Karlinger, Hans [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (3,1): Bezirksamt Ochsenfurt — München, 1911

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I. B.-A. Ochsenflirt.





Akzentuierung und die große Eleganz der struktiven Teile sowie das häutige
Auftreten von Knospenkapitellen, auch die durchgängige Anwendung des Spitz-
bogens bei den Fenstern lassen darauf schließen, daß der Westbau wohl nicht
vor der Mitte des ig. Jahrhunderts begonnen hat. Daß aber an der Kirche schon
im früheren ig. Jahrhundert gebaut wurde, dafür spricht das noch ganz romanisch
ornamentierte Kapitell, das als Fragment auf der Empore liegt. Analoge Detail-
formen weisen die Turmobergeschoße zu St. Burkard in Würzburg auf, die um 1241
unter Abt Conrad entstanden sind. (M. WiELAND, Historische Darstellung des Stifts
St. Burkard zu Würzburg, AU. XV, 1. Heft, S. 42 If.)
Unter den Details ist für die allgemeine Stilgeschichte von Interesse, daß die
schweren Rippen unter der Empore doppelt gekehltes Profil haben, eine Form, die sonst
nicht in so früher Zeit angenommen wird. (Vgl. UNGEWITTER, Lehrbuch der gotischen



Konstruktion, Leipzig I [1890], 69.) Ganz ähnliche Profile finden sich wieder in der
Dominikanerkirche St. Paul zu Eßlingen, die 1233—1268 erbaut wurde. (Kunstdenk-
male des Königreichs Württemberg, Textband I [1889], 194; Tafelband I, 4g und 46.)
Stukkaturen. Die Deckenmalereien im Langhaus werden von Muschel-
und Gitterwerk umrahmt, wohl gleich den Gemälden 1752 ausgeführt. Das Chor-
gewölbe nicht stuckiert.
Deckengemälde. An der Langhausdecke großes ovales Mittelgemälde:
Mariä Himmelfahrt. Sehr lebendige, helle Farbengebung. Bezeichnet: ZWc Wy/gUAr
7V72.XW ^72722? Kleinere Medaillons an den Ecken der Decke und
an der Hohlkehle, mit Szenen aus der Kindheit Christi und Prophetenfiguren, die
mariologische Texte zeigen; dekorativ sehr gut.
Hochaltar. Am 3. August 1682 wird von dem Pfarrer Johannes Rembscheidt
beantragt, daß in der Pfarrkirche ein hoher Altar möchte angeschafft werden. (Kreis-
archiv Würzburg, Ger. Ochsenfurt IV, Fasz. 66.) Wohl bald darnach ausgeführt.
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