Karlinger, Hans [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (3,1): Bezirksamt Ochsenfurt — München, 1911

Page: 140
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0.5
1 cm
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14°

I. H.-A. Ochsenfurt.

stadtpfarr- Seitenschiffs großes dreiteiliges Blendfenster mit sehr reichem Maßwerk (Fig. 93),
r ^'ile*bu " der Stilisierung den Chorfenstern entspricht. Portale sind auf der Nord-
und Südseite je im zweiten und sechsten Joch angeordnet. Sie sind durchweg
spitzbogig geschlossen mit reich profilierten Gewänden aus Rundstäben, teilweise
mit Rückenplättchen und Kehlen. Das östliche Portal der Nordseite hat geraden
Sturz und Tympanon mit schönem Maßwerk und Drolerien in den Ecken. (Fig. 93.)
Das Äußere der Kirche ist größtenteils verputzt; die Strebepfeiler sind in
regelmäßiger Quadertechnik ausgeführt. Das Material ist graugelber Sandstein.
Strebepfeiler am Chor und Langhaus. Am Chor zweimal abgesetzt, mit Pultdach
und kleinen Wimpergen, die eine Fiale krönt. Streben am Langhaus niedriger, sehr
weit ausladend. Giebelaufsätze mit Fialen, dahinter Pultdach.
Einfacher Sockel mit Schräge und Kaffsims um die ganze Kirche mit Ein-
beziehung der Streben. Unterbrochen ist der Sockel am Turm (vgl. unten) und
am daran anstoßenden Teil der Nordsakristei. Diese ist hier von außen über eine
Treppe zugänglich; über der Tür Sandsteinplatte mit der Jahreszahl 7A77 und Stein-
metzzeichen, das reliefartig aus der Fläche gearbeitet ist.




Am südlichen Treppenturm zur Empore ist ein Wasserspeier in Form eines
sitzenden Tieres (Affer Kopf abgebrochen) erhalten. Spätgotisch.
Am Chor und an den Strebepfeilern des Langhauses wurden folgende Stein-
K
An der Südmauer im dritten Joch ist außen ein alter Schlußstein mit zwei
Wappen, von einem Engel gehalten, und der Jahreszahl z(4?)<2_? eingemauert. Stark
verwittert.
Der Turm hat sechs Geschosse, von denen die beiden unteren in der Tonne
gewölbt, die übrigen Rach gedeckt sind. (Fig. 92.) Eine Treppe in der Mauer-
dicke der Südwand vermittelt den Zugang zu den vier unteren Geschossen; sie
wurde vermutlich erst bei Erbauung des Chors eingebrochen. Nach außen sind die
einzelnen Geschosse durch Gurtsimsc getrennt. Hoher Sockel mit steiler Kehle
und Wulst. (H. 1,60 m.) Die Geschosse sind mit Spitzbogenfriesen auf Ecklisenen be-
lebt, in den beiden Untergeschossen ruhen die Friese außerdem auf schwachen
Mittelsäulen. Im zweiten Geschoß rechteckige Scharten, im dritten schmale, spitz-
bogige Doppelfenster, bis zur Kämpferhöhe zugesetzt. Im vierten Geschoß große
zweiteilige Spitzbogenfenster mit einfachem Maßwerk. Im fünften und sechsten

Höhe 0,10—0,13 m.

mctzzeichen konstatiert:
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