Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein [Editor]
Die Rheinlande: Vierteljahrsschr. d. Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein — 5.1902/​1903

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Nu; „Liedes und öesange" von Mfon; paquet/

Motto:
MoHl hebt sich wie ein Meer verborgne fülle.
Doch Hält sie ein, vor iHrer freiHeit dang
Und keHrt rurück und wüHIet in der 8tille.
o
vor Herbst.
Ich geHe aufrecht von meinem leeren leide; ich trage
die letzte schaufel auf meiner 5chulter. Mein Leisig-
feuer verbrenne; ich gelt nach Hause.
Meine lenne rittert; e5 engen sich meine Keller. Vie
Sassen wirbeln von 5treu und unnützem Kraut. Nun
werd ich stille; nun geht alles Hinunter ru frost und
Nässe.
verweilen rollt die Srde, ein Lallen felder, erdfatzl und
abgeerntet, ein Sestrüpp mit stiebenden Mattern, Hin--
aus durch nebelnde Nächte und bleiche läge. Hinter
itzr schweift der Nauch der glimmenden Nckerbrände;
sie getzt Hinunter ru frost und Nässe.
stls sei die Mutter müde des legens der 8onne. IHr
Haupt verHüllt sie den krönenden Sternen.
o
Vas Mädchen klagt.
Mas geHn die Nächt so langsam Hi,
Vie schene vbedstunde.
Och lieber Heini, oHne di
Sen i wie a'gebunde.
Nm Obeds Hoscht di bei mi g'stellt
Hinter de Hopfestange,
Un noch der Kerch sen mer dorchs feld
Nm 8undags imme gange.
vo drob im Sichwald Hab i schier
Mannigs fiedel met der g'sunge,
Un bei der Kerbe Hoscht met mir
Slloi g'Hofirt un g'sprunge.
Och wann i an mein Heini denk,
Un den vagetz i nimme,
vann is mei Harr voll Srom un Kränk,
Un greine könnt i imme.

* 6. ö^otefche veUsgsduchbslidlung, Leilin 1902.

voller Drang.
Herr, mit deiner jungen fülle
5treif durch diese warme stacht,
lausend lröpflein rieseln stille,
lausend Mättlein wanken sacht.
lüfte, winde geHn rusammen,
Serges stdern recken sich.
stller Mesen tiefste flammen
Mallen, brausen feierlich.
Srotze Himmel, weite Meere
füHIen Drang und Sier und flutz.
Horch, des lebens dumpfe LHöre
Tagen dir den ersten Srutz.
5turm und frost.
In den Mantel geschlagen, verloren den Hut,
Im reHrenden Siswind mit Manderglut
schreit ich voran.
weit gellt die stacht wie standitenpfiff.
wie blank der Tturm sich die 8terne schliff!
In den fisten sie rucken wie spitze flammen,
lrockne Wipfel krachen rusammen.
MoHIan:
frei vor dem Meister, dem Herrischen Lichter,
juble, meine ganre Teele!
Ho, wie klirren die flackernden lichter,
Vie scheu sich ins lHal
Hinter Scheiben und Sassenecken
wie arme Tchelme verstecken,
Taufen, verlöschen in fliegender Qual! —
Herauf aus den Tchluchten, Hinunter ins lHal
lanre, Windsbraut: die lüft ist rein!
streit aus die strme: die Welt ist dein!
juble mit, du wilde Teele! — —
HoHI klingt mein weg. Tchon Heult ein LHor
lieser und ferner der Hochreit ru.
wie sich das laute strausen verlor
SäHnt die Srde, die stumm gefror,
Zu den blanken Tternen empor.
0 kalte LuH!
In gläserne Pfützen stützt mein 8chritt
stls ob ein Mann in Scherben tritt,
schreite klingend, meine Teele!

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