Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 55.1904-1905

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Kleine Nachrichten.

fünft" in die vorderste Reihe, Einklang
zwischen Architektur und dein damit
verbundenen Schmucke, Vermeidung des
Zusammenschweißens heterogener Mo-
tive. Gerade in dieser Hinsicht reden
diese schlichten Erscheinungen eine nicht
mißzuverstehende Sprache, denn sie zeigen
bei Vermeidung alles Überflüssigen das
Zusammenwirken des Raumes mit seiner
Ausstattung. Die Mittel sind nicht reich,
die Wirkung dennoch vielfach eine ge-
radezu überraschende. Eine Rückkehr
zur Art dieser Gebilde ist ausgeschlossen,
aber der Lernende kann daraus eine
Unsumme von Hinweisen gewinnen, wie
er bei der Durcharbeitung neuzeitlicher
Ausgaben verfahren, wie er den archi-
tektonischen Körper und sein Gewand in Einklang
zu bringen versuchen soll — nicht nach Rezepten,
sondern nach Notwendigkeiten. Die Architektur der
Zukunft wird diese Forderung stellen und dadurch
wieder zur führenden Kunst werden.

Wann, wo werden sich Männer, grauen in
Deutschland, in Österreich, in der Schweiz finden,
die Ähnliches aus eigener Kraft, aus eigenen Mitteln,
aus Liebe zur Kenntnis der eigenen Scholle unter-
nehmen? Werden die bestehenden Museen auch
weiterhin trotz ihres fragmentarischen Inhaltes als
das letzte Ziel angesehen werden? Hoffentlich nicht

mehr lange! „ , . ,

v. Berlepsch-Valend as.

Berichtigungen. Die Fußnote { auf 5. s6fl
bedarf einer Korrektur, insofern als nur der 5. {77 zu
Abb. 535 benutzte Druckstock von Direktor Grosch in
Lhristiania, die übrigen — 3s5 bis 525 — aber
von Dr. Gunnar H azelius, dem Direktor von Skansen

q.27. Lyngby; Bautenmusenm. Dänisches Doppelgehöft aus Näß. Garten.

in Stockholm geliehen wurden. — Bei dem Stapel
auf S. f 9 i (Abb. 568 und 369) ist irrtümlicherweise
Skansen in Stockholm als Standort vermerkt, wäh-
rend das Original noch seinen ursprünglichen Platz
in Söderköping einnimmt.

(Meine Nachrichten.

(Vereine, Museen, Schuten, Äussieltungen,
Mettkewerke <tc.

'7'ye Lehrstelle für ornamentales und kunstgewerb-
liches Zeichnen an der Nürnberger Kunst-
gewerbeschule — die durch den Tod des Professors
Behrens erledigt war — ist Hermann Bek-Gran
in München, der unseren Lesern aufs Vorteilhafteste
bekannt ist, übertragen worden.

m

'Tu der Machricht von dem Verkauf der deutschen
QJ Raume in ©t. Louis, von der wir in Heft 6
(5. {66) berichtet hatten, sie beruhe „auf einem Irr-
tum oder auf — Reklame", erfahren wir, daß von
sämtlichen deutschen Zimmern nicht weniger als 22
(u. a. vier hessische und sämtliche badische) verkauft
worden sind, darunter 2 s an das Kaufhaus Wana-
maker — unstreitig ein großer Erfolg des deutschen
Kunstgewerbes, speziell im Gebiete der Wohnungs-
ausstattung. — Unsere Notiz, derzufolge die Nach-
richt von dem Verkauf sämtlicher deutschen Räume
auf einem Irrtum beruhe, entsprang der Mit-
teilung, daß Wanamaker von dem Ankauf eines
der größten Räume, der Dülferhalle, widerrechtlich
zurückgetreten ist, einer Mitteilung, die infolge eines
Mißverständnisses auch auf die übrigen deutschen

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