Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — N.F. 5.1894

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Nekrologe. — Denkmäler. — Sammlungen und Ausstellungen.

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Bei der ersten der beiden wundervollen Büsten hatte
Bernini das Unglück, durch eine Ader im Marmor betrogen,
der Büste das Oberhaupt herabzuschlagen. Er begann die
Arbeit ein zweites Mal. So entstanden beide Büsten. —
Wohin mögen die übrigen Büsten der unglücklichen
Familie Borghese gekommen sein? Wenigstens diesen
Kardinal hätte man doch in Rom lassen sollen. — Wie
sehnt er sich nach seinem Prachtkabinett, hier schlecht
und unbeachtet aufgestellt! — Dagegen ist ganz gut
aufgestellt eine gleichzeitig von der Regierung der Ga-
lerie übergebene dritte Erwerbung aus Casa Borghese:
ein ganz unbedeutendes Bild, ein Studienkopf eines Hei-

Manet's anschloss, ist er der Nährvater des Impressionismus
im geistigen und materiellen Sinne gewesen. Als vermögen-
der Mann hat er den Impressionisten die ersten Schritte in
die Öffentlichkeit ermöglicht. Er mietete das Lokal für
; ihre ersten Ausstellungen und bezahlte die Anzeigen in den
Zeitungen. Als dadurch den Impressionisten der Weg ge-
bahnt worden war, zog er sich von dem Pariser Kunstlehen
in ländliche Einsamkeit zurück.

DENKMÄLER.

0 Zum Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I.in Berlin.
In der Sitzung des deutschen Reichstages vom 14. März ist
der Antrag der Budgetkommission, statt der in der Regie-

Sevres-Schale (Vinceunes

ligen ans der „Schule der Caracci"; fast wertlos, kostete
es, bis es in der Galerie hier war, der Regierung
1000 Frk.

Leider ist man mit den Umhängungen in hiesiger
Galerie noch immer nicht ganz fertig und der noch
nicht sehr alte Katalog sowie die Fremdenführer sind
infolgedessen fast unbrauchbar geworden.

A. W.

NEKROLOGE.

O Der französische Maler O. Caillebotte ist Ende Fe-
bruar in Gennevilliers hei Paris, wo er seit mehreren Jahren
gelebt hatte, nachdem er die Malerei mit dem Gartenhau
vertauscht, im Alter von 46 Jahren gestorben. Obwohl er
sich in seinen Bildern mehr dem groben Naturalismus

1753); von Yayasseur.

rungsvorlage geforderten 8 Millionen M. nur 4 Millionen M.
und als erste Rate davon 1100000 M. für das Denkmal Kaiser
Wilhelm's I. zu bewilligen, gegen die Stimmen der Sozial-
demokraten und der beiden Volksparteien angenommen wor-
den. Es wird nun vom Bundesrat abhängen, ob er dem
Beschluss des Reichstages zustimmen oder ob er eine andere
Vorlage einbringen wird. Die Denkmalsangelegenhoit ist
also damit noch nicht zur Ruhe gekommen. Nur so viel
steht fest, dass der Entwurf von R. Begas, an welchem auch
von allen Parteien des Reichstages eine abfällige Kritik geübt
worden ist, vielleicht mit geringen Veränderungen, zur Aus-
führung kommt.

SAMMLUNGEN UND AUSSTELLUNGEN.

A. R. Die Oesellschaft deutscher Aquarellisten, die im
Gegensätze zu den Aquarellistenvereinen in London, Paris
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