Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — N.F. 20.1909

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Der Neubau der Kunstakademie in Kassel ist am,
20. Oktober eingeweiht worden.

Professor Adolf Hildebrand, der berühmte Bildhauer
der auch mit der Feder so anregend von seiner Kunst Zeugnis
zu geben weiß, hat eine Sammlung seiner literarischen
Arbeiten veranstaltet, welche demnächst im Verlag von

Ich liefere bis auf weiteres:

FERD. SCHMUTZER, Entdecktes Ge-

heimniS. Originalradierung. Auf Japan. Platten-
größe 13X10 cm M. 5.-

FERD. SCHMUTZER, Holländisches

Mädchen* Originalradierung. Auf Japan.
Plattengröße 18X21 cm M. 5.-

Sdimutzer, der soeben zum Professor der graphischen Künste
an der Wiener Akademie ernannt wurde, steht unter den
lebenden Graphikern heute mit an erster Stelle und
seine künstlerisch und tedinisdi gleich vollendeten Radie-
rungen erfreuen sich mit Recht der höchsten Wertschätzung.
Die beiden hier angezeigten entzückenden Blätter gehören
der Frühzeit des Meisters an. Die Genreszene „Entdecktes
Geheimnis" zeigt die Eltern in der Bauernstube bei der
Lektüre eines Liebesbriefes der Tochter, die beschämt dieses
Studium über sich ergehen lassen muß. Das „Holländische
Mädchen" ist 1896 in den Niederlanden entstanden. Die
junge Holländerin, mit einem Kaninchen in den Armen am
Kochfeuer sitzend, blickt dem Beschauer voll ins Gesicht.

VERLAG VON E. Ä. SEEMANN IN LEIPZIG

J. H. Ed. Heitz (Straßburg) erscheinen wird. Die »Ge-
sammelten Aufsätze von Adolf Hildebrand* behandeln unter
anderem folgende Themen: »Einiges über die Bedeutung
von Größenvorstellung in der Architektur«, »Zur Museums-
frage«, »Beiträge zum Verständnis in der Baukunst«, »Wie
die Natur und die Kunst arbeiten«, »Münchener Künstler-
theater«. Die Artikel sind jeweils bei aktuellen Ver-
anlassungen entstanden und seinerzeit in verschiedenen
Zeitschriften und Zeitungen erschienen; ihr Erscheinen in
Buchform ist deshalb von besonderem Wert.

Eine große Stadthalle soll in Hannover auf dem
Gelände des Bella-Vista-Parkes errichtet werden, der sich
dem neugeschaffenen Maschparke mit seinem Rathaus-
und Museumsbau anschließt. Es wird durch das Zu-
sammenwirken der großen Monumentalbauten ein bedeu-
tendes Architekturbild gewonnen werden. Die baukünst-
lerische Gestaltung wird nach einem neuartigen Arbeits-
verfahren gelöst, das sich schon beim Rathausbau in Ham-
burg bewährt hat. Nach Programmskizzen des Stadtober-
baurates Dr. Wolff und mit ihm gemeinsam entwirft eine
Gruppe hannoverscher Architekten die Baupläne. Nach
ihrer Feststellung bearbeiten die einzelnen Architekten in ab-
geschlossenen Gruppen die baukünstlerischen Ausführungen,
denen durch dies Verfahren eine reiche Abwechselung,
namentlich der Innenräume, gesichert wird. Man erwartet
auf diesem Wege schnellere und reifere Erfolge und hat
daher von dem ursprünglich geplanten Wettbewerb Ab-
stand genommen.

Königliche Akademie der Künste zu Berlin

Die Wettbewerbe um die Großen Staatspreise im Betrage von je 3300 Mark finden im Jahre 1909 auf
den Gebieten der Bildhauerei und der Architektur statt. Zugelassen zu diesen Wettbewerben werden
nur Künstler preußischer Staatsangehörigkeit, die zurzeit der Bewerbung das 32. Lebensjahr noch nicht
überschritten haben.

Bewerbungen haben zu erfolgen entweder:

bei der Akademie der Künste in Berlin bis 20. März 1909 oder bei den Kunstakademien in Düsseldorf,
Cassel, Königsberg i. Pr. und dem Staedel'schen Kunstinstitut in Frankfurt a. M. bis 10. März 1909.

Ausführliche Programme für die Wettbewerbe können vom Bureau der Akademie der Künste in
Berlin W. 64, Pariserplatz 4, unentgeltlich bezogen werden.

Berlin, den 15. Oktober 1908.

Der Senat, Sektion für die bildenden Künste

Arthur Kampf.

Königliche Akademie der Künste zu Berlin

Der Wettbewerb um das Stipendium der Ersten Michael Beer'schen Stiftung im Betrage von 2250 Mark
findet im Jahre 1909 für Bildhauer jüdischer Religion statt.

Zugelassen zu diesem Wettbewerbe werden nur Künstler im Alter von 22 bis 32 Jahren, die ihre
Studien auf einer deutschen Akademie gemacht haben.

Bewerbungen haben bis zum 20. März 1909 zu erfolgen.

Ausführliche Programme für diesen Wettbewerb können vom Bureau der Akademie der Künste in
Berlin W. 64, Pariserplatz 4, unentgeltlich bezogen werden.

Berlin, den 15. Oktober 1908. ^ ^ {fi|. ^

Arthur Kampf.

Inhalt: Die Zukunft der Nationalgalerie. — Der Pariser Herbstsalon. Von K. E. Schmidt. — Ooltl. Biermann f. — Personalien. — Wettbewerbe:
Bibliographisches Institut in Leipzig; Kirche in Schöneberg; Villa Marmagliano. — Beispiel zur Erhaltung alter Bauten; Wiederaufbau
des Palazzetto diVenezia; Leonardos Abendmahl in Mailand. — Neue Rembrandturkunden; ein Vermeer wiedererkannt; Freskomalereien
aus dem 14. und 15. Jahrhundert. — Ausstellungen in Berlin, London und München. — Neuerwerbung des Münchener Antiquariums;
sächsisches Denkmalarchiv; Museo Stibbert. — Zwei Vermächtnisse an den Verein Berliner Künstler. — Festvortrag von Georg Treu. —
Vermischtes. — Anzeigen.

Herausgeber und verantwortliche Redaktion: E, A. Seemann, Leipzig, Querstraße 13
Druck von Ernst Hedrich Nachf. g. m. b. h. Leipzig
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