationalfeste unmittelbar
verständlich zum Ausdruck bringen. Dies ist mehr
durch Bildwirkung als durch Schrift anzustreben.
Da eine Perstellung in großen Mengen beabsichtigt
ist, so gilt möglichst einfache Vervielfältigungsweise
bei geringster Aostspieligkeit als Vorzug. Die wesent-
lichen Bedingungen sind daher: künstlerische Voll-
endung — klare, durch Bildwirkung erzielte Sprache
— gleichzeitige Verwendbarkeit des Plakats oder eines
Theiles des Plakats als Sinnbild. Zur Theilnahme
an diesem Wettbewerb sind alle deutschen Aünstler
des In- und Auslandes zugelassen, die deutsche Reichs-
bürger sind. Zur vertheilung kommt ein einziger
Preis von (000 Akk. für den besten zur Aus-
führung angenommenen Entwurf. Ist eine gleich-
zeitige Verwendung als Plakat und Sinnbild nicht
möglich, so erhält der beste Entwurf zu einem Plakat
500 Mk., der beste Entwurf zu einein Sinnbild eben-
falls 500 Akk. von einer preisvertheilung wird
abgesehen, wenn kein Entwurf sich zur Ausführung
eignen sollte. Die Entwürfe des Plakats wie des
Sinnbilds sind vollständig ausgeführt in Naturgröße
bis zum (5. Dezember (8ß7 dem Generalsekretariat
für deutsche Nationalfeste, München, Galeriestraße (5,
einzureichen, von wo auch die genauen Programme
für das Preisausschreiben zu beziehen sind. Preis-
richter: die Aünstler v. Len b ach-München, Dill-
München, AüHI-Dresden; ferner die Abgeordneten
v. Schenckc nd orff-Görlitz und Dr. Bittinger-
Elberfeld, sowie pofrath vr. Rolfs-München. Die
mit Preisen ausgezeichneten Entwürfe werden Eigen-
thum des Ausschusses; die übrigen gehen an die
Bewerber zurück.

-»Wettbewerb um Entwürfe für ein Raifer
Wilhelm-Denkmal in Nürnberg; ein in
Nürnberg gebildeter Ausschuß schreibt mit Termin
zum (. Juni (8ß8 den genannten Wettbewerb unter
deutschen Aünstlern aus. Als Ausführungssumme
sind 200000^ festgesetzt; für die Aufstellung ist der
Egydienplatz in Aussicht genommen. Näheres nach
Einlauf des Programms.

Gür die Erweiterung des Rarhhauscs in Aachen
O (Bausumme 600000 >Jt) ist ein Wettbewerb in
Aussicht genommen; Näheres nach Einlauf des Pro-
gramms.

Hm Modellirthon feucht zu erhalte» hat eine
Düsseldorfer Firma ein Mittel erfunden, das sie
Alumfluid nennt; durch dieses Mittel soll der Mo-
dellirthon dauernd feucht erhalten werden, selbst bei
jahrelangem Lagern. Das lästige Besprengen mit
Wasser käme damit in Wegfall; auch nach langen
Pausen soll man ohne besondere Vorbereitung wieder
am Modell weiter arbeiten können.

nfere (Bikder. MZL

Die in diesem peft (S. (—isO) ent-
haltenen Abbildungen sind theilweise
durch die begleitenden Texte erläutert, und zwar die
der VII. internationalen Ausstellung zu München
entnommenen (2—26) auf S. (7 ff., — die Einzelheiten
aus dem Münchener Iustizpalast (50—5<( und 59)
auf S. 55, — das Vollbild von Sascha Schneider
auf 5. ^0. — Die bei 5. 5 eingeheftete Taf. ( ist
ein Theil des von Maler Wilhelm vo lz eingereich-
ten Toncurrenzprojects zur Ausmalung der Auppel
im östlichen Friedhöfe Münchens; wir behalten uns
vor, später noch weitere Arbeiten desselben Aünstlers
zu bringen, wobei dann auch jene Toncurrenzent-
würfe beleuchtet werden sollen. — Die Zierleisten
von Bek-Gran (Abb. I u. 27) und von K. Roß-
in a n n (Abb. 28), ebenso die lebendigen Fischstudien
(denen noch weitere folgen werden) von p. Bürck
bedürfen keiner Erklärung. —~ Wohlgelungene ver-
suche, der einheimischen Pflanzenwelt entnommene
RIolive auf eiserne Thürbänder zu übertragen, zeigen
die Entwürfe von A. Groß, der schon in seinen
Zinnarbeiten (Abb. 2(—25) gleiche Bestrebungen
gezeigt hat. — Den Schluß machen drei alte
Schmiedearbeiten; wir werden in den nächsten peften
eine größere Anzahl alter, aber noch immer muster-
gültiger und zu neuem Schaffen anregender Arbeiten
aus verschiedenen Zeiten und Techniken vorführen.

G.

om (Büchermarkt.

meisterwerke der Holzschneidekunst.

Neue Folge, peft 5. Zwölf
Zeichnungen von Sascha Schneider. Leipzig (897.
I. I. Weber. Preis Mk. *(.

Eine im verhältniß zum Inhalt und zur Ge-
diegenheit der Ausstattung außerordentlich preiswertste
Veröffentlichung! Sascha Schneiders Tartons haben
in den letzten Jahren viel von sich reden gemacht.
Sie verdienen die allgemeine Beachtung als die über-
raschend fertigen Leistungen eines noch sehr jugend-
lichen Aünstlers, der mit sicherem zeichnerischen
Aönnen und selbständiger Auffassung Vorwürfe einer
Gedankenkunst großen Styls zu behandeln unter-
nommen. Der „große Styl" ist freilich mehr durch
äußerliche Mittel - Einfachheit des Motivs und
der Anordnung, archaistische Attribute rc. — an-
gestrebt, als durch innere, packende Araft des Vor-
trags wirklich erreicht. Die mit Vorliebe dargestellten

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