Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 55.1904-1905

Page: 46
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kuh1904_1905/0063
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
lltobertie Münchener Exlibris-Ieichner.

78. Julius Diez.

Exlibris. kfumorlaunige Exlibris zeichnet <S. ID c i u e i s
(S. 53), ein Aünstler, der wie Welti viel mit jhexen, Teufeln
und Gnomen zu tun hat, sie aber immer in sinnige Ver-
bindung mit dem Bucheigner setzt, so daß sie nicht als
leere Schemen auf den Blättern stehen. N)ie kurios er oft
einen Namen für ein „redendes" Exlibris verwertet, zeigt
sein Bucheignerzeichen für j. E. Schneckendorf. Ein gutes
„redendes" uud zugleich dekorativ wirkendes Exlibris ist das
für Dr. Fr. Mülberger von Ferd. Nockher (S. 53).
Dekorativ wirksame, richtige Bibliothekzeichen sind die von
p. paustein (S. 55) für den Schriftsteller Rich. Braun-
gart, Ferd. Nockher für Ludwig Nockher, Erich Erler-
S a m a d e n für das Breslauer Kunstgewerbemuseum uud
Fr. pegenbart für den Schreiber dieser Zeilen (Abb. W3);
besonders das letztgenannte Exlibris darf ein in bezug auf
Siunbildlichkeit und dekorative Wirkung geradezu muster-
gültiges genannt werden. Ein edles Blatt, das hindernis-
reiche Streben des Aünstlers zu sonnigen pöhen trefflich
symbolisierend, ist das eigene Exlibris des Radierers Fritz
Lfegenbart (Abb. JO^). Eher wunderlich zu nennen ist
das Eigenexlibris des Märchenzeichners Ernst Areidolf
(Abb. ^06), in Lithographie ausgeführt und die Sonder-
art des Urhebers gut repräsentierend. Aus der Serie der
vom Maler-Radierer Vskar Graf-Freiburg radierten

Bibliothekzeichen reproduzieren wir das
neueste, eben fertig gewordene Blatt, das
zugleich das schönste der bisher von Graf
geschaffenen Exlibris ist (Abb. 72).

Die Exlibris, die wir im Text nicht
erwähnen, sind darum nicht weniger gut,
brauchen aber keine Erklärung, da sie in
ihrer Art ohnedies verständlich oder bloß
dekorativ wirkend sind.

Jedenfalls erbringt schon diese, durch-
aus nicht vollständige (es fehlen die vielen
Exlibris jener Aünstler, die gelegentlich
auch Bibliothekszeichen schaffen, und die
vielen bereits in dieser Zeitschrift und ander-
wärts veröffentlichten Bucheignermarken)
Schau über die modernen Münchener Ex-
libriszeichner den Beweis für die künst-
lerische Wertgrädigkeit und Vielseitigkeit
der Münchener Erzeugnisse dieses liebens-
würdigen und inhaltsreichen Zweiges der
angewandten Aunst.

EXÜBRiS-
•lOSEpH HVBER-


79. Julius D iez.

46
loading ...