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Ness, Wolfgang [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 10, Teil 1): Stadt Hannover — Braunschweig, 1983

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https://doi.org/10.11588/diglit.44751#0187

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z.B. Nr. 16—20, 24). Die besondere städte-
bauliche Bedeutung der Gebäude an den
Kreuzungen unterstützte man durch diffe-
renzierte Ecklösungen (Ostseite: Nr. 2, 14,
26, 28, 38, 40, 44, Westseite: Nr. 9,11,21,
29, 35, 43, 45 und Kollenrodtstraße 55), die
z.T. durch besondere Qualität überzeugen.
Der Fassadenschmuck insgesamt zeigt — wie
in der Voßstraße — verschiedene Stufen des
Jugendstils z.T. mit neoklassizistischen und
-barocken Elementen (z.B. Nr. 23, 25, 34),
wobei der künstlerische Rang von Dekor und
Gliederung unterschiedlich, das Repräsenta-
tionsbedürfnis durchaus spürbar ist (z.B. Nr.
10,28,32,36, 15, 19,21,43).
Die Häusergruppe um den Moltkeplatz ent-
stand gleichzeitig mit der Bebauung der an-
grenzenden Straßenabschnitte (Datierungen:
1904, 1906). Auch hier findet sich der vor-
herrschende Bautyp des viergeschossigen
Mietwohnhauses mit Kellersockel und Drem-
pel, dessen Putzfassaden Erker mit Baikonen
und Dachausbauten plastisch gliedern, und
die vom Jugendstil abhängiger Stuckdekor
belebt. Symmetrien und Wiederholungen
gleicher Motive bewirken den Eindruck gro-

ßer Geschlossenheit; durch größere gestalte-
rische Vielfalt (z.B. Moltkeplatz 11) oder
Besonderheit des Materials (z.B. Husaren-
straße 1/Am Schatzkamp) setzen einige
Gebäude Akzente.
Wohngebiet um die Gabelsbergerstraße, Kol-
lenrodtstraße
Von Voß-, Kollenrodt-, Jakobi- und Ferdi-
nand-Wal Ibrecht-Straße umgeben ist ein un-
regelmäßig fünfeckiges Gebiet, das vier Stra-
ßen (Slicher-, Stromeyer-, Gabelsberger-, Har-
nischstraße) relativ gleichmäßig erschließen.
Diese kurzen Abschnitte münden versetzt
ineinander, so daß durchlaufende Achsen
und daraus folgender Durchgangsverkehr ver-
mieden sind. Verkehrsabweisend wirkt auch
die geringe Fahrbahnbreite, so daß hier kurz
nach der Jahrhundertwende ein ruhiges
Wohnquartier entstand. Passend zur Nutzung
ziehen sich beidseitig der Straßen Vorgärten
entlang, die den Raum zwischen den Haus-
fronten erweitern und eine Grünzone schaf-
fen. Sie verleihen dem Bereich eine gewisse
Intimität und Geschlossenheit.


Die Gebäude stammen bis auf wenige Aus-
nahmen der zwanziger Jahre, die sich u.a.
durch Gliederung, Geschoßhöhe absetzen
(Gabelsberger Straße 6, 6a, 16 — datiert
1927 —, Stromeyerstraße 5 — datiert 1922 —
und 6), aus der Zeit um 1907. Es handelt
sich um viergeschossige, weitgehend verputz-
te Reihenhäuser mit Sockel und Drempel,
deren Fassaden lebhaft durch ausluchtartige
Vorbauten, Balkone, Zwerchhäuser und
Dachhäuschen gegliedert sind. Sie schließen
sich zu plastisch bewegten Straßenfronten
mit differenzierter Dachzone zusammen, die
durch die Wiederholung der Ausbauten gro-
ße Einheitlichkeit gewinnen. Im einzelnen
leiten sich die architektonischen Elemente
und Dekorationsmittel von verschiedenen
Stufen des Zeitstils her. Es tauchen sowohl
durch Jugendstileinflüsse überformte prunk-
volle „renaissancistische" (Stromeyerstraße
4, datiert 1905) oder ,,gotisierenden" (Ga-
belsberger Straße 18, um 1905) Fassaden
als auch strengere, dem Neoklassizismus zu-
neigende Spätjugendstilgliederungen (Gabels-
berger Straße 9, um 1909) auf. An einigen
Gebäuden finden sich in der Gestaltung der

Stromeyerstraße 3, Ecke Ferdinand-Wallbrecht-
Straße


Moltkeplatz 5, 6, 7, Husarenstraße 2



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