Ness, Wolfgang [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 10, Teil 1): Stadt Hannover — Braunschweig, 1983

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04 SÜDSTADT




Hildesheimer Straße 12, Stadtbibliothek,
1929—31, Architekt Elkart

Maschstraße 16, Turnhalle, 1864/65,
Architekten Schultz und Hauers

Maschstraße 19, ehern. Magazin der städtischen
Bühnen, um 1928, Architekt Elkart

Hildesheimer Straße 24 und 26

Der sich östlich an die Altstadt und die Aegi-
dienneustadt anschließende Stadtteil Süd-
stadt wird begrenzt durch die Berliner Allee,
die Marienstraße und den Friedrichswall im
Norden, die Straße Am Maschpark, das
Maschseenordufer, die Seufzerallee und den
Karl-Thiele-Weg im Westen. Im Süden ver-
läuft die Grenze südlich des Engesohder
Friedhofs, entlang der Hildesheimer Straße,
durch die Eilenriede zur Gustav-Brandt-Stra-
ße bis zur Bahnlinie nach Göttingen, die
gleichzeitig die östliche Grenze darstellt.
ENTWICKLUNG BIS ZUR MITTE
DES 19. JAHRHUNDERTS
Das Gebiet umfaßt Teile der ehemaligen
Aegidiengemeinde, die 1829 in die Ortschaf-
ten Kirchwende, Heidorn, Tiefenriede und
Emmerberg (Masch) aufgeteilt wurde. Die
ebenfalls dazugehörigen Ortschaften Bult
und Kleefeld bilden heute eigene Stadtteile
(siehe 07 Bult, 26 Kleefeld). Ursprünglich
war das Areal ein ausgedehntes Acker- und
Weideland, das sich in der Zeit vom 14. bis
zum 17. Jh. allmählich zu Gartenland des
städtischen Patriziats wandelte. Nach dem
Dreißigjährigen Krieg wurde das Gebiet zu-
nehmend dichter von Gärtnern als Unter-
pächter bewohnt. Die stetige Zunahme der
Gartenbewohner führte schließlich zur Grün-
dung einer Schule (1690), eines Friedhofs
(1741) und der Gartenkirche (1747/49),
die aus der 1349 vor dem Aegidientor ange-
legten Marienkapelle hervorging (siehe S.
65). Im Jahre 1721 standen in der Aegidien-
gemeinde bereits 166 Wohnhäuser.
Erst nach der Schleifung der Befestigungs-
anlagen Hannovers ab 1780 wuchs die Be-
reitschaft wohlhabender Bürger, vor die
Tore der Stadt zu ziehen. Um 1800 bilde-
ten die Gartenleute noch die Mehrheit der
vor dem Aegidientor Wohnenden, bis 1859
war ihr Anteil jedoch bereits auf 1/10 ge-
sunken.
Für die weitere Entwicklung der Südstadt
war die im gleichen Jahr (1859) erfolgende
Eingemeindung der bis dahin zum Amt
Coldingen gehörenden Vorstadt sowie die
Umwandlung Hannovers in eine preußische
Provinz im Jahre 1866 von entscheidender
Bedeutung. Durch die sich entwickelnde
gründerzeitliche Expansion wurden große
Flächen zur Erschließung von Wohngebieten
für die wachsende Bevölkerung benötigt.
Bis zu diesem Zeitraum waren in der Süd-
stadt folgende Bereiche bebaut: die Marien-
straße bis zur Großen Barlinge (1860 erfolg-
te der Bau des heute stark veränderten Hen-
riettenstifts von Heinrich Tramm), die Wil-
helmstraße, in Teilen die Weinstraße, die
Adelheidstraße sowie die Baumstraße und
die Große Barlinge. Westlich der Hildeshei-
mer Straße waren nur die Maschstraße, die
alte Ortschaft Emmerberg und Teile der heu-
tigen Wiesenstraße (ehern. Emmerthorweg)
bebaut.

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