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Dörpfeld, Wilhelm; Reisch, Emil
Das griechische Theater: Beiträge zur Geschichte des Dionysos-Theaters in Athen und anderer griechischer Theater — Athen, 1896

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https://doi.org/10.11588/diglit.5442#0317

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302 V. Abschnitt. Die griechischen Bezeichnungen für die Teile des Theaters.

[Xoysjicv Tfjs T/.r^f^ . . . (gtSXov) • . • H-ov tETpaicY)^u, vgl. oben S. 148. Doch zeigt
schon das Facsimile auf Taf. XVI der genannten Zeitschrift, dass für eine solche
Ergänzung der Raum kaum ausreicht; und eine Untersuchung des Steines, die
Dörpfelcl mit einigen Freunden bei einem Besuche von Mykonos im Mai 1896 an-
gestellt hat, ergab, dass zwischen den Buchstaben TO am Ende der einen und
ION am Anfang der nächsten Zeile wahrscheinlich nur 3 Buchstaben gestanden
haben, so dass die Lesung XoyeTov als unwahrscheinlich bezeichnet werden darf.

Das Wort, das allem Anschein nach erst in hellenistischer Zeit gebildet worden
ist, konnte, wie von anderen Rednerbühnen, so auch von dem besonderen Sprech-
platz in der Orchestra des Theaters gebraucht werden. Gerade in den Theatern
der jüngeren Zeit konnte ein solcher Sprechplatz nicht entbehrt werden, da seit
der lykurgischen Zeit in Athen und ebenso auch an anderen Orten die Volks-
versammlungen vielfach im Theater abgehalten wurden. Die Redner, die in der
Orchestra auftraten (vgl. Athen. V, 213 d), stellten sich auf die Trittstufe des
Altars oder, wenn der Altar nicht mit einer entsprechend grossen Unterstufe ver-
sehen war, auf ein neben dem Altar errichtetes Bema. Auch die verschiedenen
Verkündigungen, z. B. von Kranzverleihungen u. dgl. (vgl. Aesch. Ctesiph. 176),
erfolgten wohl auf demselben Bema. Dieser Sprechplatz in der Orchestra ist ver-
mutlich gemeint bei Plut. Dem. 34: oicXoi? |xsv <svvi<pp«§s xy;v ay.y)vi;v v.ca oopuipöpoi? xb
Xoystov ftsptsSo^s, ebenso wohl bei Plut. Praec. ger. reipubl. 31, p. 823 b: uape^wv
sauxbv oü [j.ty.pbv -^[j.ipaq [i.ipcq stül xou $rl\>.a.xcq -q xou Xoysi'ou tcoXixsuou'.evos, wo zweierlei
Rednerbühnen, die der politischen und die der gerichtlichen Versammlungen unter-
schieden zu werden scheinen.

Im Theater des römischen Typus ist dann der Name XoyeTov auf die Bühne
übertragen worden, vgl. Hesych s. v. XcyioV b xrtq cwjvrj? xÖTto;, iy ou... üuoxpi-
Totl Xe'youat, Phrynich. p. 163 Lob. : au uivxot, evöa y.bt y.wu.wSoi y.ai xpaywSoi äyw-
vi'^ovxcu, XoyeTov speT?. CIG. 42^3 (Patara, 147 n. Chr.): xccOispwjsv xb xs icp'Offx^v.tov...
y.m TYjv xou Xoysi'ou y.axaay.euY]v y.a'i TrXäy.uatv. In diesem Sinn hat auch Pollux IV, 123
das Wort gebraucht, wie die Reihenfolge seiner Aufzählung zeigt: bpyqaxpa, Xo-
yeTov, ixpoay.v]vtov, n:oipaff>uivia ; denn obwohl er vielfach mehr auf die Theaterver-
hältnisse der älteren Perioden als auf die seiner eigenen Zeit Rücksicht nimmt,
durfte er doch nicht unterlassen, den Namen für die zu seiner Zeit übliche Bühne
mitzuteilen; auch IV, 124, wo gesagt wird, das Hyposkenion liege üixb xb XoyeTov,
kann möglicher Weise an die römische Bühne gedacht werden, vgl. oben S. 301.
Nicht ganz sicher ist, ob auch Plutarch, Thes. 16, das Wort in diesem Sinne
verstanden hat: 6 Mi'vw? äe'i oisxsXsi v.7.v.S>q äy.ouwv xoci XotSopoupievos ev xoXq 'AxxixoTi;
Osäxpoi;... oi xpayiy.0'1 ixoXXr(v äitb xou Xoyetou y.x\ xfj? ay.Yjvvj; äSo£(av aüxoü y.otxec/.eSaaav.
Häufig findet sich XoyeTov in dieser Bedeutung in den Scholien, z. B. Arist. Ran-
181: ^XXotwjöat yp-q tt)V ffXV]vf)V xäl eivoa xaiä t.vjv 'A"/spouai'av X{|xvvjv xbv xötcov i%\ xou
Xoysi'ou r) iizi x^q bpyqaxpocq. Ran. 297: äftopouai §s xivs?, Ttwi; aicb xou Xoysi'ou uspisXöwv
xai y,pu<pöetg otusGsv xou ispswc xoüxo Xeyei' ipxivovxai §s oux etvai litt xou Xoysi'ou äXX' iic'
xijq bpyqaxptxq. Eq. 149: Eva sx xvj? itapöoou im xb XoyeTov ava6rj... Xexxeov ouv, oxi äva-
 
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