Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 23.1888

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Kunstlitterntur uud Kunsthandel. — Preisverteiluugeu. — Personalnachrichlen.

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zehnte (unter dem Buchstaben 0) hinzuzufügcn. Die
Blcitter tragen folgende Fnschriften:

1. Iig. Lsxnlürs Lninol 'chdomns nnx Itinärs (Vgl.
H 34, wo dns Blatt bezeichnet ist: „LsMltnrs äs
8nnt Pboinns nnlx Inäss"). 2. IIn Psinxls äs xnix.

з. Vsstibnls nntigns. 4. ?our nns sorps äe loZis

sslon I'nntigns. 5. VsstibnIIs nntnins. 6. I?ortisrs
än tsnrpls äs osres. 7. I-s tsinpls äs Innstins
(Vgl. 3. 16). 8. ^.vnnt äu tsinxls äs tnnstins.
9. Isnipls nntigns. 10. I?onr nns oböinins. 11. ss-
pnltnrs nntigns. 12. Vntrss nntigns. 13. I'onr
nns äsvant äs Oorxs sslon I'antigus. 14. Vro nntigns.
15. ^.ro nntigns. 16. Iiss nros äs OnnZrss (Vgl. II
15). 17. Oss IinIIss nntignss äs Visnns (vgl. H 3

и. 17, 3. 15). 18. ?onr nns olisniins sslon I'nn-

tigns (vgl. II. 52, abgebildet bei Geyinüller, Tafellll).
19. I'our nns pnis sslon 1'nntigns (vgl. m 8, abge-
bildet bei Geymüller, Tafel II). 20. 21. konr nns ln-
onrns antigns. 22. Hontains nnticins äans Iss oba-
tsanx äs äiion. 23. ^.ro anticins. 24. konr nns
tontnins. 25. I'onr nns puis sslon 1'nntigus.
26. IiOFis nntigns. 27. ^ro nntigns. 28. ?onr nns
AnIIsris sslon I'nntigus. 29. Isnixls nnticins. 30. I'onr
nns olisininos sslon I'antigns. 31. 3n pourtisrs äe
änpxitsr.

Da ich die von Geymüller beschriebenen Samm-
lnngen mit der Dresdener nicht vergleichen kann, so
mns; ich es dahin gestellt sein lassen, vb die letztere viel
Neues bringt. Jm wesentlichen scheint sie sich mit
der Sammlnng 3, früher Hamilton, dann Destailleur
in Paris zu decken.

Ferner besitzt das Dresdener Knpferstichkabinet,
wclches sonst nicht eben reich an Stichen Du Cerceau's
ist, ein in blanes Papier gebundenes Heft, in welches
34 seiner Stiche eingeklebt sind. Auf der ersten Seite
findet man das Titelblatt der Ausgabe der Trinmph-
bogen von 1550. Einzelne Blätter sind, lvic dies
öfter vorkommt, vom Meister selbst mit Tinte be-
zeichnet. Und zwar sind es folgende:

Blatt 1. Lanotns pstrns in niontorio 3r(anmnts).
2. Intsrior ortlioZrnpIiia. xantlisi nnno inarias ro-
tnnäas. Uo(inannin). 6. Uortions tsmpli tanstinas.
Ro. Das Blatt entspricht nicht 0, 7 im Detail, son-
dern ist feiner gegliedert.) 7. tsrnplnin äovis. 8. tsin-
plnin nnts orbannin. 10- Vntsrior ortlioAraxllia tsnipli
llnoollü . Uo. 12. llsinplnin llsronlis. 14. tönipluw
insronrü. 16. tsinxlnin Ottonis, Konia Imp. 19.
tsinplnin minsrvns. 21. tsiniilurn Olanäii Iinp. Uo.
22. tsinplnni Vospasinni. Iinp. Uo. 23. tsinpluin
Väonis. 25. tsinplnin lillsrtatis. Uo. 28. tswpluw
vsstas. 30. Iswplnw vsnsris. 31. llswplnw 3s-
roni Iwp. Uoinns. 34. sx tswplo iiaois. Uo.

Cornelius Gurlitt.

Aunstlitteratur und Aunsthandel.

