Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 51.1900-1901

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Lhrouik des Bayer. Kunstgewerbevereins.

\62. Lüstrirte Basen von K. Kornhas, Karlsruhe. (V« der wirkt. Gr.)

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■JUfgetnetne (Vereinsnachrichten.

von den Abbildungen nach dem verlorenen Airchcnschatz
der St. Michaels-kjofkirche (20 große Lichtdrucktafeln und zahl-
reiche Tcxtbilder in Mappe) kann an vexeinsmitglieder eine
Anzahl Exemplare zu dem ermäßigten Preis von je ;o Mk.
abgegeben werden, sofern sich eine größere Zahl von Abnehmern
meldet. Das Werk liegt sammt Eiuzeichuungsliste auf dem
Vereinssekretariat auf.

ZS2. Johannesbüste in lüstrirter Majolika von K. Kornhas,
Karlsruhe. (‘/s der wirft. Gr.)

Mochenversaimnkungen.

Erster Abend — den 6. November. — Der (. Vereins-
Vorstand, Prof. v. Thiersch, eröffnete die Versammlung durch
eine warme Begrüßungsansprache, mit Rückblick auf den ab-
gelaufenen Sommer und seine Ausstellungen: Die Sommer-
ausstellnng des Vereins deckte leider die Mehrkosten nicht, und
bei der Pariser Ausstellung muß mau sich mit den ideellen Er-
folgen trösten. — Xiad} dieser offiziellen Eröffnung trat die
für den ersten Abend zur Herrscherin erkorene Gemüthlichkeit
in ihr Recht und sie waltete denn auch bald uneingeschränkt in
deni von einzelnen Mitgliedern der z. Kommission —- besonders
den Herren Ringer, Steinicken, Zenkert — hübsch ausgeschmückten
Saale; in ihrem Gefolge ließen das Hausorchester (Bürger-
sängerzunft) heitere Weisen, die Hofmusiker Schellhorn (Flöte)
und Hain dl (Klavier) einige Dno's und Hofdrechsler Lndres
launige Liedervorträge mit Zitherbegleitung hören.

Zweiter Abend — den 12. November. — Projektions-
bilder von der pariser Ausstellung, mit Erläuterungen durch
Direktor Welzel. Wer die Ausstellung besucht hatte, konnte
hier seine Erinnerungen wieder auffrischeu — und wem es
nicht vergönnt war, nach Paris zu reisen, der bekam durch
diese Vorführung in Verbindung mit den Erklärungen wenigstens
einigermaaßen einen Begriff von dem Umfang und der Viel-
seitigkeit der Riesen-Schaustellung an der Seine. Die geradezu
beängstigende Besetzung des Saales und der Galerie regte im
Laufe des Abends den Vorsitzenden au, zu vorschläaeu behufs
geeigneterer Ausnutzung des Raumes durch andere Tisch-
aufstellung rc. aufzufordern.

Dritter Abend — am 20. November. — Fortsetzung der
Berichterstattung des Direktors Welzel über die Pariser
Weltausstellung. In seinem niehr als anderthalb Stun-
den währenden Vortrag wußte der Vortragende, unterstützt
durch einige Hundert Abbildungen, von allem kunstgewerblichen
Ausstellungsgut die bezeichnendsten auf der Ausstellung zu
Tage getretenen Merkmale zu veranschaulichen, wobei besonders
auch die hervorragenden französischen Arbeiten (Keramik und
Juwelierkunst) gewürdigt wurden, wenn auch nicht verschwiegen
werden konnte, daß das französische Kunsthandwerk fast ganz
jenes bewußte vorwärtsstreben vermissen lasse, das die nordischen

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