Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 14.1869

Page: 133
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14ter Jahrgang.

M 17.

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Herausgegeben und redigirt von

l)r. Max Schasler.

TZ. April
L86S.

Preis des Journals pro Quartal 1\£ Thlr. Bei Pränumeration anf den ganzen Jahrgang erhalten die Abonnenten ausserdem das photographische
Künstler-Album in vierteljährlichen Lieferungen gratis. (Redaction der Dioskuren: Berlin, Hohenzollernstr. 9.)

Inhalt.

Abhandlung: Studien zur Charakteristik bedeutender Künstler der Gegenwart. Kunst-Chronik: Lokalnachrichten aus Berlin, Leipzig, Düsseldorf, Barmen,
LXIX. August Geist. (Schluß.) Weidenwang, München, Mailand, Paris.

Korrespondenzen: r/J Köln, Mitte April. (Vom Dombau; Mohr's Sta- Kunstkritik: Die Ausstellung der Aquarellen von Ed. Hildebrandt rc. (Schluß.)

tuen.) — ^ Düsseldorf, 20. April. (Ausstellung von Bismeyer und — Die Ausstellung der Konkurrenz-Entwürfe :c. (Forts.)

Kraus.) — U Rom, Mitte April. (Römijche Kuustzustände. Forts.) Kunst-Institute und -Vereine: König!. Museen in Berlin.— Briefkasten.

NB. Dieser Nummer liegt —als 10. Lieferung des Künstler-Albums — das Portrait Joh. Wilhelm Schirmer’s

nebst Text bei.

Studien zur Hljarakteristik bedeutender Künstler der Hegenwart.

LXIX. August Geist.

(Schluß.)

nfangs des Jahres 1861 vollendete Geist
einen ,,Abend in der Felsenschlucht mit
seinem Liebespaar staffirt", welches der
nassauische Kunstverein in Wiesbaden
für seine Gallerie erwarb. Im darauf
if folgenden Sommer ging er aus einige
^^M^zr Zeit Studien halber nach Brannenburg
' und Chiemsee und gleich darauf zu dem-
r selben Zwecke an den Rhein und nach
Antwerpen hinab, wo er sich längere
Zeit aufhielt, um Ende September durch
die geliebte fränkische Schweiz wieder nach
München zurückzukehren. Einen „Regentag an der Neudeck in
der fränkischen Schweiz" aus dieser Zeit erwarb der Kunstverein
in Köln.

Die Studienreise des Jahres 1862 führte Geist wieder in
das bairische Hochland, das er mit voller Mappe verließ. Als

eine Frucht derselben erscheint sein vom bamberger Kunstverein
angekaufter „Alpensee", während er sich in seiner „Schlucht
mit einer Mühle", welche Eigenthum des münchener Kunstvereins
ward, wieder den Erinnerungen an die fränkische Schweiz hingab.

Im Jahre 1863 trat er mit der leipziger Jllustrirten Zei-
tung in Verbindung, für welche er eine Reihe köstlicher Zeich-
nungen aus der fränkischen Schweiz, dem Altmühlthale und aus
der Umgebung von Bamberg lieferte. Aus dem nämlichen Jahre
datirt sein „Festtagmorgen an einem Gebirgssee", den der kölner
Kunstverein erwarb, sowie sein „Abend am Main" mit heiterer,
sehr charakteristischer Staffage, der vom Kunstverein in München
angekauft, später in den Besitz des Hrn. v. Stetten in Augs-
burg überging.

Im nächsten Jahre lernte Geist das reizende schwäbische
Oberland kennen, in welchem er sich bald heimisch fühlte, wie
ein Fremdenbuch-Blatt für den Färbermeister Schwaegerle in
Oberstdorf zeigt, bei dem er mit seinem Freunde Dr. Deckert
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