Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 51.1900-1901

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Delegiertentag des Verbandes Deutscher Aunstgeroerbevereine zu Hamburg.

i°)2. Einband zur Adresse der Adelsgenossenschaft; Entwurf von F. Med er er,
München; Lederschnittarbeit von F. X. Weinzierl, Neu-Pasing. (Vo &• nt.'(Sr.)

Karl D i e 11, München gefertigteti
Adressen durch ihre reizvolle, im
Stil des f8. Jahrhunderts ge-
haltene, buntbemalte Umrahmung
aus?) Aus dem Boden der Re
naissance, aber doch durch den
reichen Blumenschmuck modernen
Bestrebungen verwandt, erscheint
die Einfassung der Lehrervereins-
Adrefse (Abb. bei welcher

die linke Randleiste in der Haupt-
sache spangrün, die Blumengewinde
bunt, mit Gold untermischt, ge-
halten sind.

Aus dem Bereich der Archi-
tekturmalerei bot die —■ auch in
der Schrift vortreffliche — Adresse
des Germanischen Nationalmuseunls
ein überaus reizvolles Beispiel in
der Kopfleiste sAbb. ^05), die einen
Teil des Museums als Winterbild
zeigte.

Als bedeutsame, nicht ausge-
stellte Festgabe verdient schließlich
die Kassette hervorgehoben zu wer-
den, die zur Aufbewahrung der
Städteadressen dient, — eine prach
tige Arbeit in Elfenbein und Silber,
nach Entwurf von Fr. Brochier,
Nürnberg, ausgeführt von charrach,
München. G.

*) Das faltig gewordene Pergament
war leider der günstigen photographischen
Aufnahme hinderlich.

zu der jDrinzregentenstistung verzeichnet wurden. Die
gleichmäßige, wohlthuend ruhige Erscheinung kenn-
zeichnet diese Schriftprobe aus den ersten Blick als
eine nahe verwandte mit der daneben stehenden st)robe
aus der Benediktiner-Adresse, die von derselben chand
stammt. In Bezug aus die farbige Ausstattung sei
bemerkt, daß die Überschrift in Gold gehalten ist und
daß Gold auch innerhalb der schwarzen Schrift (bei den
Majuskeln) sowie in den bsauptzügen der Initialen
und der Randleiste eine maßgebende Rolle spielt;
die Randleiste besteht im übrigen aus schwarz einge-
faßtem Rankettwerk, dessen Grund abwechselnd rot
und grün ausgesüllt ist.

Bei einer größeren Aitzahl anderer Arbeiten
war es weniger die Schriftweise an sich, als vielmehr
deren Begleitung — Kopfleisten, Initialen, reich-
verzierte Überschriften —, welche künstlerisches Interesse
erweckte; beispielsweise zeichneten sich die beiden von

(Dekegiertentag des (Verbandes
(Deutscher (Xunstgewerbevereine
zu Hamburg.

s Sonntag, den 28. April, hatte der
Vorort Hamburg den Delegiertentag
Deutscher Kunstgewerbevereine zu sich
einberufen; um jO Uhr erüffnete der
2. Vorsitzende des Hamburger Vereins, Dir. Dr.
Brinckmann die Verhandlungen. Es waren an-
wesend 27 Delegierte, welche \7 Kunstgewerbevereine
vertraten, dazu ft) Gäste; 7 Vereine waren tticht
vertreten. Das Bureau wurde durch Acclantation
gebildet, und bestand aus den Herren Vr. Just.
Brinckmann f. Vorsitzender, Dr. Roßbach, Bau-
rat, Leipzig, 2. Vorsitzender, Weiß, Stadtbaumeister,
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