Karlinger, Hans [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (3,1): Bezirksamt Ochsenfurt — München, 1911

Page: 162
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IÖ2

I.H.-A. Ochsenfurt.

Spitat-




An der Mauer unter der Laube Reliefplatte mit Engel, der zwei Wappen hält,
darunter Inschrift: - C/ * VLT/- - ^<222 - 2222/! - ^ - ^*7-22722/ - - zw/ -
^^2722/ - - y'<7<r<?^ - T72J722277772 - ^^7/7^^ - ^Y7^7727//A7*. H. ca. 0,80 m.
Sehr malerisch wirkt diese Hofanlage zusammen mit der von Efeu um-
sponnenen Westseite der Kirche.
EHEM. KAPUZINERKIRCHE B. MARIA V.; jetzt Hauskapelle des
Pfründnerspitals. Realschematismus W., S. 456. — G. HÖFLING, Das Kapuziner-
kloster in Ochsenfurt, AU. IV, 3. Heft, S. 72ff. — KESTLER, S. 146 ff.
Geschichte. Die Kapuziner kamen auf ihr Ansuchen beim Würzburger
Domkapitel 1645 nach Ochsenfurt, wo ihnen die Michaelskapelle angewiesen wurde.
(KESTLER, S. 147. — Vgl. oben S. 133.) Auf Betreiben des Rates erhielten sie die
Erlaubnis zur Gründung eines Klosters, das aber erst 1663 durch Befehl des Würz-
burger Fürstbischofs Johann Philipp I. von Schönborn (1642—1673) zustande kam.
(Ebenda, S. 148.) Am 24. August 1664 wurde der Grundstein gelegt. Die Maurer-
arbeiten hatte der Meister Andreas Holzmeister, die Steinmetzarbeiten übertrug man
den Steinmetzen Tobias, Kaspar und Christian Schneller. (Kreisarchiv Würzburg,
Rechnungen, Nr. 14444 und 14 445-) Diese erhielten für das große und kleine
Kirchenportal im ganzen 33 fl. 49% 11 Die Wasserleitung führte Meister Wolf
Heckhel, Brunnenmeister von Haßfurt, für 62 ü. 28 aus. 166g war der Bau
fertig. Für die Kirche malte Oswald Onghers 1666 das Hochaltarblatt mit den
»Nebenflügeln« für 96 fl. (Ebenda, Nr. 1444g.) Das Altarbild für die Antonius-
kapelle malte Johann Baptist de Rtil (HÖFLING, S. 87, Note. — KESTLER, S. igo.) Er
bekam dafür nebst den zugehörigen Flügelbildern 4g fl. 9 Batzen. (Kreisarchiv Würz-
burg, Rechnungen, Nr. 1444g.) Am 16. Oktober 1667 wurde die Kirche eingeweiht.
Nach Aufhebung des Klosters 1828 kam das Gebäude an die Stadt, die es seit 183g
als Pfründnerspital verwendet.
Beschreibung. Südlich von der Stadt gelegen. Einfache Anlage mit ein-
gezogenem rechteckigen Chor, Sakristei südlich von demselben. Chor und Lang-
haus mit Tonne und Stichkappen gewölbt. An der Südseite des Langhauses eine
dem hl. Antonius geweihte Seitenkapelle; rechteckiger Ausbau mit Tonne. Fenster
rechteckig, Haupteingang westlich, nördlich Zugänge von den ehemaligen Kloster-
gebäuden, dem jetzigen Pfründnerspital. Dachreiter über dem Chor.
Hochaltar. Einfacher dreiteiliger Spätbarockaufbau mit kannelierten Säulen
und seitlichen Durchgängen. Bekrönung flacher Rundgiebel. Schöner Tabernakel
mit Rokokoornamenten. Altarblatt: St. Maria erscheint dem hl. Burkard, zu dessen
Füßen weite Landschaft mit Ansicht der Feste Marienberg ob Würzburg und dem
Stift St. Burkard im Vordergründe. H. ca. 3,50, Br. 2,30 m. An den Durchgangs-
türen und den Kulissen darüber Ölbilder von Heiligen. Gute Arbeiten mit leuchtenden
hellen Farben, das Mittelbild wohl von Onghers selbst gemalt. (Vgl. oben.) Am
Mittelbild unten rechts Wappen Neuhaus-Zobel und Inschrift: AZ C. U. TV. /
U. Z. U. U. (= Maria Christina von Neuhaus, geborene Zobel von Giebelstadt.) (Frei-
frau Christina von Neuhaus stiftete 1360 fl. für das Kloster; vgl. HÖFLING, S. 87.)
Seitenaltäre aus derZeit des Hochaltares. Altarblatt am linken Seitenaltar,
die Kreuzigung darstellend, wohl aus der Onghersschule, aber nicht so gut wie das
Hochaltarblatt.
Altar in der Seitenkapelle, im Aufbau analog dem Hochaltar. Mittelbild
St. Antonius, seitlich zwei Wunder des hl. Antonius, von Joh. Bapt. de Rül (vgl.
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