Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 23.1888

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Nr. 5.

Iahrganq.

! 887/88.

Aunstchronik

27. Oktober.

lvochenschrift für Runst und Aunstgewerbe.

Ankündigungsblatt des Verbandes der dentschen Annstgewerbevereine.

Lserausgeber:

Carl v. trü^ow und Arthur ^)al>st

wicn Berlin,Vc.

Chcreflanumgaffe 25. Aurfärstenstraße ö.

Lxpedition:

Leipzig: L. A. Secmann, Gartenstr. tä- Berlin: w. h. «nstl, Zägerstr. 72.

^ Aunstchronik erschein, von Dktobcr l'is Lndr guni wöchcnllich, im guli, August und Scplcmbcr nur aller II Tage und kostet in verbmdung
dem Au n stgewerbeblatt halbjährlich S Mark, ohne dasselbc ganzjährlich S Mark. - Znscratc, ä Z!> pf. fär di- dreisxaltige pentzeile,
"°hn,en außcr der verlagshandlung dic Annonccnexxeditionen von haasenstei» L voglcr in Leixzig, wien, Berlin, München u. s. w. an.

Li„ englisci'eg Sandbuch der italienischen Malerschulen. - I°l,n webbcr und dic Lrfindung der Lithograxlfie. - A. Schwcningerch -
Preisvcrtcilungc/, a»s Anlaß der akademischeu Aunstausstcllung in Berlin. - S. Seitz in Ron,. — Deutsch-nationale Aunstgewerbcaus-
stellung zu Münchcn im lahre s8S8. - winterfest der Düffcldorfer Aünstler: Abtdcnkmal in Braunschwc.g; «r„nn,-DenkmabAngclegen-
heit; wiederherstellung der Türmc der hauxtkirche von Wiener-Neustadt s Tls. hansen; h. v. Angeli's Anicstück von A. Ach-nbach.

^tuttgarter Runstauktion. — Inserate. __^

Ein englisches Handbuch der italienischen
Malerschulen. ^)

Seit einer Reihe von Jahren hat das rege Ver-
l^ugen der Gebildeten in England nach gründlicher
Velehrung über die italienische Kunstgeschichte Be-
sriedignng gesucht in den zahlreichen dentschen Lehr-
uud Handbüchern, welche in englischen Übersetznngen
riue ziemliche Verbreitnng gesunden haben. So eine
isusaninienfassende Bearbeitung von Dohme's Kunst
und Künstlern, eine Übersetzung der Pnblikation von
^oltmann-Woermann und mehreres andere. Neben-
)er geh^ Übersetznngen der älteren klassischen Werke
Lanzi und insbesondere 'Vasari, deren Wert das
^'glische Publikum mehr zn erkennen scheint, als das
deutsche, Kürzlich ist nun auch das ältere Handbuch
^°u Kugler in einer neuen, der fünften englischen
'insgabe von der Verlagsbuchhandlung von Vinrrat)
uusgegeben worden. Die Umarbeitung stammt aus
der Feder des als Assyriolog und Diplomat welt-
bekannten Sir Henry Layard. Eine Reihe außer-
ordentlicher Vorzüge zeichneu gerade dieses Handbuch
dor all seinen Rivalen glänzend aus, — weshalb es
uuch sofort in England als jenen in vielen Beziehungen
weit überlegen allgemein anerkaunt worden ist, so daß
die starke Auflnge, wie wir hören, alsbald eiuen Neu-
druck im Gefolge haben wird. Daß von dem gnten-
teils veralteten Kuglerscheu Text nur sehr wenig bei-

1) Utmcldootc ot Unintlntz'. ll'ds Itatinn Letiools. Lz:
^ - U. I,g.)-g.i-(I. I,on«Ion 1887, äolm Zlnri-gz'.

behalten sei, daranf läßt schon der Wortlaut des
Titels schließen: „Handbnch der Malerei. — Die
italienischen Schulen. — Basirt auf das Handbuch
von Kugler. — Ursprünglich heransgegeben von Sir
Charles Eastlake, Präsidenten der königlichen Akademie.

— Fünfte Ausgabe, gründlich revidirt und zuni Teil
ncu verfaßt (rovritten) von Austen Henry Layard", w.
Durch Eastlake hatte eben Kngler in England eine
Popularität erlangt, wie sie keiner jener deutschen
Nachfolger beansprnchen konnte. Jn seine Stellc tritt
nunmehr ein englischer Name, dessen Autorität auf
diesem Gebiete — Layard ist einflußreichster Trustee
der Nationalgalerie — eine längst anerkanntc ist.
Sir Henry Layard ist selbst Sammler, und seine Ge-
mäldesammlung im Palazzo Capello am Canal Grande
in Venedig zählt jetzt zu den gewähltesten unter dcn
Privatsammlungen Jtaliens. Dnrch seine Reisen ist
er mit den Gemäldegalerien Europa's wohl vertraut.
Als Schriftsteller auf dem Gebiete der italienischen
Malerei hatte er sich frnher bereits durch Abhand-
lungen bekannt gemacht, z. B. in Textbeilagen zn den
Publikationen der Arundel-Gesellschaft und nenerdings
in einem höchst interessanten Aufsatze über die ge-
schichtliche Entwickelung der englischen Nationalgalerie
in der i^nartsrlz- Rsvisv (Nr. 326, Sktober 1886).
Seine besonderen Vorzüge als Kunstschriftsteller licgen
in der großen Klarheit, Bestimmtheit und Einfachheit
seiner Sprache. Vielleicht noch höher diirfcn wir es
dem Verfasser dieses neuen Handbuchs der Malerei an-
rechnen, daß er in seinen Meinungsäußerungen un-
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