Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein [Editor]
Die Rheinlande: Vierteljahrsschr. d. Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein — 5.1902/​1903

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^.lieinbrüelLen.

Onaer leider nur angedeuteter Ver8ucb über
üieses 'Lbema iru 2. bleit üieses ^akrgang8 bat
uns mannigfacke 2u8timmungen gekrackt, von
denen wir die intere88ante8te bier 2um Abdruck
bringen. Lackträgbck erfabren wir nocb, daf8
Qeb.-Lat Or. ^uliu8 Le38ing, Oirektor de8 Lun8t-
gewerbe-lVlu8eum8 in Berlin, in Lummer 2Z der
„Wocbe" eine Arbeit verökfentlicbt bat, in der
un8ere Andeutungen 2um rnodernen 8tb eine
kockerfreubcke Lrgän^ung erfabren. L8 bandelt
8icb urn die Oü88eldorfer ^u88tebung. Ond 80-
viei ein paar 8ät?e die l^enden^ die8er Arbeit
andeuten können, mögen 8ie bier 8teben: „Von
allem, wa3 rnir durck 8eine für einen be8tirnrnten
2weck ge8ckaffene Lorm Kün8tleri8cb wabrbaft
imponiert bat, 3tebt da8 Line, ds8 8iegreicb8te,
weder irn Lun8tpala8t nocb beiin Lun8tgewerbe,
8ondern e8 8tebt in der groken IVla8cbinenba1le
von Lrupp. L8 i8t der Vorder8teven eine3
ei8ernen 8cbiiie8, ein Werk, da5 rnieb rnit ge-
beirner Qewalt von allen Antiquitäten und
Lun8tarbeiten kinweg irnrner wieder 2U 8ick 20g."
„Wenn irgendwo auf der Oü83e1dorler ^U8-
3tellung der Qei8t der Leu^eit lebendig 2u un3
8pricbt, 80 i8t e3 vor die3en 8cböplungen, und
wenn eine neu erbndende Lun8t auf 8olcben
8cbultern 8tebt, 80 rnag 3ie urn ibre Zukunft
unbe3orgt 3ein, 8ie wird und muk vordringen
rnit der Lrait eine8 Laturge8et2e8."
Ond nun der Brief eine3 Lackmann8, de8
Qa3direktor8 Oroi38ant in Ludwig8kafen a. Lb.:
Lieber Lerr 8cbäfer!
In Kielt z, III. ^abrgang der Lkeinlande,
8cbreiben 8ie in dein Lacktrage 2um Artikel
Lkeinbrücken von den Lettenbrücken: „L3 rnag
nun un8ern Le8ern aufgefallen 8ein, dak wir
überbaupt keinen derartigen Lntwurf veröifent-
licbten, 2. 8. den Lübleracben für die Lkein-
brücke in Bonn. ^.ber icb bin da in der ver-
zweifelten Lage mick unmodern 2u füblen; ein
Lauwerk, da8 an 8eilen bangt, dagegen 3träubt
8icb rnein Qefübl, obwobl e8 dock 8acklicb —
8cbon durcb die lVlaterialersparni8 — die kon-
8equente8te LÖ8ung i8t."
80 wie icb 8ie kenne, berubt die863 Webren
gegen die Hängebrücke nur auf einern IVlik-
ver8tändni8. Oie Lrücke i8t ein pa88ive8 Lort-
bewegung5inittel und al8 Oan2e8 oder al8 Ver-
längerung einer 8tral3e ein Lauwerk. Die
Lrückenbabn ^edock rubt entweder auf dein
unter ibr 8icb wölbenden 8tüt2bogen, dein
8prengwerk, wie die 8trai3endecke auf dein
8traf3enunterbau rubt, oder 8ie wird von Letten,
Orabkeilen, von Logenträgern in Lorrn der
Lettenlinie nacb unten durcbgekrürnrnt oder irn
Logen über 8ie ge8prengt durcb Vermittlung de8
80genannten Längewerke8 frei getragen.

