Zeitschrift für christliche Kunst — 16.1903

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1903.

ZEITSCHRIFT FÜR CHRISTLICHE KUNST — Nr. 2.

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Die Wiederherstellung des grofsen Radleuchters im Dome zu Hildesheim.

(Mit 2 Abbildungen.)

wieder zum Vor-

Jjunmehr ist nach einer iy2 jährigen
Frist die Wiederherstellung des
grofsen Radleuchters im Dome zu
Hildesheim beendet. (Vergleiche
»Zeitschrift für christliche Kunst«, Band XI,
Sp. 13 — 26.) Vor Beginn der eigentlichen
Wiederherstellungsarbeiten mufste auf Veran-
lassung des Herrn Ministers ein Probestück
von einem Zwölftel des ganzen Leuchters her-
gestellt werden, um für die Restauration als
mafsgebendes Muster zu dienen. Bei der

durch das weiche Braun
schein gebracht. Eine Neuvergoldung der alten
Teile hat nicht stattgefunden, diese sind nur
von Staub und Wachsflecken gereinigt, selbst-
verständlich sind die neuen Stücke mit Ver-
goldung versehen.

Eine bemerkenswerte Veränderung hat der
Reif erfahren, indem die aus dem Anfang des
vorigen Jahrhunderts stammenden Weifsblech-
streifen entfernt wurden, und dafür die in der
oben erwähnten Abhandlung dargestellte Form

Wiederherstellung wurden sämtliche alten Teile,
auch wo sie nur in Bruchstücken vorhanden
waren, wieder verwendet, fehlende Teile wur-
den nach vorhandenen Vorbildern neu her-
gestellt und das Beschädigte geflickt, die ver-
bogenen Stücke wurden ausgebeult und gerade
gerichtet und mit Verstärkungsblechen ver-
sehen. Bei einer früheren Umarbeitung des
Radleuchters hatte man das email brun an
dem umlaufenden Schriftbande und an den
Zinnenornamenten mit schwarzer Lackfarbe
überzogen, vermutlich um die Zeichnung besser
hervortreten zu lassen; selbstverständlich wurde
diese verunstaltende Zutat entfernt und da-

erhielt, wie sie nach allem was man darüber
weifs und gefunden hat, als die ursprüngliche
anzunehmen ist, nämlich oberhalb und unter-
halb des halbrunden Wulstes die Streifen mit
vergoldetem Flachornament. Die Rückseite
des Reifs ist mit einer stark versilberten Kupfer-
platte, der durch Oxydation der Neuglanz ge-
nommen wurde, bedeckt, sie bildet zugleich
den mattschillernden Hintergrund für das durch-
brochene Ornament der Vorderseite. Bei der
Wiederherstellung der Türme und Tore dienten
die vorhandenen gut erhaltenen Stücke als
sicherer Anhalt; als eine Neuerung ist nur die
Füllung in dem oberen Geschofs der runden
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