Die Gartenkunst — 32.1919

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Tedinisdie Fragen.

Einfriedigungen für Siedlungsgärten. Aus

doppeltem Grunde ist die Erwägung, ob Abtrennung
mit Drahtgeflecht oder Holz bei Siedlungen, Schreber-
gärten u.Ä. zeitgemäß. Wir stehen unter dem Zeichen
der Knappheit an Eisen. Der Hochbau bemüht sich, in
weitschauenderWeise Holz zu verwenden, soweit dies
angängig. Wer es praktisch miterlebt hat, wieviele

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Zentner Drahtgeflecht zu einer einzigen, an Umfang be-
scheidenen Schrebergartenanlage gebraucht werden,
wird zum Nachdenken über diesen Punkt gezwungen.

Man wird meist dazu übergehen, Hecken zu
pflanzen. Die Umfriedigung wird also immer das
Gerüst für die Hecke bilden. Trotzdem ist erstere
für 4 — 5 Jahre als solche sichtbar. Der Anblidi
einer Fläche, die mit Kettengeflecht soundsovielmal
abgeteilt ist, wirkt unbefriedigend, zumal, wenn in-
folge schlechter Verzinkung Rost auftritt oder die
Kinder beim Spielen den Spanndraht lockern und der
Zaun anfängt zu hängen. Wenn schon bei den günsti-
gen Herstellungsverhältnissen vor dem Kriege das
Rosten unvermeidlich war, wie wird der Draht, unter
den jetzigen, erschwerten Verhältnissen hergestellt,
nach 3 — 4 Jahren aussehen?

Vom ästhetischen Standpunkt aus ist jeder auch
nur einigermaßen in der Form annehmbare Fichten-
holzzaun dem Kettengeflecht weit überlegen. Hat
er seine Dienste nach 4 — 5 Jahren getan, so ver-
schwindet er fast unmerklich.

Einstweilen scheitert seine Allgemeinanwendung
an der Kostenfrage. Dauerhaftigkeit muß für den

angegebenen Zeitraum
Erstbedingung sein,ein
Anstrich aus wirtschaft-
lichen Gründen unter-
bleiben. Daß auch aller-
einfachsteFormGrund-
forderung ist, schließt
nicht aus, mit den ge-
ringsten Mitteln ein
gefälliges Aussehen zu
erstreben. Unter den
obwaltenden Umstän-
den ist es schwer, den
Preis fürdenlaufenden
Meter testzustellen. Er
ändert sich ohnehin bei
einer örtlich enFabrika-
tion je nah den forst-
lichen Verhältnissen.
Bei Wiederkehr geord-
neten Bahnbetriebs
wird vielleiht die Holz-
industrie sih dieser
Frage annehmen und
versuhen, durch Mas-
senfabrikation mit Er-
folg in einen Wettbe-
werb gegendasKetten-
gefleht einzutreten. In
beiliegenden Skizzen
habe ih versuht, Lö-
sungen zu finden, die
den Anforderungen
einigermaßen entspre-
chen. Ih lege den größ-
ten Wert darauf, Ver-
zapfungen zu vermei-
den. Dadurh wird die
Herstellung erleihtert
und verbilligt. Anstelle
eines Holmens sind bei
beiden Mustern dop-
pelte Längslatten; bei
_ dem unteren Muster
wiederholt sih diese
Anordnung auh bei
den unteren Längslat-
ganzen Eigenstärke in
um eine allzu große

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ten. Sie sind in ihrer
die Pfosten eingelassen;

Shwähung des Pfostens zu vermeiden, ist dieser
im Grundriß niht quadratisch, sondern weist die
Maße 7:10 auf. Zwischen die Längslatten ein-
gespannt sind die Gitterstäbe. Alle Verbindungen
sind mit Nägeln bewerkstelligt. Bei Muster 1
(oben), das in seiner Form mehr anspriht als das
untere, ist der Verbrauh (100 laufende Meter Ein-
friedigung 1 cbm Holz) an Holz und Nägeln geringer.
Es ist trotzdem stabil genügend bei einer Spann-
weite der Felder von 2,4 m. Bei Muster 2 (unten)
kommen auf 1 cbm Holz nur 90 laufende Meter.
Es wäre wissenswert, wie hoh sih der Preis in
den vershiedenen Gegenden Deutshlands beliefe.

Heilig.

Für die Schriftleitung verantwortlich: Gartendirektor Heicke, Frankfurt a. M. Selbstverlag der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst.

Druck der Universitätsdruckerei H. Stürtz A.G., Würzburg.
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