Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 47.1931-1932

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HEINRICH HERMANNS. CAMP AM RHEIN

HEINRICH HERMANNS

ZUM 70. GEBURTSTAG (19. MAI)

Hermanns ist — und das ist keine Übertreibung —
der vielseitigste^ ertreter der Landschafterschule
Eugen Dückers an der Düsseldorfer Akademie.
Die landschaftliche und atmosphärische Ver-
wandtschaft des Niederrheins und Hollands
fesselten den geborenen Düsseldorfer frühzeitig
an Dortrecht und Amsterdam. Die tieftonige
Malerei der Maris und Breitner mögen dabei
nichtohneEinfluß auf ihn gewesen sein.Aberseine
farbigen holländischen Grachten wie seine Düs-
seldorfer Straßenbilder und niederrheinischen
Landschaften sind dennoch durchaus persön-
lich gesehen. Holland hatte damals gar keinen
ähnlichen Landschafter aufzuweisen, der hol-
ländische Straßenbilder so echt holländisch ge-
sehen hätte. Daher auch Hermanns großer Er-

folg bei den Holländern! Was Wunder, daß
der Landschafter und Architekturmaler später
sich zu einem fesselnden Schilderer des Kirchen-
interieurs entwickelte, der das geheimnisvolle
Raumwunder des Viktordoms zu Xanten und
der Kölner Kirchen erlauschte, der als einer der
ersten den Rausch fränkischer Rarockkirchen-
Interieurs erlebte und der mit seinen kultivier-
ten Aquarellen zu den ersten Entdeckern des
„unbekannten Spaniens" zählt, wie er auch als
einer der ersten sich an die Schilderung des
heroischen Rildes der niederrheinisch-westfäli-
schen Industrie heranwagte. Architektur- und
Industriedarstellung hat leicht die Gefahr, am
Stofflichen allzusehr hängen zu bleiben. Aber
diese Gefahr ist vermieden, weil Hermanns In-

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