Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 55.1904-1905

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3*5. Stockholm; Nordisches Museum. Stube aus Skäne; ursprüngliche Aufstellung im Museum?)

skandinavische Museen.

Sine (beiseffuLie.

ls s855 das Werk von Eisen-
lohr: „Holzbauten des Schwarz-
waldes", weiter \857 die „Holz-
bauten des Berner Oberlandes"i) 2),
ausgenommen von Weinbrenner
und 3- Durm, s86s das Buch
von Barin über den gleichen Stoff erschien, Glad-
bach f863 mit seinen ersten Veröffentlichungen über
„Schweizerische Holzbauten" herauskam, Eilert Sund
mit den: grundlegenden kleinen Werke „Wohnungs-
gebräuche aus dem Lande in Norwegen" (\862) an
die Öffentlichkeit trat, um das Zntereffe für hoch-
bedeutsame Leistungen einer im Verschwinden befind-
lichen Kultur in weiteren Kreisen zu erwecken, da
fanden diese Vorboteti einer im letzten 3ahrzehnt erst
zu richtiger Bedeutung gelangten Erforschung lange

i) Die Druckstöcke zu den Abb. 3*5 — 525 und 335 ver-
danken wir dem Entgegenkommen des Herrn Direktor G r o sch
in Kristiania, dem wir an dieser Stelle unseren aufrichtigen
Dank sagen.

s) Schon *8-*-* hatten Grasfenried und Sliirier in Bern
ein von außerordentlichem Verständnisse getragenes werk
»Arcllitecture Luisse cm choix de maisons rustiques des Alpes
du Canton de Berne« veröffentlicht.

brach liegender Gebiete wenig Beachtung außerhalb
eng begrenzter Fachkreise. Semper hat zwar wiederholt
aus diese Zeugen handwerklicher Banarbeit und das
Verhältnis zur Landschaft, in der sie stehen oder
standen, hingewiesen; eigentlich besaßt hat er sich
mit diesen Dingen nicht. Die fragen der „hohen
Kunst" überwogen allzusehr, als daß eine eingehende
Würdigung dieser im besten Sinne „naturwüchsigen"
Objekte hätte Hlatz greisen können. Um die kultur-
historische Seite der Sache aber kümmerte sich sozu-
sagen niemand. Die Zeitströmung hatte andere
Ziele. große Umwälzung war in vollem

Gange, die, durch den Bau der ersten Eisenbahn
bezeichnet, alle Bestrebungen der Arbeit im Ver-
laus weniger Jahrzehnte in neue Wege leitete. Die
Tätigkeit der Maschine, der fabrikmäßige Betrieb der
Herstellung von tausend und abertausend Dingen,
die überall zugrunde gelegte, praktischer Nutzanwen-
dung dienstbar gemachte wissenschaftliche Erkenntnis,
begann beiseite zu schieben, wozu es früher manu-
eller Kunstfertigkeit bedurfte. Mit einer Schnellig-
keit ohnegleichen drang die Flut der neuen Ergeb-
nisse in die entlegensten Landstriche, verdrängte in
kurzer Zeit während Hunderten von Zehren in
stetigem Entwicklungsgänge gereiste Gewerbetätigkeit
wie Hausindustrien, und setzte an Stelle der bisher
hochgehaltenen Qualitätsarbeit das weit billigere

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Kunst und Handwerk. 55. Iahrg. Heft 7.

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