Südwestdeutsche Rundschau: Halbmonatsschrift für deutsche Art und Kunst — 2.1902
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https://doi.org/10.11588/diglit.12736#0024
DOI Artikel:
Schmitz, Oscar A. H.: Der Flickschneider
DOI Artikel:Hecker, Jutta: Wie ich ihn kennen lernte
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mufjt etraaS erfahren fjaben, ma§ it)n ganj betrunfen machte, bie
Sitte fd)ien fid) milb tädjelnb anetraa§ oergeffene§ p erinnern, bie
$unge aber lam fid) roie ein STaufenbfaffa oor, ber.etraag gang
Sollet auägefjedt Ijat unb fid) nun über bie Sßirfung freut.
®er gracf t)ing über einer ©iupetjne; er tjatte mefir galten
als nort)er. ©otlte ifin tiefer @d)neiber bei feiner Stauung ge-
tragen tjaben!? 2Ba§ mar p ttiun? $d) naljtn ifjn über ben 2lrm
unb trug ifjn unter bem ©d)ut5 ber ®unlett)eit fetbft nad) §aufe.
$d) raamod) nid) t auf ber@tra^e, ba riefen fie mir lidjernb nad):
„SBotlen Sie nid)t ein ©tas 5ßunfd) tjaben? . .
Sod) id) glaubte p bemerfen, roie bie Sitte bem ^ßaare
feinen Uebermut nermieS.
CtUe icb ihn kennen lernte.
SSon Sutta'^ecter.
»®
2ln einem falten Slbenb im le^tnergangenen Söinter mar'§.
$d) fafj im behaglichen Setmfiutjl am i?amiri; mir gegenüber
Bester».
„@ö erfroren SJcifs? Ratten Sie tjeut Slbenb ©tunben p
geben?"
„Sunday? no! ^eut SSormittag, id)marat church mit äftifi
©mitt). Kenten ©ie, SDcifj ©mitt) fagt, bafs fie nid)t f'ann
glauben ben teufet, $d) ttjue ba§. ©tauben @ie> baf; e§ giebt
©inen?"
,,^d) glaube ba§ nidjt nur; id) roeifs es."
„SQSo^er rootlen ©ie ba§ miffen so potively?"
„ÜJtun id) lenne if»tx; fogar gairj gut. ©r gel)t pweüen
fpapren. Qd) traf it)n; feitbem grüben mir un§."
„|)at er and) etmas gefagt p ©ie?"
„^a, unb id) t)abe üjn mir eingelaben."
„Unb er ift fommen?"
„@r ift tjöftid). ©r fommt immer; obgtetd) er oft ftarf be-
anfprud)t ift."
„SBie I)aben ©ie gemad)t p Slufang feine — id) roeifi baS
nid)t in beutfd) — Iiis acquaintance?"
„©eine ©efanntfcljaft. — Qd) mar ein junge§ tjeifjes Sötut".
©ine§ ©ommerabenb§ mar id) altein, fo mutterfeelenallein,
l)inau§gefat)ren in§ ©rüne. Qd) fam an einem fd)önen ©arten
norbei; barin ein nornetimes -§>au§ noll £id)t, Seben, tjeltem,
lautem $ubel.
mufjt etraaS erfahren fjaben, ma§ it)n ganj betrunfen machte, bie
Sitte fd)ien fid) milb tädjelnb anetraa§ oergeffene§ p erinnern, bie
$unge aber lam fid) roie ein STaufenbfaffa oor, ber.etraag gang
Sollet auägefjedt Ijat unb fid) nun über bie Sßirfung freut.
®er gracf t)ing über einer ©iupetjne; er tjatte mefir galten
als nort)er. ©otlte ifin tiefer @d)neiber bei feiner Stauung ge-
tragen tjaben!? 2Ba§ mar p ttiun? $d) naljtn ifjn über ben 2lrm
unb trug ifjn unter bem ©d)ut5 ber ®unlett)eit fetbft nad) §aufe.
$d) raamod) nid) t auf ber@tra^e, ba riefen fie mir lidjernb nad):
„SBotlen Sie nid)t ein ©tas 5ßunfd) tjaben? . .
Sod) id) glaubte p bemerfen, roie bie Sitte bem ^ßaare
feinen Uebermut nermieS.
CtUe icb ihn kennen lernte.
SSon Sutta'^ecter.
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2ln einem falten Slbenb im le^tnergangenen Söinter mar'§.
$d) fafj im behaglichen Setmfiutjl am i?amiri; mir gegenüber
Bester».
„@ö erfroren SJcifs? Ratten Sie tjeut Slbenb ©tunben p
geben?"
„Sunday? no! ^eut SSormittag, id)marat church mit äftifi
©mitt). Kenten ©ie, SDcifj ©mitt) fagt, bafs fie nid)t f'ann
glauben ben teufet, $d) ttjue ba§. ©tauben @ie> baf; e§ giebt
©inen?"
,,^d) glaube ba§ nidjt nur; id) roeifs es."
„SQSo^er rootlen ©ie ba§ miffen so potively?"
„ÜJtun id) lenne if»tx; fogar gairj gut. ©r gel)t pweüen
fpapren. Qd) traf it)n; feitbem grüben mir un§."
„|)at er and) etmas gefagt p ©ie?"
„^a, unb id) t)abe üjn mir eingelaben."
„Unb er ift fommen?"
„@r ift tjöftid). ©r fommt immer; obgtetd) er oft ftarf be-
anfprud)t ift."
„SBie I)aben ©ie gemad)t p Slufang feine — id) roeifi baS
nid)t in beutfd) — Iiis acquaintance?"
„©eine ©efanntfcljaft. — Qd) mar ein junge§ tjeifjes Sötut".
©ine§ ©ommerabenb§ mar id) altein, fo mutterfeelenallein,
l)inau§gefat)ren in§ ©rüne. Qd) fam an einem fd)önen ©arten
norbei; barin ein nornetimes -§>au§ noll £id)t, Seben, tjeltem,
lautem $ubel.