Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 55.1904-1905

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Unsere Bilder.

558 U. 559.
Schillermedaille
von Dr. Dan. Greiner,
Darmstadt. (Im Verlag von
Adolf L. Lahn, Frankfurt a. M.)

ist man sofort in der Lage, nachzusehen, wer der
Inhaber eines Gebrauchsmusters ist, wie der Titel
eines Musters lautet, von den: man die Nummer
kennt, oder seit wann dasselbe läuft. Ebenso läßt sich
auch nachsehen, wer seit dent obengenannten Datum
in einer bestimmten Masse eiitgetragen ist. Die Be-
nutzung dieses Verzeichnisses ist jedem zu empfehlen,
der nicht init den Rechten von Gebrauchsmustern
anderer in Aonflikt kommen will, und dies u»t so
mehr, als bekanntlich die Eintragung eines Ge-
brauchsmusters keiner Prüfung unterliegt, also auch
längst bekannte Lachen unter Schutz gestellt werden.
Selstverständlich kann man sofort und mit Erfolg
die Löschung derartiger Gebrauchsmuster beantragen.

(Unsere Kikder.

ie Bilder dieses peftes gliedern sich in
drei Gruppen. Die beiden ersten, welche
Geschichte und Entwicklung des Münch-
ner Stadtwappens und die Arbeiten
des Münchner Architekten W. Lp an-
nagel illustrieren, sind durch den begleitenden Text
erläutert; die dritte Gruppe verdankt ihr Dasein der
jüngst stattgehabten Lchillerfeier vom 9. Mai, denn zu
ihr hatte auch die dekorative Run st ihre» Teil beizu-
tragen gewußt, nicht allein in flüchtigen Festdekora-
tionen und Aufzügen, sondern auch in Merken, die auf
die Dauer berechnet sind und sich durch ihren inneren
Mert dafür legitimieren. B. G. Teubners Verlag,
dessen emsiger Tätigkeit wir schon so manche schöne
und auch Minderbemittelten zu erschwingende Farben-
lithographie als Wandschmuck verdanken, hat von
Aarl Bauer zwei Bildnisse lithographieren lassen,
die beide in gleichem Maß dem hochstrebenden
Sinnen und Denken des Dichters gerecht werden.
(Die Größe der beiden Bilder ist 60:50 bzw. (9:29i
der Preis 3 und ( M., gerahmt zu (0,50, \2 und

(6, bzw. zu 2 und 3 M.; Prospekte sind von
B. G. Teubners Verlag in Leipzig zu beziehen.

Sehr erfreulich ist es, daß aus diesem Anlaß
auch der künstlerisch ausgeführten Medaille wieder
besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden ist; dem
Entgegenkommen einer Reihe von Aünstlern ver-
danken wir es, daß wir diese Nummer mit mehreren
Schillermedaillen schmücken können, die alle in Ori-
ginalgröße wiedergegeben sind. Zu den ersten, die
auf dem Plan erschienen, gehören zwei Medaillen
aus der Schweiz, wo man selbstverständlich den:
Sänger Teils mit besonderer Begeisterung huldigen
wollte. Die eine — von pans Frei in Basel
(Abb. 55^ und 555) zeigt auf der Vorderseite den
idealisierten, aber vielleicht doch etwas kurz geratenen
Prosilkopf des Dichters, auf der Rückseite einen stili-
sierten Lorbeerbaum, zwischen dessen Zweigen das
Datum (DIE IX. — M. MAII — „A.MCMV.), da-
runter die Widmungsinschrift: Nelvetiorum Lit>ertatis
praeconi. Die andere von Zean Aauffmann in
Luzern (Abb. 556 und 557) erweist sich durch die
Umschrift um den Zdealkopf als offizielle „Schiller-
huldigung der Stadt Luzern." Die Rückseite zeigt
einen knienden Landsknecht, der das Luzerner Wappen
hält und das Banner der Safrangesellschaft; damit
hat es eine seltsaine Bewandtnis. Die Safrangesell-
schaft, ehemals Zunft der Rrämer und anderer (Ge-
werbe, besitzt eine Stiftung, aus dem (7. Jahrhundert
von einem Bürger Fridolin an der palden, nach
welcher alle Jahre an: „schmutzigen Donnerstag"
(letzten Uarnevals- Donnerstag) — dieses Jahr an:
2. März — ein Fastnachts u n: z u g abgehalten werden
soll. Wenn keine besonders großen Umzüge vor-
gesehen sind, dann geht wenigstens ein großer deko-
rierter Wagen mit historischen Figuren, mit Vor-
reiter und Bannerträger der Zunft durch die Straßen
der Stadt. Dieses Jahr hat man drei „Fritschiväter"^)

9 „Fritschi", dialektische Abkürzung für Fridolin.

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