Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 14.1869

Page: i
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dioskuren1869/0405
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile




-CjavTz

=\ <£■

Herausgegeben und redigirt von

vr. Max tzchasler.

Äl. November
1869.

Preis des Jourqj CO -uartal Thlr. Bei Pränumeration auf den ganzen Jahrgang erhalten die Abonnenten ausserdem das photographische

Kü Album in vierteljährlichen Lieferungen gratis. (Kedaction der Dioskuren: Berlin, Hohenzollernstr. 9.)

Inhalt.

Abhandlung: 5 4 =rrengjiatut der deutschen Kunstgenossenschaft. (Forts.) November. (Abdankung des Vicepräsidenten der Akademie; Kunstaus-

Korrespondenze -üsseldorf, im November. (Die Gemälde für den stellung der Akademie. Forts.)

Rathhaussa ^ — nfter rc.) — 8. Wien, Mitte November. (Kunst- Kunst-Chronik: Lokalnachrichten aus Berlin, Hamburg, Warschau, Rom.

lerhaus elberg, Mitte November. (Der neubegründete Kunstkritik: Die internationale Kunst-Ausstellung zu München. (Forts.) —

Kunstverein Ausstellung. — □ St. Petersburg, im Berliner Kunstschau: Ausstellung des Kunstvereins.

Aas Konkurrenz-Statut der deutschen Kunstgenolsenschaft.

(Fortsetzung.)

für

geben können
Programm
bestimmten
wird, oder
Haltspunkt
aber bei ein

aragraph 5 beruht gleichfalls auf völliger
Verkennung der gänzlich verschiedenen
Stellung einer architektonischen Kon-
kurrenz von einer solchen für Malerei
Bildhauerei und kann daher, wenn man
rem Inhalt eine praktische Tragweite zu
»en versucht, nicht anders als zu Wider-
mchen führen. Da nämlich bei der archi-
tonischen Konkurrenz eine später zugelassene
berschreitung des Kostenanschlags diejenigen
mkurrenten, welche sich strikte an die Maxi-
ilsumme halten, in großen Nachtheil brin-
der Kostenbetrag ein wesentliches Moment
usdehnung bildet, welche sie ihrem Entwurf
langen die Architekten mit Recht, daß „im
u sagen ist, ob auf die Einhaltung einer
lme das maaßgebende Hauptgewicht gelegt
enannte Summe nur als ungefährer Au-
ll" u. s. s. Eine solche Forderung hat
renz für Malerei oder Skulptur gar keinen,

oder doch einen wesentlich andern Sinn. Trotzdem hat man
den § nur mit einigen Wortänderungen, die den Sinn nicht
tangiren, in's Statut der Kunstgenossenschaft ausgenommen.

Es ist klar, daß die Kostenberechnung eines projektirten
Gebäudes ein wesentliches Moment, einen organischen Theil
des architektonischen Entwurfs bildet, da auf dieser Basis nicht
blos Größe, Material und Ornamentik, sondern, sofern diese
sämmtlich im unmittelbarsten Zusammenhang mit dem St hl
und dem ganzen konstruktiven Organismus stehen, der
ganze Gedanke des Bauwerks beruht. Kann hiervon bei
Malerei oder Skulptur die Rede sein?— Hier ist erstlich eine
bestimmt begrenzte Lokalität, also eine Wand zu bemalen oder
eine Statue zu errichten. Die Wand ist so und so groß, für
die Statue sind diese lokalen Bedingungen, für beide so und
so viel Mittel vorhanden. Hat dies nun auf die Komposition
der Skizze irgend einen wesentlichen Einfluß? Vielleicht —-
wenn auch in viel geringerem Grade als bei der Architektur —
bei einem Skulpturwerk, weil hier das Material ebenfalls schon
eine Rolle spielt. Aber bei der Malerei? Hier handelt es
sich doch nicht, wie bei der Architektur, um die Kostbarkeit der
loading ...