Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 14.1869

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Preis des Journals pro Quartal Thlr. Bei Pränumeration auf den ganzen Jahrgang erhalten die Abonnenten ausserdem das photographische
Künstler-Album in vierteljährlichen Lieferungen gratis. (Redaction der Dioskuren: Berlin, Hohenzollernstr. 9.)

Inhalt.

Abhandlung: Neue Münchener Architektur-Briefe. (Forts.) Kunstkritik: Die „Göthe-Büste“ von A. Trippel. — Die akademische Kunst-

Koresvondenzen: f. München, Ans. Januar. (Künstlerkneipen u. s. f.)— Ausstellung zu Berlin. (Forts.)

Düsseldorf, Auf. Januar. (Permanente Kunstausstellung von Kunst-Institute und -Vereine: Weitere Beiträge in der Konkurrenzfrage.

Bismeyer & Kraus.) — Wiener Künstlergenossenschaft.

Kunst-Chronik: Lokalnachrichten aus Berlin, Potsdam Königsberg, Frank- Briefkasten.

furt a. M., Werdohl, London. Ausstellungskalender.

Unsere auswärtigen Leser,

welche „Die deutsche Kunstzeitung“ direkt von der Expedition unter Kreuzband beziehen, erlauben wir uns wiederholt daran zu erinnern,
dass in Kurzem das Jahresabonnement (5 Thlr. 10 Sgr.) bei Uebersendung derjenigen Nummer, welcher die erste Lieferung des Künstler-
Albums d. J. sowie Titel und Inh al ts-Verz eich n i ss des vorigen Jahrgangs beigegeben wird, von allen denjenigen Abonnenten, die bis
dahin den Betrag nicht eingesandt haben, per Postvorschuss erhoben wird. Die Expedition der Deutschen Kunstzeitung.

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Ueue Münchener Architektur-Miefe.

(Fortsetzung.)

as dermalige baierische National-
Museum auf dem Forum der
Mapimilianstraße nimmt einen
Theil jenes Grundes und Bo-
dens ein, auf dem das ehemals
für das Taubstummen-Institut
bestimmte Gebäude stand. Letzteres war im Früh-
jahr 1859 fast in allen seinen Theilen vollendet,
reich mit Terrakotten geschmückt und trug dicht
unter dem Dachvorsprung die Statuen zweier
um den Taubstummen-Unterricht hochverdienter
Männer. Bei geringer Bodenfläche stieg es zu
sehr beträchtlicher Höhe empor und gewährte so
den Anblick eines massiven Thurmes. Bereits
erwartete man die Uebersiedelung der Taubstummen dahin und
Spaßvögel meinten, die Zahl derselben würde sich bald vermin-

dern, denn wenn sie täglich so viele Treppen zu steigen hätten,
bekämen sie alle die Lungenschwindsucht. Da geschah es eines
schönen Tages, daß man dem Gebäude einen dichten Bretter-
mantel umhing,- und von da an blieb dasselbe für alle Zeit ver-
schwunden. Gleich darauf begann der Bau des bayerischen
Nationalmuseums zu beiden Seiten des Brettermantels und als
dieser lange, lange nachher wieder weggenommen wurde, da stand
ein Theil des Museums dahinter. Ob das Taubstummeninstitut
nur ein andres Kleid erhalten und dem Museum einverleibt
worden, ob es ganz abgebrochen ward, darüber schweigt die Ge-
schichte, und noch keiner sterblichen Hand war es gegönnt, den
Schleier des Geheimnisses zu lüften. War der alte Bau in
die Höhe gegangen, so erstreckte sich der neue dafür in behag-
liche Breite. Zwischen einem mächtigen Mittelbau und zwei
Seitenpavillons dehnten sich stattliche Massen und verhießen —
noch war alles im Rohbau — eine bedeutende Wirkung, die
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