Wäbrend man al80 die 8tüt2brücke al8 eine
Kün8tlicbe Lackbildung der 8traf3e, al5o al8
einen Lau 8cblecbtweg auffa88en kann, kann
man 8ick die Hängebrücke oder deren Labn al8
da8 er3tarrte und Materialwerte Lild aller
K1ein8ten, unmittelbar aufeinanderfolgenden Vor-
wärt8bewegungen ein68 borkontalen Labratubl-
Korbe8 vor8tellen oder, wie der IVlatbematiker
8agen würde: Oie Lrückenbabn der Längebrücke
verkörpert da8 Integral der Labr8tublbewegungen.
^.18 Lauwerk im engeren 8inn können nun nur
nocb die Brückenpfeiler gelten, ^wkcben denen
die Lauptträger, leicbt und elegant, ibre 8eil-
oder Lettenlinien sieben; feine8 Qitterwerk und
Länge8äulen, da8 8Ogenannte Längewerk greift
von 2eit 2u 2eit von oben kerab und trägt ein
8tück de8 kontinuierlicb gewordenen Lakr8tukle8,
und da8 Qan^e bängt luftig, wie die868 durcb-
8icbtig und klar, keine ^U83icbt bindernd, keine
Ourcblabrt bemmend, bock oben an eifelturm-
artigen Qebilden. Icb vermute, dak Iknen
durck die8e Oeutung de8 We8en8 der Hänge-
brücke aucb der Widerwille gegen die8elbe ge-
8cbwunden i8t.
Im Lregen^erwalde können 8ie die8e Orformen
der Hängebrücke nocb beieinander bnden. Ober
da8 8teil einge8cbnittene Lett der Lregen^er
^cke fübrt 2wi8cben 8cbwar2enberg und ^ndel8-
bucb eine 3ogenannteOrabtbabn; die8elbe be8tebt
au8 einem primitiven bölxernen Labr8tuble, der
Z—4 Ler8onen faf8t und auf 4 Loben an vier
Orabkeben von Ofer 2u Ofer fäkrt. Oie Lälfte
de8 Wege8 gleitet der Wagen, der 8enkung der
8eilbnie folgend, binab, wäbrend er für den Le8t
de8 Wege8 vom Läbrmanne an einem weiteren
von Ofer 2U Ofer gelükrten 8eile in die Lobe
gezogen werden muf8. Line Längebrücke
1uftig8ter ^.rt fübrt ferner den 8ckwindel- und
8eekrankbeitgefeiten Wanderer auf dem Wege
von Lgg nacb Langenau über die 8cblucbt der
Quber8ack. Orabt8teg nennen ibn die Wäldler
und er verdient die8en Lamen. Ober vier im
Lel8en eingela88ene Lol^pfeber 8ind xwei im
Qe8tein verankerte Orakt8eile gezogen. Von
die3en fübren, beweglicb aufgebängt, eine größere
/».N2abl 4—5 mm 8tarker Oräbte nacb sbwärt8,
an denen die Lrückenbabn, ein in Winkelei8en
gefakter Lrettbelag, aufgebängt i8t. Oa8 Qan^s
3cbwankt bei^edem dritte wie eine Lontonbrücke,
wenn eine Lompagnie 8oldaten in 8cbritt und
l'ritt darüber mar8ckiert, e3 darf darum aucb
nur lVlann für lVlann über den 8teg geben, der
gerade 80 breit i8t, daf8 ein lVlann darauf Baum
bat. Oie8e Anlagen 8ind vom tscbnkcben
8tandpunkte au8 8ekr intere88ant, denn e8 8ind
tkataäcblicb mit den primitivsten lVlitteln und
auf die bibig8te Wei8e breite 8cblucbten bock
über der L1uf88okle, von Llateau 2U Llateau, für
die Lukgänger überbrückt worden. Lrücken

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