Die Gartenkunst — 32.1919

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Geschlossenes Gartenhaus unter Satteldach mit offenem Vorplatz. (Schaubild.)
Georg Scotti, Architekt, Frankfurt a. M.

Volkshochschulen und Gartengestalter.

In der „Gartenkunst“ nahm in letzter Zeit das
Thema „Hochschule für Gartenkunst“ einen breiten
Raum ein. Von
allen, die dazu das
Wort ergriffen, hat
meines Erachtens
nur einer und zwar
J. Leibig, Dresden,
im Junihefte Seite
76 den Nagel auf
den Kopf getroffen.

„Nach vorne! Las-
sen wir die Zeit
nicht an uns vorbei-
stürmen“, so klin-
gen seine Worte
aus. Und dieser
Schlußsatz veran-
laßt mich, der Zeit
vorauszueilen, in-
dem ich einige
Worte den Aufga-
ben widme, die dem
Gartenarchitekten
an den künftigen
Volkshochschulen
erwachsen.

Überall ist man
jetzt mit den Vor-
arbeiten für Grün-
dung solcher Volks-
hochschulen be-
schäftigt. In dem
Erlasse des preußi-

schen Ministers für Kunst, Wissenschaft und Volks-
bildung vom 25. Februar 1919 wird hervorgehoben,

daß in der Volks-
hochschule,wie wohl
selbstverständlich,
parteipolitische Be-
strebungen ausge-
schlossen sind. Da-
gegen sind geschlos-
sene Arbeitsge-
meinschaften wün-
schenswert, in
denen Leuten, die
das Streben nach
Fortbildung in sich
fühlen, Gelegenheit
zu gründlicher Wei-
terbildung gegeben
werden kann. Alle
Bevölkerungs-
schichten sollen in
diesen Volkshoch-
schulen vertreten
sein. AlsLehrfächer
kommen in Be-
tracht: Volkswirt-

schaft, Staatsbür-
gerkunde, Lebens-
kunde, Literatur,
Geschichte (be-
sonders Kulturge-
schichte), Kunst, Na-
turwissenschaften,
Buchführung u. a. m.

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