U. I!. Riegels Gesamtansicht von Nürnderg. Gesamtan-
sichten der Stadt Nürnberg in Kupferstich aus älterer und
neuerer Zeit sind nicht selten: doch sind die meisten derselben
von nur geringem künstlerischen Wert. tlm so größere Be-
achtung verdient eine von dem Kupferstccher Riegel in
Nürnberg (in weitern Kreisen bekannt durch seine gewissen-
haft korrekt gezeichneten Architekturstiche für die Berliner
Zeitschrist sür Bauwesen) soeben in Radirung auf Stahl
vollendete und im Selbstverlage des Künstlsrs erschienene,
echt künstlerisch behandelte Gesamtansicht der Stadt, gesehen
von der Höhe des runden Turmes auf der Veste. Diese Zln-
sicht (Bildgröße 6i> x 18 om) im Osten abschließend mit dem
sogenannten sünfeckigen Turm, dem ältesten Bauwerke der
Stadt, im Westen mit dem Tiergärtnerthvrturm, giebt ein
treues Bild der altehrwürdigen Stadt Nürnberg niit ihrer
noch ganz mittslalterlichen Anlage der Straßen üud Häuser
und den gotischen Dächern der letztern, sowie von dem land-
schaftlichen Charakter der Umgebung. Alle Einzelheiten sind
mit größter Sorgfalt, mit bewährter Meistcrschaft nach dem
Origmal gezeichnet. Trvtz dieser liebevolleu Behandlung
aller Einzelheiten ist das Ganze doch von einer über-
raschend malerischen Gesamtwirkung, namentlich auch vvr-
trefflicher Luftperspektive.

x. Die feierliche Aufbahrung Kaiscr Wilhelins ist von
Bernhard Mannfeld zum Gcgenstande ciner großen Radi-
rung gemacht worden, welche bei Paul Sonntag in Berlin
erschienen. Der Kaiser ruht auf erhöhtem Sarge; zur Seite
stehen Sessel mit den Reichskleinodien und Jnsiguien; sechs
riescnhafte Kandelaber erhellen die ergreifende Scene und
verbreiten Licht über den reichen ausgehäuften Blumen-
schmuck. Nach oben zu verliert sich der Schein in dem säulen-
getragenen Tonnengewölbe der Tomkirche. Die Mittelpartie
ist etwas klein und daher schwer zu erkenneu. Die Nus-
sührung ist sehr sorgfältig und sauber, das Architektonische
besonders vortrefflich gelungen.

j)reisverteilungen.

^ Die Ehremnedaille dcs Pariser Salons ist dem
Atalcr Eduard Detaille für sein Bild „Der Traum der
Soldaten" zuerkanut worden. Der deutsche Maler G. Küh l
hnt eine Medaille dritter Klasse erhalten.

personalnachrichten.

I>i . iui'. Paul Seidel, unser Mitarbeiter, ist zum
Dircktvrialassisteriten an den köuiglichen Museen zn Berliu
eruannt und dem Kupferstichkabinet überwiesen worden.

Der Maler Alexandcr Kips ist zum artistischen
Direktor der königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin er-
nannt worden.

Der englischc Historienmaler Sir Frederic Leighton,
Präsident der Akadcmie zu London, ist zum auswärtigen
Nitter des Ordens xour ts msrits ernaunt worden.

Jn Bestätigung der von der Genossenschaft der ordent-
lichen Mitglieder der Akadeniie dcr Ki'liiste in Berlin voll-
zogenen Viahlen hat der Kultusmiuister die Maler Prvfessor
Karl Becker, Professor Wilhelm Amberg, Professor Friedrich
Geselschap, den Bildhauer Professor Erdmann Encke, die
Architekten Geheimen Regierungsrat Julius Raschdorff und
den Regierungsbaumeister Schwechten zu Mitgliedern des
Senats der Akademie der Künste auf den Zeitraum vom
1. Oktober 1888 bis Ende September 1891 berufen.

Zum Direktor des Kestncnnuseums in Hannover hat
der Mägistrat Herrn vr. Schuchard, bisher Assistent an
den königl. Museen in Berlin, gewählt. Das Kestnermuseuiu,
für welches zur Zeit ein prachtvoller Neubau errichtet wird.
führt seinen Namen von dem Rentier Kestner, einem Enkel
der Charlotte Buff (Werthers Lotte), Neffen des bekannten
„römischen Kestner". Herr Kestner vermachte noch bei Leb-
zeiten seine von ihm und seiuen Vorfahren gemachten
Sammlungen, namentlich wertvoll in Gemälden, Kupfer-
stichen, Äünzen, Gemmen, Autographen rc., der Stadt
Hannover uno setzte außerdem noch lüvOOO Mk. zum Bau
des Museumsgebäudes aus. Das Kestnermuseum wird ferner
enthaltsn: das Stadtarchiv, die Stadtbiblivthek und die Cule-
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