Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 55.1904-1905

Page: 55
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Dom Büchermarkt.

Säle für Vorträge, Vereinszimmer, Wirtschaft re.
Das Gelände, das mit umfangreichen Gartenanlagen
ausgestattet werden soll, stößt mit seinem einen
Schmalende an den Schloßteich. — Es werden nur
Zeichnungen in { : 200 verlangt sowie eine perspek-
tivische Darstellung. Drei Preise: s500, \000 und
500 ITt.; Ankauf nicht preisgekrönter Entwürfe für
je 500 ITT. Vorbehalten. Einlieferungstag: J7. De-
zember fHOch — Der Wettbewerb soll nur ein vor-
läufiger sein, der die Baufrage klären soll. #

(Vom (Küchermarßi.

ugendblärcer, 5 s. Zahrg. Schriftleitung: Lothar
Meillinger. \90^/05, p £}eft. Preis des Zahr-
gangs von \2 heften ^,20 11c.

Man hat es in den letzten Zähren mehr wie
früher als eine zur künstlerischen Erziehung unent-
behrliche Notwendigkeit bezeichnet, die „Kunst im
Leben des Kindes" mehr zu berücksichtigen. Bilder-
bücher gibt es in Menge, auch ein paar sehr gute
darunter; fast immer aber sind darin die Bilder
Selbstzweck, bzw. Zllustrationen der Begleittexte, ohne
Rücksicht aus typographisch vorteilhafte Wirkung.
Die Schriftleitung der „Zugendblätter" hat dies offen-
bar erkannt und alles getan, um die zeichnende Kunst

in den Dienst des Druckwerks zu stellen; ganz ab-
gesehen von dem gediegenen textlichen Gehalt, der
uns hier nichts angeht, bilden diese kieste treffliche
Belege für die Bestrebungen, dein Kinde die Kunst
nicht als eine Sache für sich, sondern als eine not-
wendige Begleiterin des täglichen Lebens nahe zu
bringen, kjat doch schon Maximilian Dasio von
dieser Zeitschrift gesagt, daß sie sich durch „künst-
lerischen Buchschncuck vorteilhaft" vor anderen
Zugendzeitschriften auszeichnet! — Znhalt und Aus-
stattung treffen mit großer Sicherheit den Ton,
der in der Seele des Kindes verwandte Saitei:
klingen läßt. D.

-i /Bilderfriese und Rinderbilder in farbiger Künstler-

steinzeichnung von Gertrud Easpari. R. Voigt-
ländersVerlag; priese \ 15X^1 cm,Bilder50XHs cm.
(Ein Fries ^,50 M., zwei Friese 8 M.; ein Bild
2,50 M.)

Diese Kinderfriese und -Bilder kommen wirklich
einem Bedürfnis entgegen; denn mehr Wert als alle
theoretischen Erörterungen über die „Kunst im Leben
des Kindes" haben solche praktische Proben, die den
allein gangbaren Weg weisen, das Kind von früh
auf an Werke der Kunst zu gewöhnen. Diese Friese,
auf denen die Kleinkinderwelt wie das kleine bjaus-
getier so munter und lustig dargestellt sind, werden
unseren Kleinen viel Freude machen; wer in der
Lage ist, seinen noch nicht oder kaum schulpflichtigen
Kindern einen gesonderten Hellen Winkel in der Stube
einzurichten, der kann zur farbigen Belebung und
zur sachlichen Ausschmückung kaum etwas Geeig-
neteres finden als diese heiteren Bilder, die den
bekannteren englischen und belgischen nichts nach-
geben. L.

;06. Paul Haustein.
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