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Dörpfeld, Wilhelm; Reisch, Emil
Das griechische Theater: Beiträge zur Geschichte des Dionysos-Theaters in Athen und anderer griechischer Theater — Athen, 1896

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https://doi.org/10.11588/diglit.5442#0320

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II. Kovicrrpa, a!y|J.a. 3^5

Suidas bezeugt den Namen xovfeTpa, s. v. (jxyjvV)' [Aeta Bs t^v cpy^atpav ßw^.b;
toü Aiovuaou ... o? xaXeiTat Oo^-eXt] . . . y.=Ti oe tyjv 8u(jiXvjv ■fj xovi'ffTpa, tout&ti to
iiaxw sSa^o? tou Gsohrpou. Das Wort entspricht dem lateinischen arena. Bei Pollux
III, 154 wird die xovfetpa neben äitoSur^piov, yuy.väaiov, waXaiffTpa als totto? ty;? aaxr,-
ssw? genannt, vgl. Suid. s. v. xövforpa' itaXaforpa ^ xuXtatpa. Der Name konnte
aber auf die Orchestra nur übertragen werden, wenn sie zu gymnischen oder
Gladiatorenspielen verwendet wurde. Dass in der That der eine Teil der alten
Orchestra zuweilen in solcher Weise benutzt worden ist, ergiebt sich für das athe-
nische Theater aus der Schranke, welche noch jetzt diesen Teil umgiebt (vgl.
S. 92). In mehreren anderen Theatern sind die unteren Sitzreihen abgeschnitten
worden, um einen als Arena benutzbaren Platz zu erhalten (vgl. S. 153 für
Pergamon, und S. 149 für Assos).

Die Bezeichnung dy\i.a, die von der halbrunden Form des Buchstaben Sigma
(in der jüngeren Schreibweise) entlehnt ist, bezeugt Bekker, Anecd. 286,16: op-
jrferp« toü 8s«Tpou to vüv Xsyo[j.svov df\>.a, vgl. 270, 21 und Photius s. v. opy^mp«.
Sie scheint nur sehr selten benutzt worden zu sein.

Bei Photius wird die Orchestra des späten Theatertypus auch •fjjMxtfxXiov ge-
nannt, s. v. 5px'ö<t"P«" TtpGhov exX^Sv] ev Trj äyopoc. dxa xal to3 Osa-pou to xktw },\>.i-
köxXiov. Derselbe Name findet sich auch bei Pollux IV, 127 und 131, wo gesagt
wird, dass das ^(xtxüxXiov v.olzo. tyjv bpyrljaxpm liege. Der Ausdruck xa-r«Top.y) ist von
einzelnen Erklärern (Phot. 143, 22; Bekker, Anecd. 270, 21; A. Müller 57, 4) wohl
nur durch Missverständnis als ein Sondername der Orchestra angesehen worden.

(E. R.)

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