Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 51.1900-1901

Page: 188
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kuh1900_1901/0209
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Kleine Nachrichten/

308. (Pariser Ausstellung.) Gruppe aus Lchwedens paus.

über die letzte Pariser Ausstellung, die er schon
in schwer leidendem Zustande verlassen mußte, er-
eilte ihn der Tod im eben vollendeten 68. Lebens-
jahre. G.

Lehrwerkstätte der Vereinigten Werkstätten für
Rmist im Handwerk. Tie Vereinigten Werk-
stätten sür Kunft im Handwerk, die schon aus eine
mehrjährige erfolgreiche Thätigkeit zurückblicken,
wollen jetzt der Ausführung eines schon bei der
Gründung gefaßten planes nähertreten. Sie wollen
eine Schule für kunstgewerblichen Unterricht einrichten,
und zwar nicht wie die bisherigen Schulen für Aunft
gewerbe, in denen Handwerker einen künstlerischen
Unterricht erhalten, sondern eine Anstalt, in welcher
berufsmäßige Aünstler und Aünstlerinnen handwerk-
lichen Unterricht erhalten. Jedem einzelnen soll Ge-
legenheit gegeben werden, an Hand von ihm gestellter
Aufgaben eine Reihe von Techniken kennen zu lernen.
Da voraussichtlich sich viele Damen melden werden,
so haben die Vereinigten Werkstätten den Ureis der
bis jetzt bei ihnen geübten speciell weiblichen Techniken
erweitert, indem sie sich mit der Uunstwebeschule
Scherrebek ins Benehmen setzten und eine Filialschule
von Scherrebek begründet haben. Als Lehrerin wurde
Frau Guste pühn, welche das Lehrdiplom für Hand-
weberei in Scherrebek erworben hat, berufen. Der
Lehrkurs begann am (3. Dezember. Die Vereinigten
Werkstätten hoffen, durch Errichtung dieser Webe-
schule einerseits Uünstlerinnen Gelegenheit zur Er-

lernung einer Technik zu verschaffen, in welcher sie
dann eigenhändig ihren Erfindungen eine technisch
vollendete Gestalt geben können; anderseits aber
können handgeschickte Damen den Ureis ihrer häus-
lichen Uünste erweitern und durch Selbstanfertigung von
gewebten Portieren, Teppichen und Wandbehängen
Werke schaffen, welche hoch über den zumeist von
unseren Frauen geübten Liebhaberkünsten stehen.

m

'T'vie Töpfereifabrik von Hermann Muy in Al
^ tona hat in jüngster Zeit eine Reihe von inter-
essanten und neuartigen Thongefäßen mit flüssigen
Glasuren zur Ausführung gebracht, welche der Auf-
merksamkeit der Uunstfreunde wert sind. Schon im
vorigen Jahre erregten diese Arbeiten in Hamburger
Uennerkreisen das Interesse von Liebhabern und
Museumsleitern. Außer den: Museum für Uunst-
gewerbe und Industrie hat auch das Thaulow-Mu-
feum in Uiel eine größere Auswahl dieser Gefäße
angekauft. Als unlängst der Direktor des lVlusee des
arts decoratifs die Musischen Erzeugnisse in Ham-
burg kennen lernte, hat derselbe eine Anzahl der-
selben für das Museum in Paris erworben, wo sie
bei der Aunstgewerbe-Abteilung der großen Aus-
stellung auch vertreten waren.

Diese Gefäße erinnern in ihrer Erscheinung und
im Ton vielfach an das alte Seladon-Porzellan,
aber ihre Formen und Farbenwirkungen sind noch

;88
loading ...