Zeitschrift des Badischen Kunstgewerbevereins zu Karlsruhe — 4.1888

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Kunftgeroerbcblatt. <k- 3nl)tgang.

Ho. \2.

S-ifl. 18. ©cftüvpettc SeiitenfMc (i/2 natüvt. ©vöje). gtciticn 17. Snljrljutt&ert.

2lus ber Sptijenfammhmg bes £unftgetDerbemufeums 311 Berlin.

Port 2Haf fjeiöen.
OTit 3fluftrationen.

in.

©ie geftöppelten Spitzen ber ^Berliner
(Sammlung Ottben eine nic^t minber intereffante
imb reichhaltige ©ruppe wie biejenigen ber ge-
iiätjten (Spieen. Sinb audj an größeren Sfr=-
leiten feine fo tjerborragenben <Stüde, wie in
jener, fo finb boctj nafje an 1000 Heinere groben
borljanben, wetdje bon ber äftannigfattigfeit ber
Wirten unb Sftufter ein äiemtid) umfaffenbe§
33ilb ju geben im ftanbe finb. Siefer SSeftanb
ift -utmeift am ©nbe ber fectjjiger unb Stnfang
ber fiebjiger %a§Tt burdj Slntäufe größerer
^Soften in Stauen unb Sübbeutfdjtanb jufam-
mengebracfjt; bciZ Sftufeum fam baburd), mit
geringem Stufmanb bon Soften, §u einem wert-
botten ©tamme, beffen Süden nad) unb nad}
burctj (Sinjetanfäufe borteilfjaft aufgefüllt wor-
ben finb: eine SIrbeit, Weldje fjeut nod) nidjt
al§ abgefd}toffeu betrachtet werben tann.

®ie Seftimmung ber Slöppelfpitje, bejüg«
lief) be§ 3tlter§ unb ifjrer §erfunft, ift nidjt
minber fdjmer, wie bei ber SJabelfpiije. %a, e§
ftefjt fjier faft nod) fcfjtimmer, ba bie einfachere
Sedjnif ber Slöppelfpiije eine weitaus größere
Verbreitung jur golge fmben mußte: neben ben
ftetig Wadjfenben <Staat§= unb Sßribatfabrifen
t)at fie namentlich^ al§ §au§inbuftrie ber Sanb-
bemoljner biet mefyr Slufnafjme gefunben, at§
bie genäfjte (Spitze: mann unb wie, baZ laßt
ficfj afterbingS bon feinem Sanbe mit botlftän-
biger <Sicfjerfjeit nadjmeifen, am aßerwenigften
burcfj bie ©rjeugniffe fetbft. Senn bie erften
Skrfudje in biefer Secfjnif tarnen gewiß überall
mefjr ober Weniger auf baSfelbe fjinau§ unb
taffen ficfj batjer auf ifjre 5ßrobeniens fjin nidjt

SunftgeWer6c6t<Ut. IV.

beftimmen. SlnbererfeitS fann aber au§ bem
©runbe in ben fettenften gäßen bon ber ©nt«
fteljung unb weiteren ©ntwidetung ber Sedjnif
au§ fidj fjeraug bie 9?ebe fein, weit gewöfjnlidj
mit ber fdjon auSgebilbeten SEectjnif bie fertigen
Sftufter au§ anberen Drten eingeführt Werben
finb. |)ieraacfj ift e§ natürlid), wenn im S3e-
reicfj gewiffer ©attungen bon geflöppelten Spieen
bie 2lngabe be§ gabrifation§orte§ nie ju be-
ftimmen fein wirb; fetbft wenn mit ber $eit
ficfj in biefer ober jener gabrif eine (5igen-
tümltcfjfeit für ba§ eine ober anbere ©enre
fjerauSbilbet, fo ift ber llnterfdjieb nidjt immer
fo auffällig, baß ba§ geübtefte Sfuge nictjt irre
geführt werben fönnte.

Sdjon bei ben genäfjten (Spitzen wiefen
Wir auf bie Übertragung unb 9?adjafjmung al§
Sdjwierigfeit für bie Söeftimmung fjin; aber
bort, wo bie 9tu§füt)rung ber Slrbeit unmittel-
bar bon ber ©efcfjidlicfjfeit ber §anb abhängig
ift, finb ficfjtbare Unregelmäßigkeiten beim So-
piren unbermeibficfj: wir fatjen ja, wie baburdj
unWittfürfict) neue Strten bon SZabelfpit^en entftans
ben. SSon fotcfjen beftimmenben SSerfcfjiebenfjeiten
burcf) bie Secfjnif be§ S?(öppetn§ fann Wenig
aber gar nictjt bie 3tebe fein, weit fie auf einer
Strt mecfjanifdjer SSerridjtung beruljt, weldje
eine berfdjtebene SBiebergabe ein unb berfetben
gigur auSfdjtiefjt.

Qu ber ©införmigfeit ber 3;ed)nif unb
«Serwanbtfdjaft ber dufter fommt bie ©leidj-
fjeit be§ SRateriatS.

SSie jur genätjten Spitze finbet aud) ju
ben Stöppetarbeiten ber au§ ber 5tact)§fafer

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