Die Gartenkunst — 32.1919

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Garten beim Kunstsalon Keller & Reiner, Berlin.

Von W. Strenger, Gartenarchitekt, Berlin-Steglitz.

Mit Ansichten nach Aufnahmen von E. Bindseil, Berlin.

Der im Jahre 1910 ausgeführte Garten am
Kunstsalon Keller & Reiner, Berlin W, Pots-
damerstraße 119 b, darf als ein gutes Beispiel
für restlose Zweckerfüllung bezeichnet werden.
Gegeben war eine rechteckige Fläche von etwa
1000 Quadratmeter Größe zwischen hohen Häu-
sern, mit einigen älteren Bäumen bestanden,
darunter eine prachtvolle alte Blutbuche. Die be-
nachbarten großen Miethäuser waren glücklicher-
weise durch Gärten mit hohem Baumbestand
ausreichend verdeckt, sodaß sie das neue Gar-
tenbild nicht stören.

Gefordert war eine Gartenanlage, die für die
wechselnden Ausstellungen der Firma Gelegen-
heit zur Aufstellung von Plastiken und anderen
Kunstgegenständen, Gartenmöbeln und derglei-
chen bietet und auch bei kleinen gesellschaftlichen
Veranstaltungen des Kunstsalons im Sommer
benutzt werden kann. Für die Anfahrt der Gäste
mußte eine Durchfahrt von der Potsdamer- nach
der Lützowstraße vorgesehen werden.

Wie der Entwurf diesen Forderungen und
gleichzeitig den Ansprüchen in Bezug auf Garten-
schönheit gerecht geworden ist, lassen Lage-
plan und Bilder auf Seite 17 bis 19 erkennen.
Zu ihrer Erläuterung bedarf es nur weniger
Worte.

Der der Nordseite des Hauses vorgelagerten
Gesellschaftshalle wurde eine geräumigeTerrasse
angegliedert, die von einigen älteren Bäumen
bestanden und seitlich durch einen Laubengang
abgeschlossen ist. Eine Mauer, oben besetzt mit
Blumenkästen, am Fuße gesäumt mit einer Blu-
menrabatte, trennt die Terrasse vom tiefer ge-
legenen Garten, zu dem Treppen hinab führen.
Den Hauptteil des Gartens selbst bildet einRasen-
stück, dessen Mitte durch Böschungen vertieft ist,
am oberen Rande gefaßt mit Buxbaumsaum und
Blumenbeeten. In dem vertieften Teile haben
ein Springbrunnen und ein Rosenbeet mit Vase
Platz gefunden.

Unter der großen Blutbuche ist ein in Taxus-

Blick von der Einfahrt zum Sitzplatz unter der Buche und zur Gesellschaftsterrasse.

Vertieftes Rasenstück in regelmäßiger Ausbildung. Springbrunnen und Rosenbeet mit Vase in der Vertiefung. Niedrige Buchs-
baumhecken. Unter der Buche: Bänke in Nischen von Taxushecken. Im Vordergrund: Rabatte mit Blütenstauden.

Ansicht aus dem Garten beim Kunstsalon Keller & Reiner, Berlin. I.

Gartenarchitekt W. Strenger, Berlin - Steglitz.

Gartenkunst Nr. 2, 1919.

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