Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 51.1900-1901

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Dom Büchermarkt.

50H u. 505. Dekorative Malereien aus einer Reihe von zwölf
Feldern, gemalt im horsaal des Bayer. Gewerbemuseums in
Nürnberg von Aarl Lurtzing, München.

zimmer vorhanden ist —), sowie je eine farbige
Innenperspektive und der zugehörige Mäbelverteilungs-
plan. Es werden ausgesetzt je ein Preis zu WOO,
750 und 500 M., sowie 2 Preise zu je 500 IN. Der
Ankauf weiterer Entwürfe bleibt Vorbehalten. Von
den preisgekrönten bezw. angekauften Entwürfen
sollen nach Auswahl der Preisausfchreibendeti auf
deren Kosten mehrere ausgeführt und auf der im
Jahre fst02 in Düsseldorf stattfindenden Ausstellung
in besonders erbauten Arbeiterhäusern zur Schau
gestellt werden. Zweck der Ausstellung ist, den
Möbelfabrikanten und den Arbeitern Wohnungs-
einrichtungen zu zeigen, welche ohne allen über-
stüsstgen Zierrat und ohne Imitation feinerer polz-
arten behaglich, zweckmäßig und schön sind und
gleichwohl nicht mehr Mittel zur Anschaffung er-
fordern, als die bisher gebräuchlichen Einrichtungen.
Das Preisrichteramt haben übernommen: Landesrat

Brandts, Professor Schill und Rentner Brüggemann
in Düsseldorf, Baurat Schmohl in Essen, Stadtbau-
inspektor Schilling und Direktor des Kunstgewerbe-
museums Br. v. Falke in Köln und Schlosser Schröder
in Köln-Nippes. Die Wettbewerbsbedingungen können
vom Bureau des genannten Rheinischen Vereins in
Düsseldorf, Adersstraße s, bezogen werden. Die Ent-
würfe sind bis zum f5. Oktober d. Is. beim Direktor
des Kunstgewerbemuseums in Düsseldorf einzureichen
und bleiben dortselbst nach Schluß des Preisgerichts
Tage lang ausgestellt.

m

u unseren Bildern ist nur zu bemerke», daß
sowohl der Fries auf S. 508, wie die gegenüber-
stehende Tafel 6 als Schablonenmalerei gedacht sind;
die übrigen Bilder bedürfen entweder keiner weiteren
Erklärung oder sie sind direkt von den notwendigen
Erläuterungen begleitet.

(Vom (Küchermarßi.

. van de Velde'ö Geschäfcskacalog. Verlag der
Werkstätten für angewandte Kunst, Berlin W.,
Linkstraße p Abt. Möbel, Preis 5 Mk.

Raum Einer der ganz Modernen hat so rasch
für seine künstlerischen Ideen Verständnis, vertrauens-
volle Unternehmer und opferbereite Gönner gefunden
als der belgische Dekorations-Künstler P. van de Velde;
kauin ein Lustrum ist es her, seit der „Pan" als erstes
unter den deutschen Kunstblättern sich mit ihn: be-
schäftigte, und schon hat sich unter seinem Namen in
Berlin eine Gesellschaft mit beschränkter Paftung ge-
bildet, welche die Perstellung und den Verkauf der
van de Veldeschen Arbeiten im großen betreibt. Man
kann von dein Tharakter der dekorativen Kunst van
de Veldes nicht leicht ein so zutreffendes Bild be-
kommen wie durch den vorliegenden Katalog, in welchem
ganze Zimmereinrichtungen und einzelne Möbel in
großer Auswahl angeboten werden. Zweifellos findet
sich darunter — was auch von den blindesten Vem
ehrern dieser Kunstrichtung schwerlich bestritten werden
wird — manches Gesuchte, Unnatürliche, Gewaltsame,
und es ist auch verständlich, wenn Viele von der kalten
Nüchternheit der Möbel abgestoßen werden; aber
die Echtheit des Materials, dis überall unverkennbare
Solidität, welche auch bei der verschrobensten Linien-
führung selten zu kurz kommt, werden immer ihre
Anziehungskraft auf die Freunde anspruchsloser
Dauerhaftigkeit und auf die Feinde überflüssigen
Schnörkelwerks bewähren. Daß den praktischen Ge-
sichtspunkten überall Rechnung getragen wäre, läßt
sich nicht behaupten. So verständlich es z. B. auf den

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