Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 55.1904-1905

Page: 32
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Chronik des Bayer. Kunstgewerbevereins.

die von dem geschäftsführenden Ausschuß der „Deut-
schen Gesellschaft für Volksbäder" (Berlin NW. 6,
Aarlsstraße f9) 3U beziehenden Programme. =i:

ur Erlangung eines künstlerischen Einbandes

für eine illustrierte Ausgabe von Dantes Divina
Comedia schreibt Vittorio Alinari in Florenz (In-
haber der bekannten Photographenfirma Fratelli
Alinari, via nationale 8, Firenze) einen Wettbewerb
aus. Die Konkurrenten müsseu das nach allen Regeln
der Kunst eingebundene Buch einreichen, wofür das
betreffende Bildmaterial gegen Einsendung von
^0 Lire (!!!) vom Ausschreiber bezogen werden muß.
Einlieferungstag: 30. Oktober f90((. Ls werden
zwei Preise verteilt; der erste besteht aus 300 Lire
uud einer goldenen Medaille, der zweite aus 200 Lire
und einer silbernen Medaille. Die preisgekrönten
Einbände werden Eigentum Alinaris. Die ein-
laufenden Arbeiten werden öffentlich ausgestellt. Die
Konkurrenten müssen angeben, um welchen Preis
sie den Einband liefern würden. — Zu- und Rück-
sendung der Arbeiten erfolgt auf Rechuung uud
Gefahr der Einsender. (Daß auch die Rücksendung
aus Rechnung der Preiswerber erfolgt, ist um so
unanständiger, als der Ausschreiber doch beansprucht,
daß mau ihm ein Exemplar seiner Dauteausgabe
für 40 Lire abkauft.I Die Schriftleitung.) -st

(Vom (Kücßermarßi.

lee, Fritz, Die Maske. 25 Tafeln (24-/3H) in
Mappe. Verl, von KarlScholtze, Leipz. Pr. (0M.
Die Mehrzahl derer, denen obiger Titel unter
die Augen kommt, wird der Meinung sein, es handle
sich hier etwa um eine geschichtliche Darstellung des
künstlerischen Entwicklungsganges der Maske; diese
Meinung wäre völlig irrig. Im Gegenteil! Nichts
von antiken, Renaissance- oder Barockmasken, sondern
lauter moderne Kompositionen, die wohl unverkenn-
bare Spuren ihrer Vorläufer zeigen, aber alle zu
mehr oder weniger Neuem verarbeitet und mit
kräftigen Strichen vorgetragen! Weit über hundert
Stück — das ist etwas viel; doch beweist dies zum
wenigsten, welcher endlosen Zahl von Abwandlungen
das uralte Symbol fähig ist, besonders wenn man
neben Hängebacken, Trief- und Schlitzaugen, Fleder-
mausflügeln, Hörnern, Bärten — unter denen auch
„Es ist erreicht" nicht vergessen ist — gelegentlich noch
Stoßzähne, Eselsohren u. ähnl. mit heranzieht und
dem Ganzen bald eine runde, bald eine drei-, vier-
oder fünfeckige Grundform anweist. Das zeichnerische
Geschick und die Phantasie des Herausgebers in
allen Ehren! Aber eine Sammlung der schönsten
Masken von der Antike bis zu Böcklin wäre lehr-
reicher gewesen I G.

LlMMt k5 SjMisKn AunflgkiMvkMkins.

-Alkgememe (Vereinenachrichken.

Die Wochenversammlungen des Vereins finden, mit No-
vember beginnend, jeden Dienstag abends 8 Uhr (erstmalig am
8. November) im Vereinshause statt; für diese Zusammenkünfte
hat die III. Kommission ein reichhaltiges Programm aufgestellt,
so daß auf einen zahlreichen Besuch derselben gehofft werden
kann. Gäste sind willkommen.

Programm der Vereinsabende zgo-f—zgos.

8. November, Lröffnungsabend: Vortrag des fferrn vr. K. v o l l:
„Honore Daumier, ein französischer Maler und Karri-
katurenzeichner." Hierauf gesellige Unterhaltung mit Musik.
>5. November: Vortrag des Herrn Professor vr. Sigmund
Günther: „Die Kunst im Leben der Naturvölker."

22. November: Vortrag des Herrn Joseph Kirchner: „Das
Kunstgewerbe als Hauptfaktor der Kunst fürs Volk."

2g. November: Berichterstattung über die Weltausstellung in
St. Louis.

6. Dezember: Vortrag des Herrn Prof, vr, Berthold Riehl:

rvonatello.-

;z. Dezember: Vortrag des Herrn Major a. D. Baumann:
„Reiseeriunernngen aus Mazedonien und Thessalien"
mit Lichtbildern.

Ferner haben für die Vereinsabende nach Neujahr Vor-
träge zugesagt u. a. die Herren: Professor vr. Giesenhagen,
Professor vr, K. Trautmann, H. <2. v. Berlepsch,
Städt. Archivrat v. Destouches usw. Nähere Angaben folgen
in der nächsten Nummer,

Vereinszeitschrist. An die Schriftleitung der ver-
eiuszeitschrift gelangen auf Umwegen hin und wieder
Wünsche nach Berücksichtigung von Arbeiten der Vereins-
Mitglieder. Die Schriftleitung ist gern bereit, solche
Wünsche im Einvernehmen mit der Redaktionskommission
in Betracht zu ziehen; sie ist für jegliche Anregung in
diesem Sinne dankbar und bittet deshalb die Vereins-
mitglieder um direkte Mitteilungen, von besonderem
Vorteil ist es, wenn Gesuche um Publikation von neuen
Arbeiten gleich von Photographien begleitet sind. Bei
größeren Gegenständen, die nur kurz oder gar nicht öffent-
lich ausgestellt werden können, empfiehlt es sich, die Schrift-
leitnng rechtzeitig von der Fertigstellung derselben zu ver-
ständigen, damit nötigenfalls Vorkehrungen zur photo-
graphischen Aufnahme getroffen werden können.

verantw. Red.: p>rof. £. Gmelin. — Herausgegeben vom Bayer. Aunftgewerbeverein. — Druck und Verlag von R, Gldenbourg, München.
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