Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 51.1900-1901

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Zum fünfzigjährigen Bestehen des Bayerischen Kunstaewerbevereins.

gesucht.*) Doch Säuger2) macht schon Fliesen,
Kaminwände und erfreut hier namentlich durch eine
sehr fein komponirte Brunnenwand, v. Leider
ebenfalls durch Kamme; Schmuz-Baudiß und
Roßbach versuchen sich in Gebrauchsgeschirren in
dem edleren Stoff des Porzellans, und so wird man
hier fast überall die Erweiterung nach dem prak
tischen hin finden. Zwar enthüllt sich diese zweite
Phase überall nur als ein Anfang. Die moderne
deutsche Keramik steht noch keineswegs so fix und
fertig da, wie die mancher anderer Länder. Abel-
aller Anfang ist schwer und da diese erste Schwierig
Feit überwunden, so läßt die Ausstellung hoffen, daß
auch wir auf diesen: Gebiete in ilicht allzuferner
Zeit zum Ziele gelangen werden. Es wäre erfreu-
lich, wenn hierzu der friedliche Wettkampf der Welt
ausstellung einen neuen Ansporn bedeutete. * S.

ff vgl. die Abbild, auf S. 378 u. 37g des letzte» Iahrg.

ff Beispiele von Läuger's Gefäße» finde» sich i» unserem
letzte» Jahrgang 5. 80 und 5. 380; ein Entwurf zu einem
Kaminmantel ist int gleichen Jahrgang auf Tafel 4 dargestellt.

Zur Ergänzung des dein vorliegenden Pest bcigegcbenen
Illustrationsmaterials machen wir auf die einschlägigen in früheren
Jahrgängen erschienenen Abbildungen aufmerksam, insbesondere
mit Bezug auf solche Stücke, die auch den Iveg zur pariser
Ausstellung gefunden hatten. Aus Deutschland: Schmuz-
Bandiß (Iahrg. ;8Y8: S. 53 u. S. z;3—z;y; — ;yoo: S. 82,
280, 28; u. 378), v. peider (;848: s. ;2J—;3Z), Koruhas
(;8g8: S. 57), Länger (;8g8: S. 3«;, — ;8gg: S. 473 u. 474),
Frau Schmidt-Pecht (;8g8: S. 53, zso, 38;; — ;goo: S. 8;).
Aus Frankreich: Bigot (;8Y8: S. zog), Dalpayrat (>8g8:
S. z;; u. 312), Dammouse (;8g8: S. z;z), Lachenal (;8g8:

S. 3;o), IHiiIIer (;8g8: 5. 307). Ans den skandinavischen
Ländern: Bing und Gröndahl (>8g8: S. 303), kgl. Por-
zellanfabrik in Kopenhagen (;8g8: S. 302 u. 30z), Rärstrand
(;8g8: s. 305 II. 306). — von der auf s. 8; erwähnten Bfen-
fabrik IN u tz in Altona werden wir Proben von Töpfereien
in einem der nächsten Veste bringen. Die Schriftleitung.

Aum fünfzig) äßriHen (Keskeßen des
(Kaxerifchen 0<unftgewer6evereins.
(Don L. Smekin.

(Schluß.)

ach zwei Richtungen hat der perein
in den letzten Jahren seine Thätig-
Feit eingestellt; Zeichensaal und
Schule, in den ersten Pereins-
jahren wichtiger noch als die Zeit-
schrift, waren dank der Besserung
der Verhältnisse in den achtziger Jahren überflüssig
geworden. Beide Einrichtungen waren im Anfang
unentbehrlich; sie standen unter sich insoferne in
engem Zusammenhang, als die vom Verein zur
Anfertigung von Entwürfen für die Gewerbsmeister
bestellten Zeichner auch die Schule zu versorgen hatten.

Der Zeichensaal war der ältere Zwilling; es
siel ihrem ersten Leiter penn. Dyck von vornherein
eine sehr große Aufgabe zu, zu deren Bewältigung
häufig auch andere Kräfte des Vereins beigezogen
werden mußten, wie z. B. bei den Vorbereitungen
zur (85^ er Ausstellung durch Anfertigung von Ent-
würfen für Ausstellungsgegenstände. Die Thätigkeit
der Vereinszeichner war aber sehr erfolgreich; bald
liefen auch Bestellungen von auswärts ein, — z. B.
von der Zentralstelle für Pandel und Gewerbe in Stutt-
gart. Zn; Jahre \ 869 hatte Ad. Seder im Zeichen-
saal etwa 300 Zeichnungen zu fertigen, im pahre
^872 J. v. Schmaedel in sieben Monaten 243 Blätler
und Seder etwa ebensoviel im Auftrag König

;;7. Porzellan-Vasen von Bing und Gröndahl, Kopenhagen; Modell von Elias Petersen.

(Ungefähr '/„ der wirkl. Größe.)

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