Oechelhäuser, Adolf von; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,3): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Buchen und Adelsheim (Kreis Mosbach) — Tübingen [u.a.], 1901

Page: 43
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdm4bd3/0051
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
AMT BUCHEN. — BUCHEN.

43

beziehen, das in den Einzelformen ein gemässigtes Barock und eine im Geschmack
der damaligen Zeit ruhige, aber kräftige und klare Gliederung zeigt. Unsere Licht-
drucktafel (Nr. m) macht eine nähere Beschreibung überflüssig.

Das untere Geschoss, das sich nach vorn und den beiden Seiten in je drei Bogen-
stellungen öffnet, dient als Durchgangshalle und
enthält nach der Hinterseite zu eine steinerne
Treppe, die nach dem höher gelegenen Kirch-
platze hinaufführt. In Folge dessen ist die
Giebelseite hier nur eingeschossig mit einem
ebenerdigen Eingange zum ersten Stockwerk.
Die Durchgangshalle hat eine flache, von
zwei Steinsäulen gestützte Decke. In der Ecke
hinten springt ein ins Oberstock führendes
Treppenhaus vor. Der hintere Giebel, ein-
facher behandelt und ohne Pilastertheilung,
hat geputzte Flächen, wie die ganze Rück-
seite und beide Seitenfagaden. Nur die Schau-
seite vorn ist durchweg in Quadern errichtet.
An dem einen Fenster neben der hintern Ein-
gangsthür ein schönes schmiedeisernes Gitter.
Das Innere birgt nichts bemerkenswerthes.

Das Kellereigebäude, das ehem. Amts-
haus des kurmainzischen »Kellers«, ist laut
Inschrift i. J. 1493 unter Erzbischof Berthold
von Henneberg, dem Erbauer der Stadtkirche,
neu errichtet worden. Mit seinem hohen
Giebel der Hauptstrasse zugekehrt, in die auch
der Erker des Obergeschosses hineinragt, die
Längsseite dem Hofe zuwendend, der durch
eine Mauer mit Thoreinfahrt von der Strasse
abgetrennt ist, bietet der mächtige Steinbau
noch heute eine ebenso stattliche, wie malerische
Erscheinung (vergl. Fig. 24). Dabei besteht
sein einziger Schmuck in dem erwähnten
Erker; an der vorderen Ecke stehen kräftige
Buckelquadern an, im Uebrigen erscheint
nur verputztes Bruchstein-Mauerwerk. Der
Eingang ist vom Hofe aus; die spät-
gothische Thürumrahmung wird bekrönt von
einer grossen Sandsteintafel, die im obern
Theile das Henneberg'sehe Wappen, im untern
folgende Inschrift enthält: ©itiat aitCtOJC

guicj operiö ^ertoföq bt Ijemieöurg rnnguntcj arcfjitpc SCnnu Uni i • X • 9 • 3

Die Fenster (zum Theil vermauert) sind an der Längsseite zweigetheilt mit
profilirten Gewänden, an den Giebelseiten einfach und sämmtlich gradlinig geschlossen.

Kellereigebäude

Fig. 25. Aus dem Kellereigebäude in Buchen.
loading ...