Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 14.1869

Page: 89
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Inhalt.

Abhandlung: lieber das Princip des evangelischen Kirchenbaustyls. (Schluß.) Kunst-Chronik: Lokalnachrichten aus Berlin, Nürnberg, München, Wien,
Korrespondenzen: W. Verona, im Februar. (Zannoni's Dantestatue.) — Rom, Paris, St. Petersburg.

W. Kassel, Mitte März. (Der Verein für bildende Kunst je.) — Kunstkritik: Die Ausstellung der Aquarellen von Ed. Hildebrandt re.

4' Düsseldorf, Mitte März. (Osw. Achenbach re.) — K Rom, Mitte Beilage: Kunstgeschichte: ,,Die büßende Magdalena" von Correggio.
März. (Römische Kunftzustände. Forts.)— * Bremen, den 1. März. Kunst - Institute und -Vereine: Aus den Jahresberichten der Kunstvereine.
^ Wien, im März. (Künstlerhaus und Kunstverein. Forts.) Briefkasten.

Aeber das princip des evangelischen Kirchenöauflyts.

Mit bcson-ercr üestehmig auf die berliner Vombaiifrage.

(Schluß.)

^achdem wir in dem bisherigen
Gange unsrer Betrachtung die
wesentlichsten architektonischen
Requisite der inneren und zum
Theil auch schon der äuße-
ren Gestaltung einer evange-
lischen Kirche — lediglich aus
dem Wesen und den eigenarti-
gen Bedürfnissen des evan-
gelischen Ritus —- zu ent-
wickeln versucht, könnten wir nunmehr zu der
Beantwortung der am Schluß des letzten Ar-
tikels ausgeworfenen Frage: „Welches der für
eine evangelische Kirche geeignetste Styl sei?"
übergehen. — Der Zusatz indessen zu der Ueber-
schrift dieser Betrachtung, zu Folge dessen sie
das Princip des evangelischen Kirchenbaustyls „mit
besonderer Beziehung auf die berliner Dombaufrage" zu erörtern

hat, legt uns die Verpflichtung auf, über die einfache Form des
Grundplans hinaus die Frage von dem weiteren Gesichtspunkt
aufzufassen, auf welchem nicht mehr von einer den Bedürfnissen
einer Gemeinde genügenden Predigt- und Altarkirche allein, son-
dern von einer großen evangelischen Kathedrale, von einer für
national-religiöse Festlichkeiten bestimmten Staats-
Kirche die Rede ist.

Dies ist nämlich der eine Gesichtspunkt, welcher, wie es
scheint, sowohl für den Grundplan des Doms überhaupt wie
für die dimensionalen Verhältnisse desselben als maaßgebend be-
trachtet werden soll, und dem auch die meisten ausgestellten Ent-
würfe Rechnung getragen haben. Wie weit diese Entwürfe den
daraus sich ergebenden Forderungen genügen, darüber wird in
der kritischen Betrachtung derselben gehandelt werden: hier haben
wir es nur mit der Idee, und zwar zunächst an sich, sodann
mit den Bedingungen ihrer Verwirklichung zu thun.

Eine evangelische Kathedrale! — Hat man sich die
wahre Bedeutung dieses Wortes ganz klar gemacht? Vermuthlich
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