Karlinger, Hans [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (3,1): Bezirksamt Ochsenfurt — München, 1911

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LH.-A. Ochsenfurt.




der gleiche Raum zwischen Turm und Langhaus für den Chor, wie der, der 1605
zur Erbauung des Chores zur Verfügung stand. Der Treppenturm südlich zwischen
Turm und Chor wird 1613—1616 das erstemal erwähnt. Er kann aber schon um
1514 gebaut sein, bestimmte stilistische Anhaltspunkte zeigt er nicht.
Die Art der Einwölbung der Kirche von 1613 —16 r6 deutet auf das der Zeit des
Fürstbischofs Julius Echter eigene Bestreben, dem Gewölbe, das ebenso wie in
Eibelstadt (vgl. oben S. 56) eine reine Tonnenkonstruktion ist, durch Auflegen von
Rippen gotischen Charakter zu verleihen. Der gleichen Tendenz entsprechen die
Spitzbogenfenster mit gotisierendem Maßwerk im Chor und die beinahe rund-
bogigen Maßwerkfenster der
drei oberen Turmgeschosse, die
um 1605 erbaut worden sind.
(Ansicht der Kirche bei O.
SCHULZ, Architekturbilder aus
Unter fran k en, Denk m alpü ege
11 [1900], 86).
Hochaltar. Hervorragen-
der Renaissanceaufbau von
1617. (TafellV.) Holz, bemalt.
Uber hoher Predella dreiteili-
ges Hauptgeschoß mit ionisie-
renden Säulen. In der Mittel-
nische Relief der Krönung
Mariä. In den Seitenteilen
Muschelnischen mit Statuen,
darüber je ein Passionsrelief.
Zweigeschossiger Giebel mit
reicher Säulenstellung. Am Gie-
bel Schildchen mit der aufge-
malten Jahreszahl zdz/. Taber-
nakel elegante Rokokoarbeit
um 1730—1730, mit Muschel-
werk und knienden Engeln.
Seitenaltäre. Marien-
altar im nördlichen Seiten-
schiff. Interessanter Aufbau aus der Zeit des Hochaltars. Predella mit dem Flach-
relief der Verkündigung Mariä. Mittleres Geschoß dreiteilig, in der Mittelnische
Holzstatue St. Maria, in den Seitennischen zwei heilige Bischöfe. Im oberen Geschoß
Nische mit der Statue der schmerzhaften Muttergottes. Am Architrav Wappen von
Pranken in der Mitte, rechts Wappen des Domprobsts Konrad Friedrich von Thtingen
(1618—1629); links des Domdekans Philipp Adolf von Ehrenberg (1619—1623).
Am Gesims über der Predella die Inschrift: <A77A/Ar<?r yZw U/A*AA'
RAD UZ'AAWAV A7 /A/7C7T777 W &AyA/Ay//<? RAvvAr <A ^w^A^w /Ar
<?/%?/'<? 7*r//<?y<2A/7//. (Vgl. HENNEK, Altfr. Bilder, 1901.)
In der Gotteshausrechnung von 1616 (Kreisarchiv Würzburg, Nr. 6340) wird
1 Ü. Botenlohn verrechnet »nacher Winßheim (= Windsheim, Bez.-Amt Uffenheim)
dem Bildtschniczer mit dem altarschniczen fortzufahren.« Wohl auf die beiden
vorgenannten Altäre bezüglich.
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