Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 51.1900-1901

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Kleine Nachrichten. — Unsere Bilder.

und Runstgewerbe fördernder Gedanken vorbereiten,
z. B. die Denkschrift über „Die Pflege der Runst an
den öffentlichen Bauwerken" ((877), die in vielen
taufenden Exemplaren verbreitet wurde, — die Gin-
gabe an die Tarifkommission des deutschen Reichs-
tags gelegentlich der „Schutzzollverhandlungen" ((8?9),
— „Die würdige Bebauung der Rohleninsel in
München" ((900). Das in mehrjährigen Pausen
erscheinende Adreßbuch des Vereins begnügt sich mit
der bescheidenen Rolle des Führers, der dem Suchen-
den auf dem Feld des Münchener Runstgewerbes die
Wege weist und den Fragenden über Ziele und Ab-
sichten des Vereins, über die darin vertretenen Fächer,

über Zeitschrift, Vereinsleben u. s. w. unterrichtet.

* -r-

(Schluß folgt.)

(Kfettu Nachrichten.

(Vereine, Museen, Schuten, -Nuosiekkungen,
MettKewerKe <rc.

ie Dresdener Werkstätten für Handwerkskunst
(Schmidt & Müller, Dresden, Bärensteinerstr. 3)
erlassen ein Preisausschreiben J) um Originalentwürfe
für ein Wohn- und Speisezimmer, das den An-
sprüchen eines guten Bürgerhauses genügt. Genauere
Angaben enthält das von der genannten Stelle zu
beziehende Programm. Die Möbel sollen für die
nächstjährige Dresdener Runstausstellung angefertigt
werden. Es werden gewünscht so — (6 verschiedene
Möbel, bei deren Ausführung handgearbeitete Be-
schläge (aus Messing, Eisen, Rupfer rc.), Schnitzereien,
Intarsien Verwendung finden sollen bezw. können;
die alten Stilarten sind ausgeschlossen. Zimmer-
größe ist q. zu 6 Meter anzunehmen. — Einlieferungs-
frist: 5. Januar (90(; drei Preise: (000, 500 und
300 Mk. Preisrichter: Prof. Ruehl, I)r. v. Seidlitz,
Prof. O. Gußmann, Prof. R. Groß, Baurath A. Rich-
ter, Maler W. Claudius und der Theilhaber der
ausschreibenden Firma E. Schmidt. Die prämiirten
Entwürfe werden mit allen Rechten Eigenthum der
Ausschreiber; für die anderen Entwürfe beansprucht
die Firma das Vorverkaufsrecht für 1/4 Jahr, von der
Bekanntmachung der preisvertheilung an. ^

er Entwurf zum Meubau der Mainzer Volks-
bank in Mainz wird einem Wettbewerb unter-
stellt; für den Bau stehen 280 000 Mk. zur ver-

’) Wettbewerbe werden stets alt dieser Stelle bekannt gegeben i über die
jeweils in Schwebe befindlichen Wettbewerbe gibt der Wettbewerb-Aalender
auf Seite 2 des Anzeigentheils Aufschluß. Soweit die programnie bei der
Redaktion eingelaufen find, liegen sie auf dem Sekretariat des Bayer. Aunst-
gewerbevereins zu München zur Einsichtnahme durch die Vereinsmitglieder
auf i in diesem Fall ist die betr. Textnotiz am Schluffe stets mit einem - versehen.

fügung. Außer den Bankräumen sollen noch Läden
und Wohnungen untergebracht werden. Es besteht
die Absicht, einem der Preisträger die Bearbeitung
des endgiltigen Entwurfs und die Bauleitung zu
übertragen. Einlieferungsfrist: (0. Januar (90(;
drei Preise: 2500, (500 u. (000 Alk., — außerdem
können nichtprämiirte Entwürfe zu je 500 Aik. an-
gekauft werden. #

/Gute neue Gtadtparkhalle in Remscheid. Ein
'w Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen
hierfür ist vom dortigen Bürgermeisteramt aus-
geschrieben. Einlieferungsfrist: (.Februar (90(;
drei Preise: (000, 600 u. *(00 Mk., — Ankauf
weiterer Entwürfe zu je 300 Mk. Vorbehalten. Unter-
lagen gegen 80 Pfg. durch das Stadtbauamt. *

(Unsere (Kikder.

eit wenigen, den Schluß des Aufsatzes
über das Nationalmuseum begleitenden
Darstellungen folgen fast ausschließlich
Abbildungen von der pariser Aus-
stellung, —• zunächst die zwei großen
Steinzeugfriese am Paupteingang zur Ausstellung,
dann zwei Aufnahmen aus der deutschen kunst
gewerblichen Abtheilung, welche aus der dort durch
Rar! poffacker geschaffenen Gesammtanordnung
wenigstens einige charakteristische Proben von Einzel-
heiten geben — und ein anderer im Auftrag des
Reichskommissariats entstandener Bautheil: der nach
Motiven aus dem Potsdamer Schloß von I. Radke
sehr geschickt zusammengebaute Festsaal im Deutschen
Pause (Abb. 60). Nach Sauerniann's Nieder-
deutschem Wohnzimmer (Abb. 6(), in welchem die
reizvollen, heimischen Ueberlieferungen sich nur schwer
der Zudringlichkeiten des „Guten-Stuben-Geschmacks"
erwehren zu können scheinen, führt uns das Bade-
zimmer (Abb. 62) von Volt; & Wittmer, Straß-
burg, wieder völlig auf modernen Boden; nament-
lich in der Art, wie die Marmorwanne mit der
Nische und der anstoßenden Wand zusammengebaut
ist, offenbart sich ein bewußtes Lossagen von un-
angebrachtem perkommen und ein verständiges Au
paffen der künstlerischen Gedanken an Zweck und
Material. Von den Münchener Räumen sind die-
jenigen der beiden Seidl schon früher abgebildet
worden; von den der modernen Richtung angehörigen
geben die folgenden Seiten (Abb. 63, 66—7() einige
Proben. Dazu nur wenige erklärende Worte. Die
Zimmer p. P f an n 's und p. v. Berlepsch's be-
dürfen deren nicht. Zum verständniß der Thüre

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